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Invasive Neophyten (Teil 2)

0Antworten300Aufrufevon Redaktion · 17. November 2016letzter Beitrag vor 10 Jahren
  1. Redaktion1’197 Beiträge17. November 2016
    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Damit sich eingeschleppte Pflanzen nicht in unserer Natur ausbreiten[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Sie leben oft in unseren Gärten und machen sich seit einigen Jahren unauffällig davon. Auf dem Weg ihrer Wanderschaft spriessen sie aus Kopfsteinpflastern und Teerbelägen, zerstören Leitungen, überwuchern Bäche und Waldränder und bedrohen oder verdrängen seltene, einheimische Pflanzen, teilweise auch aus unseren Naturschutzgebieten. Damit gemeint sind die sogenannten "Invasiven Neophyten“ – invasiv = wuchernd, eindringend, Neophyten = Neue Pflanzen. Eingeschleppt aus fernen Ländern, destabilisieren sie bei uns Böden, fördern Erosionen, können zum Problem in landwirtschaftlichen Flächen werden und zudem gesundheitsgefährdend sein. So können beispielsweise der Riesenbärenklau - nebst dem Verdrängen von einheimischen Arten und in Verbindung mit Sonnenlicht - Verbrennungen, und das Aufrechte Traubenkraut (Ambrosia) aus dem Osten Nordamerikas, einer Problempflanze für landwirtschaftlichen Flächen, bei Mensch und Tier durch seine Pollen Asthma und Allergien auslösen. Bei beiden ist ein Verkauf sowie eine Neupflanzung schweizweit verboten. Dasselbe gilt für Drüsiges Springkraut, Kanadische und Amerikanische Goldrute, Japanischer Staudenknöterich , Nadelkraut, Nuttalls Wasserpest, Südamerikanische Heusenkräuter, Schmalblättriges Greiskraut sowie den Essigbaum. Auf der Schwarzen Liste der Schweizerischen Kommission für die Erhaltung von Wildpflanzen finden sich noch weitere 13 Pflanzen, die mehr und mehr zum Problem werden.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Einige wie Kirschlorbeer oder Sommerflieder sind immer noch erhältlich. Ersterer gilt als robuster, immergrüner Sichtschutz und gute Bienenweide und ist, da er mit fast allen Standorten zurechtkommt, im Garten kaum ersetzbar. Vom Sommerflieder sind attraktive Sorten im Handel erhältlich, die im Garten zwar viele Schmetterlinge anziehen, für deren Raupen jedoch keine Bedeutung haben. Werden bei beiden Arten kurz nach der Blüte jeweils die Blütenstände entfernt, droht kaum eine Gefahr der Ausbreitung. Junge Kirschlorbeerpflanzen können zudem leicht gejätet werden. Eine gute Alternative zum Japanischen Geissblatt ist Lonicera periclymenum ‘Serotina‘, eine Form des einheimischen Windenden- oder Waldgeissblattes. Auf alle anderen aufgeführten Pflanzen verzichtet man besser im Garten, da deren Ausbreitung kaum oder nur mit viel Aufwand in Schach zu halten ist.[/COLOR]



     



     



    Die richtige Entsorgung


    Entfernte Problempflanzen keinesfalls kompostieren oder im Grüncontainer, geschweige denn in der Natur – was leider immer wieder vorkommt - entsorgen, sondern in den Hauskehricht geben.

      


    Schwarze Liste der invasiven Neophyten


    Amerikanische Goldrute / Solidago gigantea 

    Problempflanze in landwirtschaftlichen Flächen / verdrängt einheimische Arten / (gesundheitsschädigend)

    Aufrechtes Traubenkraut* / Ambrosia artemisiifolia

    Gesundheitsschädigend / Problempflanze in landwirtschaftlichen Flächen

    Armenische Brombeere / Rubus armeniacus

    Verdrängt einheimische Arten

    Bastardknöterich / Reynoutria X bohemica

    Verdrängt einheimische Arten / destabilisiert Böden, fördert Erosion

    Drüsiges Springkraut / Impatiens glandulifera

    Destabilisiert Böden, fördert Erosion / verdrängt einheimische Arten

    Essigbaum / Rhus typhina

    Gesundheitsschädigend / verdrängt einheimische Arten

    Gewöhnliche Wasserpest / Elodea canadensis

    Verdrängt einheimische Arten

    Götterbaum / Ailanthus altissima

    Verdrängt einheimische Arten

    Herbstkirsche / Prunus serotina

    Verdrängt einheimische Arten

    Himalajaknöterich / Polygonum polystachyum

    Verdrängt einheimische Arten / destabilisiert Böden, fördert Erosion

    Japanisches Geissblatt / Lonicera japonica

    Verdrängt einheimische Arten

    Japanischer Staudenknöterich / Reynoutria

    Verdrängt einheimische Arten / destabilisiert japonica Böden, fördert Erosion

    Kanadische Goldrute / Solidago canadensis s.l.

    Problempflanze in landwirtschaftlichen Flächen / verdrängt einheimische Arten / (gesundheitsschädigend)

    Kirschlorbeer / Prunus laurocerasus

    Verdrängt einheimische Arten

    Nuttalls Wasserpest / Elodea nuttallii

    Verdrängt einheimische Arten

    Sachalinknöterich / Reynoutria sachalinensis

    Verdrängt einheimische Arten / destabilisiert Böden, fördert Erosion

    Sommerflieder, Schmetterlingsstrauch/Buddleja davidii

     Verdrängt einheimische Arten

    Riesenbärenklau / Heracleum mantegazzianum

    Gesundheitsschädigend / verdrängt einheimische Arten

    Robinie, Falsche Akazie / Robinia pseudoacacia

    Verdrängt einheimische Arten

    Schmalblättriges Greiskraut / Senecio inaequidens

    Verdrängt einheimische Arten / Problempflanze in landwirtschaftlichen 
    Flächen

    Spätblühende Goldrute / Solidago gigantea= S. serotina

     Verdrängt einheimische Arten

    Verlot'scher Beifuss / Artemisia verlotiorum

     Verdrängt einheimische Arten / Problem- pflanze in landwirtschaftlichen Flächen

    *Seit 2006 gilt in der Schweiz Ambrosia als "besonders gefährliches Unkraut", da es bei Allergikern schwere Heuschnupfensymptome oder gar Asthma hervorrufen kann. Zudem kann es zu Kreuzreaktionen mit anderen Korbblütlern (z.B. Beifuss), Gräserpollen, Melonen und Bananen kommen. Aus diesen Gründen muss die Ambrosia unbedingt bekämpft werden. Zudem ist die Pflanze meldepflichtig.

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