Hallo
Wir haben für unseren EFH-Neubau die Baumeisterkosten BKP 211 erhalten. Unser Haus wird auf Pfählen und dann einer Bodenplatte aufgebaut. Geplant sind EG und OG mit einem Rauminhalt von 1464m3. Es wird keinen Keller geben und auch die Garage ist im EG integriert (also keine Tiefgarage und keinen Carport). Das Haus selber wird viel Stahlbeton nach Berechnung des Statiker haben aber weist ansonsten keine Besonderheiten auf (wie z.B. komplizierte Raumgestaltung, Sichtbeton, etc.). Was sicherlich hinzukommt ist das Schwimmbad im Aussenbereich mit Betonoptik (ca. Rauminhalt 50m3).
Die Baumeisterkosten (inkl. Kanalisation/Werkleitungen/Erdarbeiten,etc.) betragen 430000.-Fr und mit Rabatt 400000.-Fr!!! Was einen Preis von ca. 260.-/m3 ergibt! Nun meine Frage..... ist das nicht viel zu hoch? Hier im Forum habe ich eigentlich nur Preise von unter 200.- gefunden. Wir denken, dass sich da irgendwo ein Fehler eingeschlichen haben muss, denn nur für den Rohbau ist es horrend viel! Oder auch anders gefragt, wieviel Prozent der Gesamtkosten des Bau (ohne Boden) macht der Rohbau etwa aus?
Leider haben wir in diesem Gebiet überhaupt keine Erfahrung oder Vergleichsmöglichkeiten gefunden.
Vielen Dank für eure Hilfe und Meinungen
Liebe Majo
Aham. 400k/1.464k = 273 CHF/m3
Vielleicht hilft es Dir, wenn Du die Kosten für die Pfählung (ich schätze 3000.- Installation + 17'000 Pfähle) abziehst. Dann bist Du pro Kubik ca. 13CHF günster. Aber von 200 noch weit weg. Die Pfählung gehört übrigens nicht in die 211 hinein.
Anmerkung am Rand:
Ich bin kein Fan von Kubikpreisen, da diese wirklich nur eine rudimentäre Vergleichsgrösse sind. (Stell Dir vor, Du hast keine Innenwände. Die Anzahl Kubik bleibt ähnlich, aber ganz viel weniger Arbeit ist zu tun.)
Hat Dein Architekt eine Kostenschätzung auf BKP-Basis gemacht. Bzw. den Kubik-Preis auf die BKP umgelegt? Ich würde das mal anfragen, dann siehst Du auch, wo ihr "zu teuer" seid.
Erdarbeiten: da kommt es super drauf an, wieviel von was ihr macht
Kanalisation: Je nach dem, wohin die Anschlüsse zu legen sind, wie tief die Leitungen sind, ist das sehr variabel.
Diese Kosten in den Baumeister hineinzunehmen und auf die Kubikmeterpreise umzulegen ist aus meiner Sicht unseriös, da diese Dinge nicht vergleichbar sind mit anderen Projekten.
Besser: Vergleiche Baumeisterkosten (Beton, Bewehrung, Schalung, Einlagen usw) auf Flächen (m2 Wand und Decken), das sagt Dir mehr aus, wie teuer der wirklich ist.
Weiter:
·Was meint Dein Architekt zum Preis? Findet er das angemessen? (Falls ja: Ist er Euch eine Erklärung schuldig, warum das von Euerer Kubikpreiszahl abweicht. Falls nein: Soll er mit dem Unternehmer richtig verhandeln. Bis der Preis stimmt.)
· Habt Ihr den Unternehmer auf den Preis angesprochen warum der so gross ist? Was hat er gemeint?
Liebe Grüsse, viel Glück
haba
Hallo haba
Vielen Dank für deine Hinweise.....werde da mit dem Architekten noch sprechen.
Die Kosten für die Pfählung sind da nicht inbegriffen, das war ein separater Posten. Ich habe es erwähnt, weil ich dachte, dass dies einen Einfluss hat auf die Baumeisterkosten z.B. muss er da vielleicht andere Dinge beachten oder ein anderer Beton nehmen?
Der Architekt war ebenso überrascht über den hohen Preis. Er hat die Preise von anderen regionalen Unternehmen genommen und einen Quervergleich gemacht. Teils war unser Baumeister tiefer als die anderen Unternehmer und teils massiv darüber, z.B. Erdarbeiten von 50000.- Fr. Danach hat unser Architekt mit dem Baumeister gesprochen und ihm unter anderem min. 5 andere Projekte vorgewiesen, welche deutlich tiefere Baumeisterkosten hatten und teils ein grösseres Haus oder eben Keller hatten. Daraufhin wollte der Baumeister mit uns sprechen aber ohne den Architekten (hatten danach das Heu nicht mehr auf derselben Bühne). Dies haben wir dann auch getan, aber eine Begründung wieso er auf diese Kosten kommt, zumindest bei den massiv teureren Arbeiten, haben wir nicht Detail erfahren.
Liebe Grüsse
Majo
Liebe Majo
Das mit den Pfählungskosten habe ich mir - im Nachgang zu vorigem Beitrag - fast gedacht. Wenn man meine Kostenschätzung nämlich vom Gesamtbetrag abzieht, kommt man auf Deine Zahlen... Falls ich es wirklich getroffen hätte, tut mir das etwas Leid, das wirkt dann nämlich seriöser als es ist.
Dass die Preise zum Teil abweichen können ist nicht so erstaunlich. Grund: Wie die Unternehmer kalkulieren. Evtl. hast Du hier einfach einen ehrlichen Unternehmer, der Dir die (ca wahren) Kosten auflistet, weil er weiss, was im LV (Leistungsverzeichnis, Devis) alles noch fehlt. Und dann ist er halt teurer, als andere. Natürlich - und das ist das gemeine - kann es genau so gut andersrum laufen: dass er dort teuer ist, wo noch viele Nachträge zu erwarten sind...
Aber um auf Deine Antwort einzugehen.
Erdarbeiten sei er massiv teuerer. Wäre es denn eine Möglichkeit, die Erdarbeiten separat zu vergeben? 50k finde ich viel dafür, dass "kein" Aushub (Keller, Tiefgarage) zu erwarten ist.
Pfählung:
Ich habe angenommen dass es für ein einfaches, kleines Häuschen ein paar Injektionsrammpfähle wären. (Falls Mikropfähle vorgesehen wären, unbedingt Unternehmervorschlag für Injektionsrammpfähle besorgen!!). Diese Arbeiten würde auch der Baumeister an einen Unterakkordanten vergeben, die kannst Du auch von (einem Spezialunternehmer) ausführen lassen - wobei sich das bei Eurer Projektgrösse kaum rechnen dürfte.
Aber: Nein, für die oben auf den Pfählen aufliegende Betonplatte benötigt er keinen Spezialbeton. Evtl. ist eine Bodenplatten-Dämmung komplizierter; evtl. muss die Sauberkeitsschicht ausgebessert werden.
Möglicherweise muss der Baumeister einen Unterbruch hinnehmen zwischen Erdarbeiten und Beginn seiner eigentlichen Baumeister-Arbeiten. Wenn er das aber im Voraus weiss, kann er das einkalkulieren und offen kommunizieren.
All das sollte aber keine grossen Zuschläge bedeuten.
Die Rolle von Eurem Architekten versteh ich aber nicht so ganz:
Andere Häuser waren deutlich günstiger... Haben denn die Baumeister genau dieser Häuser nicht offeriert? Warum nicht? Man könnte die doch offerieren lassen, wenn sie tatsächlich günstiger sind. ODER diese anderen Unternehmer haben ebenfalls offeriert... zu einem durchaus vergleichbaren Preis. Was aber bedeuten würde, dass der Preis halt doch gerechtfertigt ist (oder abgesprochen wurde) und der Architekt nicht so genau weiss, wie er Euch den hohen Preis verkaufen soll (es ist jetzt der böse, teure Unternehmer. Nicht der Arch, der anders geplant hat.)
Vielleicht produziert Euer Arch nicht so viele Häuser und die Vergleichsobjekte sind halt schon älter?
ABER. Ich will Dich hier nicht auf den Architekten hetzen, gell, Majo. Das sei ferne.
Die Erfahrung sagt, dass für eine vernünftige, +/- vollständige, verständliche Ausschreibung die (Gesamt-) Preise +/- 15% aller anbietenden betragen sollten, und auch etwa in dem Raum einer Kostenschätzung (... wobei eine KS nicht dasselbe ist wie ein Kubikmeter-Preis). Meist gibt es dann noch die Unternehmer, welche kein Interesse haben (hoher Preis) und solche die unbedingt wollen (tiefer Preis) - was sich aber in den Unternehmergesprächen recht rasch bestätigt.
Viel Erfolg
Haba