[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Ob als Rosenbegleiter, Bodendecker im Steingarten oder aparte Blütenstaude im Halbschatten- oder hochsommerlichen Staudenbeet, Glockenblumen sind nicht nur vielseitig einsetzbar, sondern auch äusserst pflegeleicht. Die Gattung umfasst mehrere hundert Arten, die weltweit verbreitet sind und die unterschiedlichsten Standorte besiedeln. Man findet sie auf Wiesen, an Wald- und Wegrändern oder an Felsstandorten im Hochgebirge bis über 2000 Höhenmeter. Hier besonders in den Alpen und im Kaukasus. Dabei handelt es sich meistens um ausdauernde krautige oder zweijährige Pflanzen die sowohl Polster bilden, als auch den Boden bedecken.[/COLOR]
Aussehen
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Der Gattungsname Campanula, der sich auf die Form der Blüten bezieht, erhielt die bereits im 16. Jahrhundert erwähnte Pflanze 1753 durch Carl von Linné. Diese sind röhren- oder glockenförmig und weisen, ausser bei gefüllt blühenden Arten, fünf Kronblätter auf. Wildformen blühen in Blau- und Violetttönen, selten auch hellgelb. Kulturformen auch in weiss, Rosa- und Rottönen. Die Blüten stehen meist in traubigen Blütenständen zusammen. Haben sich Samen gebildet, werden diese durch die vielen Löcher der Porenkapseln ausgestreut. Die Blätter sind je nach Art unterschiedlich. Auch kann eine Art unterschiedliche Blattformen hervorbringen. So bildet beispielsweise C. rotundifolia in Bodennähe eine Rosette mit herzförmigen bis fast runden Blättern, welche im Laufe der Vegetation abstirbt. Die Blätter an den aus der Rosette aufsteigenden Blütenstielen hingegen sind schmal lanzettlich. Ebenso unterschiedlich ist die Höhe der verschiedenen Arten. Von wenigen Zentimetern bis gut zwei Meter, wie es bei guter Pflege bei C. pyramidalis der Fall ist, ist alles vertreten.[/COLOR]
Verwendung und Pflege
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Wie schon eingangs erwähnt sind Glockenblumen äusserst vielseitig verwendbar, Voraussetzung ist jedoch, dass die jeweils gewünschte Wasserversorgung gewährleistet ist. Ebenso die Nährstoffversorgung, wobei sie hier mit einer im Frühjahr verabreichten Kompostgabe zurechtkommen. Aber nicht nur fürs Beet eignen sich die zarten Schönheiten, auch in Pflanzgefässen, niedrige Arten als Unterpflanzung, oder in Kombination mit Zwiebelblumen oder anderen Stauden machen sie sich gut. Nach der Blüte können die Blütenstände entfernt werden, spätestens jedoch im nächsten Frühjahr bei Austrieb. Dann kann man auch zu gross gewordene Horste teilen und neu einsetzen.[/COLOR]
Niedrige Arten und Sorten
Sie fühlen sich an durchlässigen, nahrhaften Standorten in sonniger bis halbschattiger Lage wohl, eignen sich daher ausgezeichnet zur Bepflanzung von Steingärten, Mauern oder Töpfen, wirken aber auch als Einfassung sehr hübsch. Auch halbschattige Standorte werden gut vertragen, hier fallen sie jedoch gerne den Schnecken zum Opfer.
Karpaten-Glockenblume (Campanula carpatica)
Diese immergrüne, ausdauernde Art ist seit 1770 in Kultur. Sie ist sehr standfest und erreicht eine Höhe von 15 cm bis 20 cm. Von Juli bis August zeigen sich grosse, weitgeöffnete, dunkelblaue, dunkelviolette oder hellviolette Blüten mit heller Mitte. Die Sorte ‘Karl Förster‘ wird 15 cm hoch und blüht blau, ‘Karpatenkrone‘ erreicht eine Höhe von 20 cm und zeigt silberblaue Blütenschalen und ‚‘Weisse Clips‘ mit ihren grossen, weissen Blüten wird maximal 10 cm hoch. Lavendelblau und gefüllt blüht 'Warley White'.
Zwerg-Glockenblume (Campanula cochleariifolia)
Der Name dieser Art ist vom Löffelkraut (Cochlearia) abgeleitet, da die Form der Grundblätter denen des Löffelkrauts sehr ähnlich ist. Bei uns in den Kalkketten der Alpen heimisch, liebt sie auch im Garten einen kalkhaltigen, gut durchlässigen Boden in sonniger Lage. Sie ist ebenfalls ausdauernd, krautig und breitet sich oft rasenartig aus. Die Wuchshöhe beträgt je nach Standort und Sorte zwischen 5 und 15 Zentimeter. Ihre Blütezeit erstreckt sich von Juli bis August. Es sind Sorten mit hellblauen wie auch weissen Blüten (‘Alba‘) im Handel erhältlich.
Höhere Arten und Sorten
Sonnenliebende Arten eignen sich hervorragend als Rosenbegleiter oder Rabattenpflanze. Einige Arten mögen halbschattige Standorte und kommen hier besonders in Gruppen am Gehölzrand gut zur Geltung.
Knäuel-Glockenblume (Campanula glomerata)
Diese mehrjährige Art wird auch Büschelglockenblume genannt und ist über den Kaukasus von Europa bis in den Iran anzutreffen. Sie bevorzugt einen kalkhaltigen, trockenwarmen Standort in halbschattiger Lage und kann eine Höhe von 30 bis 60 Zentimeter erreichen. Mit ihren auf kantigen Stängeln sitzenden Blütenknäuel wirkt sie besonders gut in der Gruppe. Ihre Blütezeit ist von Juni bis September.
Riesen-Glockenblume (Campanula lactiflora)
Diese sehr beliebte Art gilt ebenfalls als ausdauernd, verträgt aber keinen starken Frost. Sie stammt aus der Nordosttürkei, dem Kaukasus und dem Nordwestiran. Hier wächst sie in feuchten Wäldern, Hochstaudenfluren und auf subalpinen Wiesen von 600 bis 2500 Metern Höhe. Bei uns ist sie eine beliebte Zierpflanze in Staudenbeeten und an Gehölzrändern. Die krautige Pflanze bildet ein Rhizom und kann bis zu 150 cm hohe Blütenstände hervorbringen. An ihren Spitzen zeigen sich von Juni bis Juli zahlreiche, gestielte Blüten, die in doppelten Trauben angeordnet sind. Ihre Farbe ist je nach Sorte weiss, lavendelblau oder dunkelviolett.
Breitblättrige Glockenblume(Campanula latifolia)
Ebenfalls relativ hoch wird diese, bei uns heimisch aber auch im Himalaja wild vorkommende Art. Hier bevorzugt sie nährstoffreiche Standorte in niederschlagsreichen Krautmischwäldern und Hochstaudenfluren von bis zu 1500 Metern Höhe. In tieferen Lagen ist sie auch an Bachborden anzutreffen. Ebenfalls ausdauernd bildet sie kräftige Rhizome mit spindelförmigen, verdickten Seitenwurzeln. Zwischen Juni und August zeigen sich an 60 bis 120 cm hoch werdenden Stängeln helle blauviolette Blüten mit einer Länge von bis zu sechs Zentimetern. Die Staude eignet sich im Garten für halbschattige Lagen im Staudenbeet oder am Gehölzrand.
Marien-Glockenblume (Campanula medium)
Dabei handelt es sich um eine zweijährige Art, welche im Sommer nach der Aussaat eine Blattrosette bildet und erst im folgenden Frühsommer schieben sich die Blütenstände aus deren Mitte. Diese erreichen ein Höhe von 60 bis 80 cm und sind dicht mit kurz gestielten, bis zu 4 cm grossen Blüten besetzt. Je nach Sorte sind sie unterschiedlich blau aber auch weiss oder rosa. Die Blütezeit erstreckt sich von Mai bis Juli. Nach der Samenbildung stirbt die Pflanze ab. Sie stammt ursprünglich aus Italien und Südostfrankreich und ist heute bei uns als Bauerngartenpflanze sehr beliebt. Hier mag sie einen frischen, lockeren und nährstoffreichen Boden ohne Staunässe.
Pfirsichblättrige Glockenblume (Campanula persicifolia)
Auch sehr beliebt ist diese bei uns heimisch und ebenfalls mehrjährige Art, welche 30 bis 80 cm hoch wird. Sie kommt mit fast allen Böden zurecht, vorausgesetzt der Standort ist warm und nicht staunass. An den Stängeln zeigen sich von Juni bis August breitglockige bis zu 5 cm lange Blüten, die je nach Sorte in blau oder weiss sind und besonders gut mit Historischen Rosen harmonieren.
Punktierte Glockenblume (Campanula punctata)
Diese Art stammt aus dem fernen Osten, wo sie auf steinigen Bergwaldhängen, Sandbänken von Flüssen zu finden ist. Sie ist mehrjährig, bildet unterirdische Ausläufer und eignet sich für den Steingarten, wie auch für die Rabatte. Die Blütezeit erstreckt sich von Juni bis Juli. Dann zeigen sich an den bis zu 60 cm hohen Stängeln zu zweit oder dritt, locker angeordnete bauchige Blüten, die auf der Innenseite gepunktet sind. Im Handel sind Sorten in weiss über rosa, dunkelrot bis hin zu violett erhältlich.
Nesselblättrige Glockenblume (Campanula trachelium)
Diese imposante mehrjährige Art kann kommt i, Europa, Nordafrika sowie im Orient vor und kann bis zu 1.10 m hoch werden. Auf Grund ihrer kantigen, behaarten Stängeln und der doppeltgesägten, herzeiförmigen, ebenfalls behaarten Blätter gleicht sie im ersten Moment einer Brennnessel. Sie liebt einen feuchten, tiefgründigen Lehmboden, ist aber auch mit steinigem Untergrund zufrieden und eignet sich für Wildstaudenrabatten in sonniger Lage sowie für den Gehölzrand. Die Blütezeigt liegt im Juli und August. Dann zeigen sich bis zu 5 cm grosse, blaue Blüten in typischer Glockenform, welche gerne von Bienen und Hummeln besucht werden.
artikel vollständig sehen