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Calluna und Erica

0Antworten125Aufrufevon Redaktion · 28. November 2016letzter Beitrag vor 10 Jahren
  1. Redaktion1’197 Beiträge28. November 2016
    Dankbare Blüher im Herbst und Winter


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Ob mit den sogenannten 'Herbstzauberpflanzen' wie Hornveilchen und Chrysanthemen, Zierkohl oder den neuen Zyklamensorten, die bis zu vier Minusgraden vertragen, in Töpfen arrangiert auf dem Fenstersims oder im Hauseingangsbereich, in Kombination mit Christ- und Lenzrosen im Garten, solo als Grabbepflanzung oder zusammen mit Gräsern in Heidegärten, Eriken und Callunen vielseitig einsetzbar und bringen Farbe in die kalte Jahreszeit. Diese zeigen sie mit vielen kleinen Blütenglöckchen, die zahlreich an den einzelnen Trieben erscheinen. Je nach Pflanzen- und Topfwahl entstehen die unterschiedlichsten Herbststimmungen. Eine besondere Dynamik erzielt man, wenn eine Art in verschiedenen Farben in Holz- oder Terrakottakistchen gepflanzt wird. Weisse Sorten zeigen sich besonders elegant in edlen Zink- oder Porzellangefässen. Auch die Floristen haben sie für sich entdeckt, lassen sich doch zusammen mit, Moos, Immergrünem, getrockneten Fruchtständen, Beerenschmuck oder den letzten Rosen aus dem herbstlichen Garten edle Arrangements oder Kränze kreieren.[/COLOR]



    Calluna vulgaris: Die Besenheide benötigt ein sandig-humoses Erdsubstrat mit leicht saurem pH-Wert.


    Besenheide (Calluna vulgaris)


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Bei der Besenheide, auch Heidekraut genannt, handelt es sich um einen immergrünen Zwergstrauch, der als einziger dieser Gattung mit Erica nah verwandt und vorwiegend in kälteren Gebieten Nordeuropas heimisch ist. In der norddeutschen Lüneburger Heide bedeckt sie übrigens ganze Landstriche. Ihre weissen bis purpurfarbenen, kleinen glockenförmigen Blüten stehen dicht an dicht an den Zweigen. Im Winter verfärbt sich das feine Laub zunehmend dunkelpurpurn oder braun. Die Wildform blüht vom Sommer bis zum Herbst blassrosa bis purpurrot, gelegentlich auch weiss. Sie ist breitwachsend und kann eine Höhe von bis zu 90 cm erreichen. Für die Topf- oder Grabbepflanzung eignen sich vorwiegend Zuchtformen mit zwergigem Wuchs, die schön kompakt bleiben. Mittlerweile sind über 1000 Sorten erhältlich, wobei bei der Züchtung auf leuchtende Farben, eine späte und lange Blüte sowie Widerstandsfähigkeit gegen Pilzkrankheiten und Frost gesetzt wird.1974 nahm sich der norddeutsche Züchter Kurt Kramer der Art an. Die ersten Sorten glichen noch sehr den Heidesorten der Wildheide. Die Blüten waren einfach und zeigten bereits ab Mitte Juni Farbe, die Blühdauer war relativ kurz. Gefüllt blühende Sorten blühten ab August bis spätestens Ende Oktober. Der erste grosse Erfolg war ein weisser Knospenblüher mit dem Namen 'Melanie', der 1991 geschützt wurde. Die Blüten der Knospenheide zeigen sich deutlich später, sie öffnen sich jedoch nicht und können so auch nicht verblühen. Daher bleiben sie, vorausgesetzt, der Wurzelbereich wird regelmässig feucht gehalten, über mehrere Wochen attraktiv. Im Fachhandel und Gartencentern sind mittlerweile resistente und bis in den Winter ihre Frische bewahrende Pflanzen unter der Marke 'Gardengirls erhältlich. Abgesehen von Weiss, welche auch die Sorte 'Alicia' trägt, reicht die Farbpalette über das klassische Rosa, eine bekannte Sorte ist 'Anette' bis hin zu kräftigen Rottönen wie bei 'Aphrodite' oder 'Amethyst'. Auch gelblaubige Sorten wie 'Theresa' oder 'Sandy' sind erhältlich, mit denen lebhafte Kontraste garantiert sind. Ein weiterer Pluspunkt ist die gute Winterhärte, halten sie doch problemlos Fröste bis -10°C aus. Reizvolle Heidegärten entstehen mit Knospenheide in Kombination mit Calluna–Wildformen, Gräsern, Zwergkoniferen, Wurzelstöcken oder Felsbrocken. Für eine dauerhafte Pflanzung sollte der Standort sonnig, der Boden leicht feucht, die Besenheide verträgt trockene Füsse überhaupt nicht und möglichst sandig-humos mit leicht saurem pH-Wert (4-5) sein. Damit die Pflanzen kompakt bleiben und im Herbst wieder blühen, werden sie regelmässig nach der Blüte im Frühjahr zurückgeschnitten. Die Vermehrung ist nicht ganz einfach. Erfolgversprechend ist das Anhäufeln der Pflanzen mit Erde oder das Absenken der Zweige in die Erde. Im untersten Bereich der bedeckten Zweige bilden sich mit der Zeit Wurzeln. Sind diese kräftig genug, werden die bewurzelten Zweige von der Mutterpflanze abgetrennt und neu gepflanzt. Ein Rückschnitt der Jungpflanzen so wie regelmässiges Entspitzen fördert einen buschigen Wuchs.[/COLOR]



    Erica carnea: Die Schnee


    Die Schneeheide (Erica carnea)


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Diese frostharte Art, auch Winterheide genannt, stammt aus den Gebirgen Mittel- und Südeuropas. Wie auch die Besenheide gehört die Schneeheide zu der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae), sie wächst jedoch, im Gegensatz zur Besenheide, auf Kalkböden. Im Garten bevorzugt sie einen sonnigen Standort in feuchtem Boden. Hier wirkt sie in Gruppen gepflanzt besonders schön, sie lässt sich aber auch wunderbar mit niedrigen Zwiebelblühern und Christ- oder Lenzrosen vergesellschaften. Dabei bildet die Winterheide mit der Zeit ausgedehnte, etwa 30 cm hohe Halbsträucher mit dicht zusammenstehenden Zweigen. In milden Winter bereits ab Dezember zeigt sie ihre kleinen, urnenförmigen Blüten mit hervortretenden, dunkleren Staubgefässen. Die Farbpalette reicht von Weiss bis Purpurrosa. Die Blüte dauert bis Ende März und ist eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten. Damit diese über Jahre garantiert ist, sollten die Pflanzen ebenfalls nach der Blüte zurückgeschnitten werden. Bekannte Sorten in Weiss sind 'Schneekuppe' mit einer Blüte von Dezember bis April oder 'Winter Beauty' die in Rubinrosa von Dezember bis März. Natürlich kann die Schneeheide, ebenso kombiniert wie die Besenheide, problemlos als Topfpflanze gehalten werden. Bereits Anfang Oktober sind blühende Pflanzen im Fachhandel erhältlich. Übrigens: Die Schneeheide ist zwar kalkliebend, passt sich aber gut an saure Böden an und eignet sich daher auch als Bereicherung für Heidegärten.Die Vermehrung erfolgt wie bei der Besenheide.[/COLOR]



    Erica gracilis: Besonders edel wirkt die Glockenheide in einer Blechamphore.


    Die Glockenheide (Erica gracilis)


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Nebst der Besen- und Schneeheide ist auch die Glockenheide erhältlich. Der niedrige Strauch stammt aus Südafrika, wo er als niedriger, ausladender Strauch wächst. An den feinen Seitenästchen sitzen schmale, hellgrüne Blätter. Vom Oktober bis November zeigen sich eine Vielzahl an rosafarben Blüten, die etwasgrösser als die der Besen- und Schneeheide sind. Da die Glockenheide nur kurzzeitig einige Minustemperaturen verträgt, eignet sie sich besser für die Topfkultur. Dabei benötigt sie ein saures, humoses Erdsubstrat und kalkfreie Wassergaben. Nach dem Abblühen lohnt sich eine Weiterkultur normalerweise nicht, wer sie jedoch trotzdem nicht wegwerfen mag, gibt ihr ein helles Winterquartier mit Temperaturen um 5°C, wobei auch hier der Wurzelballen keinesfalls austrocknen darf.[/COLOR]



    Knospenheide: Zart umspielen die Triebe der Knospenheide weisse Zyklamen

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