[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Früher wurde sie für mörderische Absichten genutzt, heute rettet sie Leben die immergrüne Eibe. Vielseitiger, aber auch zwiespältiger ist wohl kaum eine andere Pflanze in der Schweiz.Im Mittelalter war das Eibenholz sehr beliebt für die Herstellung von Waffen wie zum Beispiel des Langbogens oder der Armbrust. Zwischen Eibe und Bogen gibt es einen so engen Zusammenhang, dass im Griechischen nur ein Wort für Eibe und Bogen verwendet wird: "toxon". Auch der medizinische Fachbegriff "toxisch" für "giftig" stammt vom griechischen Wort für Eibe ab. Das mit gutem Grund: Fast alle Teile der Eibe sind giftig - auch für den Menschen. Besonders aber für Pferde. Wiederkäuende Tiere wie Kühe und Rehe können die Giftstoffe hingegen verdauen. Menschen setzten die Eiben-Gifte seit unbestimmter Zeit zu ihrem Nutzen ein zum Beispiel als Pfeilgift. Wer in den Eiben nun aber nur Gift und Pfeilbogen sieht, tut dem vielseitigen Gewächs Unrecht: Heute hilft die Eibe Leben retten. Moderne Krebsmedikamente enthalten unter anderen den Wirkstoff "Taxol", der aus der Rinde der Eibe gewonnen wird.[/COLOR]
Beinahe ausgerottet
Infolge der vielen Kriege wurde die Eibe beinahe ausgerottet und konnte sich nicht mehr von dieser Übernutzung im Mittelalter erholen. Auch andere Gründe tragen aber zu ihrer heutigen Seltenheit in Wäldern bei. "Pferdehalter und Fuhrleute haben die Eibe wegen ihrer Giftigkeit für die Pferde systematisch ausgerissen", sagt Marcus Ulber, Waldexperte bei Pro Natura, "und heutzutage stellt der Wildverbiss eine grosse Gefahr für die Naturverjüngung dar." Heute sieht man Eiben häufig in Gärten und besonders auf Friedhöfen.
Nicht von dieser Welt?
Eiben scheinen dank ihrer gedrungenen Gestalt etwas Mystisches an sich zu haben. Sie sind daher auch in vielen Sagen von Bedeutung, in denen sie böse Dämonen vertreiben und den Weg in die Unterwelt säumen. Fast könnte man denken, die Eibe habe sich zu uns verirrt. Eiben sind anders als andere einheimische Nadelhölzer. Sie bilden zum Beispiel keine Zapfen und besitzen auch keine Harzkanäle. Zusammen mit verwandten Arten in Asien und Nordamerika bildet die Eibe eine eigenständige Familie.
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