[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Der im Orient beheimatete Granatapfel (Punica) gehört zu einem der wichtigsten Begleiter der Menschheit. Seit Urzeiten gilt er als Symbol für Leben und Fruchtbarkeit, aber auch für Macht, das Blut und den Tod. In der griechischen Mythologie galt er als 'Frucht des Lebens' und wurde Hades und Persephone zugeschrieben, beide Gottheiten der Unterwelt. Der Trojaner Paris beendete einen Streit zwischen Aphrodite, Athene und Hera, wer denn nun die schönste von Ihnen sei, in dem er Aphrodite einen Granatapfel überreichte. Sie wurde auf Abbildungen oft mit einem Granatapfel in der Hand abgebildet, dem Symbol für Fruchtbarkeit und ewiger Liebe. Auch auf Zypern spielt die Frucht noch heute bei Feiern zu Ehren der Göttin eine Rolle, die laut Überlieferung aus dem Orient kommend den ersten Granatapfelbaum auf der Mittelmeerinsel pflanzte, den 'Baum des Lebens und der Erkenntnis'. Heute noch wird ein Granatapfel vor die Haustür eines frisch vermählten Paares geworfen, in der Hoffnung, dass dieses mit Fruchtbarkeit gesegnet würde. Je mehr Samen aus der zerspringenden Frucht treten, desto grösser der Kindersegen. Nicht nur in Zypern, auch in China gilt der Granatapfel seiner vielen Kerne wegen als Symbol für Kinderreichtum und Fruchtbarkeit. Der Granatapfel wird auch im Alten Testament und im Koran erwähnt. Laut Überlieferung soll er 613 Kerne enthalten, genau so viele Gesetze wie im Alten Testament. In der kirchlichen Symbolik kann der Granatapfel für die Gemeinschaft der Gläubigen stehen. Zudem ist er Symbol des Priesterstandes, da er in seinem harten Schalenmantel reiche Frucht trägt. So taucht er auch in vielen mittelalterlichen Tafelgemälden auf, wie zum Beispiel auf dem 1517 bis 1519 geschaffene Gemälde von Matthias Grünewalder, worauf dem Jesuskind von Maria ein Granatapfel überreicht wird.Der Granatapfel gehört zu den Weiderichgewächsen und ist mit zwei sommergrünen Arten vertreten, wovon die eine, 'Punica granatum', ihrer essbaren Früchte wegen kultiviert wird. Die lateinische Bezeichnung 'Punica' stammt von den Phöniziern, einem Volk der Antike, das auch Punier genannt wurde. Die zweite Bezeichnung ist auf 'granae' zurückzuführen, welche Kerne oder Körner bedeutet.[/COLOR]
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Seine Heimat ist der Orient, wo er als Symbol der Unsterblichkeit und Sinnlichkeit gilt. Wie der deutsche Name sagt, handelt es sich hier um einen Baum, der übrigens einige hundert Jahre alt werden und eine Höhe von bis zu 5 Metern erreichen kann. In den Ländern ums Mittelmeer wie auch in Indien, Amerika und auf den Karibikinseln wird der Granatapfel oft als Strauch kultiviert. Die rotbraunen bis grauen Zweige zieren gegenständige, glänzende, schmale Laubblätter, die bis zu 10 cm lang werden können. Im Frühjahr bilden sich glockenförmige, je nach Sorte, rote, orange, hellgelbe oder gar weisse Blüten, die geöffnet eine Vielzahl an gelben Staubbeuteln zeigen. Die Blütezeit erstreckt sich vom Frühjahr bis in den Sommer. Anschliessend bilden sich erst grüne, apfelähnliche Früchte, die sich dann allmählich rot verfärben. Erhältlich sind sie ab September bis Dezember in der Früchteabteilung von Supermärkten und Feinkostgeschäften. Voll ausgereift hat die Frucht einen Durchmesser von ca. 10 Zentimetern. Ihre Schale ist hart und glänzend. Bricht man sie auf, kommen viele rote Kerne zum Vorschein. Dazu halbiert man den Apfel quer.[/COLOR]
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Wo das harte, nicht essbare Gewebe am Rand sehr dick ist, wird es mit einem Messer einen halben Zentimeter tief eingeschnitten. Nun lassen sich die Kammern mit den bis zu einem Zentimeter grossen, weichen und von einem roten bis rosafarbenem, saftigen und glasigen Mantel umgebenen Kerne problemlos auseinanderbrechen. Sie schmecken säuerlich bis fruchtig süss, sollten sofort verzehrt werden und eignen sich wunderbar zur Dekoration von Desserts, zu Wild oder Geflügel und harmonieren ausgezeichnet mit winterlichen Salatkreationen. Die Äpfel können auch durchgeknetet werden. Anschliessend wird ein Loch in die Schale gebohrt und der Saft vorzugsweise direkt in den Mund gepresst. Granatapfelsaft ist jedoch auch im Fachhandel erhältlich. Schale und Saft wird übrigens seit Jahrhunderten zum Färben von Wolle für Orientteppiche verwendet. Wird die Frucht gekocht erhält man einen pechschwarzen Auszug. Granapfelkernen wird ein günstiger und verjüngender Einfluss auf die Gesundheit wie auch auf das Hautbild zugeschrieben. Sie enthalten vor allem grössere Mengen an Flavonoiden und Phenolsäuren, die wichtig für die Zellregulation unseres Körpers sind, sowie wertvolle Phytoöstrogene, natürliche, dem körpereigenen Östrogen sehr ähnliche Vitalstoffe, die besonders während und nach den Wechseljahren den Stoffwechsel positiv unterstützen. Sie können bei Hitzewallungen, Schweissausbrüchen, Erschöpfung, Müdigkeit, nachlassender Leistungskraft, Entzündungen, Trockenheit der Haut und Schleimhäute hilfreich sein. Ausserdem sind die Früchte reich an Kalium, Phospor, Vitamin B1, B2, C, Kalzium, Magnesium, und Eisen. Neben dem Saft wird auch Granatapfelkernöl gewonnen, das vor allem im kosmetischen Bereich eingesetzt wird. Bei uns wird vorwiegend die Zwergform Punica granatum 'Nana' als Kübelpflanze angeboten. Diese erreicht gerade mal eine Höhe von knapp einem Meter. Sie bevorzugt ein lehmiges, humoses Substrat, das zusätzlich kalkhaltig sein sollte. Während des Wachstums bis Anfang August wird reichlich gegossen, Staunässe sollte jedoch unbedingt vermieden werden. Einziger Schädling sind Blattläuse. Da die Pflanze bei uns nicht winterhart ist, bedarf es zur Überwinterung einen frostfreien, aber kühlen, hellen Raum mit mässigen Wassergaben. In unserem Klima bilden sich nur unter sehr günstigen Bedingungen Früchte.[/COLOR]
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