Gibts für Rosen auch ein Lebensalter? /emoticons/default_icon_redface.gif
Eine Bekannte hat viele verschiedene Rosen im Garten übernommen (Teehybriden, Polyantha, Kletter- und Strauchrosen) beim Kauf ihres Hauses. Die Rosen sind vor ca 25 Jahren gesetzt worden und seit zwei, drei Jahren sehen die Pflanzen immer "mikriger" aus /emoticons/default_icon_cry.gif trotz gleicher Pflege.
Kann das am Alter der Pflanzen liegen?
Melissa
Hallo Melissa
Rosen können sehr alt, ja sogar uralt werden. Dies bedingt jedoch einen gut gewählten Standort, einen gut vorbereiteten Boden, sowie eine optimale Pflege durch die Jahre hindurch, wobei hier der richtige Schnitt das A und O ist. Wichtig ist, das dabei laufend altes Holz entfernt wird, wodurch die Rose dazu angeregt wird, immerzu neue Triebe an der Basis zu bilden und somit laufend selbst verjüngt. Dies ist besonders bei den Modernen Rosen wichtig, also bei denen, die Du aufgezählt hast.
Ich kenne Gärten, in denen siebzig-, achtzig-, ja sogar hundertjährige Rosen stehen.
Historische Rosen und Wildrosen, die Ausläufer bilden, wie z.B. Gallica- oder Portlandrosen verjüngen sich selbst. Sie laufen dem Alter buchstäblich davon. Wichtig ist aber auch hier, das altes Holz laufend an der Basis entfernt wird und die eingangs erwähnten Voraussetzungen gewährleistet sind.
Es gibt aber auch Rosen, die sortenbedingt einfach nicht uralt werden können. Oft sind es Liebhabersorten, wie wir sie bei Teehybriden oder Beetrosen finden, aber auch die Englische Rosen und Hochstammrosen. Wenn diese ein Alter von Zwanzig- bis Fünfundzwanzig Jahren erreichen, dann ist das wirklich ein hohes Alter. Hier sollten wir dankbar für ihren Blütenreichtum sein, mit dem sie uns durch all die Jahre erfreut haben.
Nun ist es auch oft so, dass sich das Umfeld der Rose mit den Jahren verändert. Das heisst, Bäume und Sträucher geben wachstumsbedingt mehr Schatten. Da folglich auch das Wurzelwerk an Volumen zunimmt, konkurrenziert dieses mit den Rosenwurzeln. Folglich leidet die Rose, ohne das wir dies zu Beginn gross wahrnehmen. Auch kann im Boden durch andere Veränderungen, wie Erdbewegungen oder Bauten plötzlich Staunässe entstehen. Dies führt oft dazu, dass Rosen sich nach vielen Jahren gesundem und üppigem Wachstum plötzlich verabschieden.
Im umgekehrten Fall können Rosen, die jahrelang in offener Lage gut gedeihen, durch Errichten von Bauten, im Sommer unter Hitzestau leiden, wodurch oft vermehrt Krankheiten, wie Sternrusstau oder Mehltau auftreten. Aber auch Spinnmilbeninvasionen können hier die Folge sein.
Es Grüessli und ä schöni Oschtere
Brigitte
Liebe Brigitte
Vielen Dank für deine lange und ausführliche Antwort. Ich habe sie sofort ausgedruckt und weitergegeben.
Wahrscheinlich liegts an der Lage (Veränderung der Umgebung) und auch an den Sorten. Die Stöcke treiben zwar immer wieder aus, aber eben, einige davon immer schwächer.
Melissa