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Bauen & Sanieren

Ein Carport richtig bauen in der Schweiz

Ein Carport ist ein Must-have für Hausbesitzer, wenn sie ihren Wagen vor Witterungseinflüssen wie Regen, Schnee oder auch Hagel und UV-Strahlung schützen möchten. Im Gegensatz zu einer Garage hat der Carport den Vorteil, dass durch die permanente Luftzirkulation der Wagen schneller abtrocknet und so Rost kaum eine Chance hat.

Redaktion23. September 20264 Min. Lesezeit

Holz-Carport mit Satteldach vor einem Einfamilienhaus

Darüber punktet der Unterstand auch durch geringere Baukosten, flexible Gestaltungsmöglichkeiten wie auch die optische Anpassung an die Fassade. Aber nichtsdestotrotz ist die Planung der Überdachung entscheidend, zumal es auch Vorgaben wie technische Anforderungen oder rechtliche Vorschriften gibt, die unbedingt eingehalten werden müssen, um den Rückbau zu vermeiden.

Rechtliche Vorgaben und Kantonsrecht für den Bau eines Carports

Wer in der Schweiz ein Bauwerk errichtet, benötigt in der Regel auch die entsprechende Baubewilligung. Dies gilt unter anderem auch für überdeckte Abstellplätze für Autos. Welches konkrete Verfahren hier jedoch einzuhalten ist, hängt natürlich vom jeweiligen Kanton ab. Die unterschiedlichen Kantone und Gemeinden haben verschiedene Bau- und Zonenordnungen, die bei der Gemeinde natürlich angefragt werden können. In einigen Regionen gibt es sogar vereinfachte Meldeverfahren, wenn es sich um ein kleineres Bauvorhaben handelt. Allerdings müssen hier bestimmte Abmessungen wie auch eine Gesamthöhe eingehalten werden, um davon zu profitieren. Bei der Anschaffung von hochwertigen Carports ist es daher äusserst ratsam, bereits im Vorfeld die genauen Herstellermasse und Konstruktionspläne bereit zu haben, um diese beim zuständigen Bauamt einzureichen.

Abstände und das formelle Baugesuch in den einzelnen Kantonen

Vor der Vergabe ist es zwingend notwendig, dass die gesetzlichen Grenzabstände zu den Nachbargrundstücken abgemessen werden. Denn sollte dieser Mindestabstand unterschritten werden, muss der Bauherr das schriftliche Einverständnis des Nachbarn einholen, um den Carport so zu bauen, wie er es möchte. Dieses Einverständnis muss darüber hinaus auch in der Regel im Grundbuch eingetragen werden. Des Weiteren sind die Abstände zu bestehenden Hauptgebäuden einzuhalten, um den Brandschutz zu gewährleisten. Ein weiterer Punkt ist, dass einige Gemeinden die überdeckte Abstellfläche der Ausnutzungsziffer an das Grundstück anrechnen. Allerdings umfasst das eigentliche Baugesuch in der Regel das offizielle Formular, den Katasterplan, auf dem das Projekt eingezeichnet ist, sowie eine detaillierte Bauzeichnung im Massstab 1:100. Gleichzeitig muss der Bauherr auch Angaben zur geplanten Entwässerung einreichen.

Das Fundament und der Schutz vor Feuchtigkeit

Eine zwingende Voraussetzung ist natürlich eine stabile und dauerhaft tragfähige Basis, die die Langlebigkeit des Carports garantiert. Beim Bau eines Carports kommt in den meisten Fällen ein Punktfundament zum Einsatz. Bei diesem Fundament werden einzelne Löcher mit einer Tiefe von mindestens 80 bis 100 Zentimetern ausgehoben, damit die regionale Frostgrenze sicher unterschritten werden kann. Hier werden dann solide H-Pfostenträger einbetoniert, die im Grunde eine Schnittstelle zwischen dem Beton und den vertikalen Stützen sind. Sie verhindern zum einen den direkten Kontakt des Materials mit der feuchten Erde und zum anderen schützen sie das Material so vor Verrottung und Korrosion. Als Alternative kann bei gepflasterten Flächen auch eine durchgehende Betonplatte verwendet werden.

Bei Schnee und starkem Wind entscheidet die Statik

Insbesondere in der Schweiz sind die topografischen Unterschiede gross und die Wetterbedingungen schwanken enorm. Dies spielt natürlich eine entscheidende Rolle bei der statischen Bemessung der Trägerkonstruktion. Da die Schweiz in verschiedene Schneelastzonen unterteilt ist, muss bei der Berechnung beachtet werden, dass die Dachkonstruktion in alpinen Regionen ein Vielfaches des Gewichts tragen muss, was im Flachland eher weniger der Fall ist. Doch auch die Windeinflüsse sollten bei der Berechnung nicht unterschätzt werden, da offene Unterstände eine besonders grosse Angriffsfläche von unten bieten. Aus diesem Grund ist die Verankerung im Boden besonders wichtig, damit diese auch starken Zugkräften ohne Probleme standhalten kann.

Was soll es denn sein? Holz oder Metall?

Bei der Wahl des Baumaterials stehen meist Holz, Aluminium oder verzinkter Stahl auf der Liste. Je nach Material wird nicht nur der Pflegeaufwand, sondern auch die Optik beeinflusst. Holz ist in der Regel der klassische Baustoff, der sich sehr harmonisch in die naturnahe Umgebung einfügt. Häufig werden dabei widerstandsfähige Nadelhölzer wie Fichte, Tanne oder Lärche als Leimholz verwendet, da diese Hölzer sehr formstabil sind. Allerdings benötigt Holz auch einen regelmässigen Schutzanstrich, um einer Verwitterung vorbeugen zu können. Aluminium und Stahl punkten vor allem durch die extreme Witterungsbeständigkeit und eine moderne Optik. Sie verziehen sich nicht, der Wartungsaufwand ist äusserst gering und darüber hinaus ermöglichen sie eine sehr schlanke Tragwerkstruktur bei grossen Spannweiten.

Weisses Flachdach-Carport mit Seitenwand neben einem modernen Einfamilienhaus
Flachdach-Carport am Einfamilienhaus. Bild: easycarport.ch

Dachformen und Zusatzfunktionen beim Carport

Die Dachform ist entscheidend und hierbei kommt es natürlich auch auf den Geschmack an. Das Flachdach ist beim Carport der Klassiker, der zudem auch noch mit einer Photovoltaikanlage versehen werden kann. Hierbei ist jedoch eine minimale Neigung von mindestens zwei Prozent erforderlich, damit das Regenwasser abfliessen kann. Das Pultdach hingegen leitet das Wasser problemlos zur Seite ab und das Satteldach bietet eine besonders hohe Tragkraft bei Schneelasten. Für das Dach kommen darüber hinaus Trapezbleche, lichtdurchlässige Doppelstegplatten oder auch die klassischen Dachziegel zum Einsatz. Mit einem integrierten Entwässerungssystem wird dann noch das Regenwasser kontrolliert abgeleitet. In Kombination mit einer Solaranlage und einer Wallbox kann der Carport so auch bequem zum Laden von Elektrofahrzeugen dienen.

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