wir planen, eine stahlbehälter bauen zu lassen: 40 x 40 x 400 cm. darin möchten wir wasser haben, inkl. wasserpflanzen. da es in diesem bereich des gartens keinen stromanschluss hat, habe ich ein paar fragen. ob uns da jemand helfen kann?
das wasser im behälter (= ca. 640 Liter) wird unbewegt sein, kein filter, keine pumpe. geht das? oder 'fault' das wasser...?
der behälter wird im sommer ca. 3 - 4 stunden besonnt, die wassertemperatur wird im stahlbehälter wohl rascher steigen als in einem teich. ist das ein problem?
was gilt es im zusammenhang mit der wassererde zu beachten?
wer hat erfahrung mit wasser in behältern dieser grösse gemacht, wer hat uns tipps? wir freuen uns über jede antwort - vielen dank im voraus
danke für den Link! Spannend: ich habe mich auch in einem andern Gartenforum angemeldet und eine Antwort von einem erfahrenen "Wasser-Gärtner" erhalten:
Sorry, ich war beruflich sehr angespannt (arbeite bei Airbus...). Du bist exakt auf dem richtigen Weg: Wasserpflanzen, so viele wie möglich, keine Pumpe oder sonstigen Firlefanz, keine "Mittelchen", aber auch keinerlei Dünger oder Fische.
Das Wasser "fault" nur dann, wenn sich bei völligem Fehlen von Sauerstoff anaerobe Bakterien entwickeln. Die gedeihen in einer Umgebung, die für alle anderen Lebewesen tödlich ist. Der Teich "kippt" und stinkt nach Schwefelwasserstoff. Das ist allerdings bei ausreichendem Pflanzenbesatz nie der Fall, da Pflanzen kein O2 benötigen: Sie brauchen vielmehr CO2, das aus der Luft ins Wasser eingetragen wird und geben sogar Sauerstoff ab. Da CO2 (in der Verbindung mit Wasser: Kohlensäure) ausserordentlich flüchtig ist, sorgt eine Pumpe nur dafür, dass den Pflanzen das lebensnotwendige CO2 fehlt. Deshalb ist absolut korrekt: Reichlich Pflanzen, keine Pumpe.
Ein paar Dinge solltest Du aber beachten:
Wasser hat eine enorme Sprengkraft, wenn es gefriert. Das vorgesehene Becken sollte deshalb halbrund oder mit stark abgeschrägten Seiten versehen sein. Wenn das nicht geht, würde ich das Becken vor dem Eisetzen des Frostes komplett entleeren.
Die Gefahr einer Mückenplage sehe ich erstmal nicht, Mücken gedeihen vor allem in einer Umgebung, die für alle anderen Lebewesen lebensfeindlich ist.
Man darf den enormen Ausdehnungsdrang der Pflanzen nicht unterschätzen: 40 cm sind schnell zugewuchert. Deshalb alle Pflanzen in Pflanzkörbe setzen und diese regelmässig von "ausbrechenden Pflanzen befreien. Man kann, was herauswuchert, einfach mit einem scharfen Messer absäbeln (reserviere Dir ein altes Brotmesser etc. dafür). Seerosen (sog. "Zwerge") setzt man in geschlossene Gefäße, da sie stark gedüngtes Substrat benötigen.
Und damit sind wir auch bei der sog. "Teicherde" angelangt, wieder ein bösartiger Marketing-Trick: Diese Erde ist sehr gut geeignet (aber eben auch nur dafür), Seerosen in ihre geschlossenen Gefässe zu setzen. Selbst das kann man sich aber noch sparen, weil Seerosen am besten in reinem Lehm gedeihen, in den man Langzeitdünger tief hineindrückt. Heisst "Osmocote" und wird von vielen Anbietern auf den Markt gebracht. Als Substrat für die anderen Pflanzen nimmt man entweder reinen Sand oder sog. Verlege-, Fugen- oder auch Spielsand. Diese haben einen geringfügigen Lehmanteil. Sand oder feiner Split tut es aber auch. Wissen muss man, dass Wasserpflanzen die Wurzeln nicht zur Nahrungsaufnahme benötigen, sondern nur, um sich zu verankern. Die Nahrung kommt - siehe CO2 - aus dem Wasser !
Zur Auswahl der Pflanzen: Ich denke, in der Schweiz friert ein 40 x 40 cm Becken in jedem Winter komplett durch. Entweder, man nimmt Wasserpflanzen (und das sind viele), die das problemlos vertragen. Oder man nimmt die Pflanzen samt ihren Behältnissen heraus, sobald sie eingezogen haben, und setzt sie kalt und dunkel in Maurerkübel, um sie zu überwintern. Gelegentlicher Frost ist dann OK, aber sie sollten nicht über Wochen und Monate durchfrieren.
Ich wünsche Dir bei Deinem Vorhaben viel Erfolg. Wenn Du Fragen hast, jederzeit gern !
Beste Grüsse
Stefan
Hier zwei Edelstahlbehälter der Marke-Eigenbau. /emoticons/default_biggrin.png Da der Edelstahl sich nicht auf die Brunnenwiese anpasste, wurde eine Rotbuchenhecke hinzu gepflanzt. In den Behältern kann sich das kalte Brunnenwasser von der Sonne erwärmen. /emoticons/default_biggrin.png MfG aus der Nordeifel Helene und Josef.
1 Anhang
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Hallo Res
Aus Deinen Erläuterungen nehme ich an, dass der Wasserkanal, wie Du ihn Dir vorstellst, eingegraben ist und einen architektonischen Akzent in Deinem Garten setzen soll. Dass heisst, er soll in erster Linie gut sichtbar sein, die Pflanzen spielen, eine zwar wichtige, aber eher zweitrangige Rolle. Damit dieser bei einer eher mässigen Bepflanzung auch einwandfrei funktioniert, bedarf es einer Pumpe. Es gibt übrigens auch Solar-Teichpumpen, die sind zwar etwas teurer, man muss jedoch keine Stromkabel verlegen. Ohne Pumpe werden sich, meiner Erfahrungen nach, unweigerlich Probleme (Algen) einstellen, denn für ein gut funktionierendes Biotop (ohne Pumpe) benötigt es eine Wasserfläche von mindestens 5 m2 und er müsste auch deutlich tiefer sein, mindestens 80 cm, damit er im Winter nicht ganz durchfiert. Je kleiner ein Biotop ist, je anfälliger wird es auch. Zusätzlich bedarf der Behälter einer guten Pflege. Bei der Pflanzung würde ich auf Teicherde verzichten, besser sind Sand, Splitt oder Rundkies. Wichtig zu wissen, bei nur 40 Zentimeter Tiefe kann, je nach Lage, der Kanal im Winter durchfrieren. Daher müssten im Spätherbst die Pflanzen entfernt, hier empfiehlt es sich, diese in Körbe zu setzen und das Wasser abgelassen werden.
Zum Schluss möchte ich noch an die kleinen Tiere, wie z.B. Igel erinnern, es kann sein, das ein solcher ins Wasser fällt, man sollte ihnen daher einen Ausstieg schaffen.
Daniel
Lieber Daniel - danke auch dir für die Inputs. Wie du siehst (oben), sind die Meinungen betr. Pumpe geteilt. Ich werde es ganz sicher zuerst einmal ohne versuchen. Das Becken ist bestellt, in zwei Wochen wird es in den Garten gestellt.
Der Behälter wird nicht im Boden 'verschwinden'. Nur ca. 5 cm, damit er gut steht (der Gärtner macht eine Kies-Fundament). Der hintere Pflanzkübel (wohl mit Chinaschilf) ragt ca. 45 cm aus dem Boden, der vordere Wasserbehälter ca. 35 cm. Der gewählte Rohstahl wird also Rost ansetzen - das gefällt uns sehr.
Ich werde wie schon empfohlen keine Erde, sondern Steine auf dem Grund des Wassers einsetzen. In den nächsten Tagen werde ich mich nun vermehrt mit der Wahl der Wasserpflanzen auseinandersetzen. Freue mich auf Tipps! Zur Wasserwahl habe ich auch noch eine Frage: im Behälter werden sich schlussendlich ca. 1000 liter Wasser befinden. Soll ich die Erst-Füllung mit Regenwasser vornehmen? Wir leben in einer Gegend mit sehr hartem Wasser (ca. 35 Härtegrade), setzen im Haus aber enthärtetes Wasser (ca. 10 Härtegrade) ein. Was eignet sich am besten?
Hey Res
Zum Glück sind nicht alle gleicher Meinung und Schritt für Schritt zu gehen ist sicher ein guter Weg.
Zur Wasserwahl: Wenn immer möglich, würde ich Regenwasser verwenden, das mit Teichwasser geimpft wird. 20 – 30 Liter sollten hier reichen. Es kann jedoch dauern, bis der Kanal voll ist, es sei denn, Ihr habt einen Regenwassertank. Sonst würde ich normales Wasser nehmen, also nicht entkalktes, da hier auch die Mineralstoffe herausgelöst werden.
Liebe Grüsse und viel Erfolg Daniel