Die unbekannten Aliens!
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Wanzen gehören zu der grossen Gruppe der Insekten. Auf der ganzen Welt sind sie in der unglaubliche Zahl von fast 40‘000 Arten bekannt, wovon bei uns in Europa über 1000 Arten heimisch sind. Die Vielfalt an Formen und besiedelten Lebensräume ist enorm gross. Es gibt neben räuberischen Arten, die für das niedrig halten der Populationen gewisser Schädlinge wichtig sind, auch für Pflanzen und sogar Menschen schädlich Spezien. Bekannt für Letzteres ist zum Beispiel die menschenparasitische Bettwanze (Cimex lectularius).[/COLOR]
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Im Garten findet man die Wanzen an den verschiedensten Orten. Sie besiedeln am liebsten offene, leicht schattierte bis sonnige Orte. Dazu gehören Blumen- und Staudenbeete, Sträucher und Waldränder, Wiesen und Waldlichtungen, ja sogar Sümpfe und Gewässer wie es sich anhand der Wasserwanze, Wasserläufer und Wasserskorpione zeigt ([/COLOR]
siehe unseren Artikel „Was lebt am Tümpel, Bach und Weiher?)[COLOR= rgb(0, 0, 0)]. Im Jahre 2007 wurde sogar eine Wanze als Insekt des Jahres gewählt, die bunte Ritterwanze (Lygaeus equestris).[/COLOR]
Die Larven der Wanzen tragen noch keine Flügel und sind oft hübscher gefärbt als die Alttiere.
Die meisten Wanzen (hier die Hellbraune Glasflügelwanze (Rhopalus subrufus), paaren sich Ende gegen Ende (im Bild oben das Weibchen, unten das Männchen)
Lebensweise
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die meisten Wanzen sind Pflanzensauger und haben einen Saugrüssel. Sie gehören zu den Schnabelkerfen, wie zum Beispiel auch die Zikaden und Blattläuse. Mit dem Rüssel saugen sie an Stängeln, Blättern, Früchten und oft auch an Samen wie die wunderschöne, aber so harmlose Feuerwanze beweist. Die meisten Blattwanzen haben gut ausgebildete Flügel und fliegen damit auch recht gut. Wie bei den Käfer hört man auch bei ihren Exkursionen ein tiefes Brummen, sodass eine Wanzen im Anflug gut hörbar sind. Wanzen machen eine unvollkommene Metamorphose durch. Nicht wie bei den Schmetterlingen Ei-Larve-Puppe-Imago, geht’s bei den Wanzen über kleine Schritte. Die Larven ähneln immer den erwachsenen Tieren, sind aber kleiner, oft anders gefärbt und ohne Flügel. Das geht so für etwa 2-3 Wochen bis zur letzten Häutung bis dann das geflügelte Tier ausschlüpft.[/COLOR]
Die kleine Larve der Lederwanze, Coreus marginatus, sieht einer “gefährlichen“ Ameise ähnlich.
Müssen Blattwanzen bekämpft werden?
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Ich sage dazu nein, denn das wenige, was die Tier aus unseren Gartengewächsen heraussaugen können, sollten wir ihnen gerne gewähren. Am häufigsten sehen wir sie sowieso auf „Unkräutern“ wie Disteln und Brennnesseln sitzen. Und wenn sich mal eine auf eine Gartenblume verirrt, wenn schon! Einige Wanzen verursachen bei den angesaugten Blättern und Trieben untypische Verformungen. Da sie aber nie in Mengen auftreten, können sie einfach von Hand abgelesen und an einem Waldrand entsorgt werden. Ein chemische Bekämpfung im Garten kommt also niemals in Frage.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Nur was macht man, wenn sich im Herbst die Krabbeltiere einen Unterschlupf für den Winter suchen und ausgerechnet unsere Wohnung aussuchen? Manchmal sammeln sich die Tiere nämlich auf einem Balkon oder einer Terrasse die sie ideal finden und kriechen dann unbemerkt in ein Zimmer. Das ist weiter nicht schlimm, aber wie im Garten gilt es: WANZEN NICHT ANFASSEN! Die allermeisten Wanzen haben nämlich als abwehrendes Mittel gegen grössere Feinde eine extrem stinkende Flüssigkeit die sie versprühen können. Den Test ob das mit dem penetranten Geruch stimmt, dürfen Sie gerne einmal selber machen![/COLOR]
Die Feuerwanzen sind prächtige, ungefährliche Besucher im Frühlingsgartens. Sie lieben es sonnig und warm.
Die Blutzikade gehört wie die Wanzen zu den Schnabelkerfen. Sie ist sehr "springgewaltig" und fast nicht zu fangen.
Feuerwanzen im Frühling
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Sorgen musst man sich nicht machen, die sog. „Feuerkäfer“ sehen bedrohlicher aus als sie es sind. Sie knabbern an den einen oder anderen ausgefallen Samen herum, aber sie saugen ganz gewiss nicht den "Garten" leer. Da aber die kleinen Krabbeltierchen nicht fliegen können, kann es sein, dass sie recht lange auf dem Grundstück verweilen. Oder man hat Glück, dass beim Nachbarn ein Lindenbaum steht: Wenn sie den entdecken, dann ist man sie wahrscheinlich schnell los. Feuerwanzen haben auch eine Vorliebe für die Samen der verschiedenen Malvenarten, wie die der grossen Stockmalve (Alcea). Ansonsten sollte man sie in Ruhe lassen, denn im Mai beginnt die Paarungszeit für die bunten Tiere, da sind sie gerne ungestört.[/COLOR]
Die braune Lederwanze wird im Garten gerne auf Disteln, Brennnesseln und Sträuchern angetroffen.
Bekannte und oft gesehene Blattwanzen:
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die Stinkwanze, Palomena prasina, ist intensiv grün gefärbt. Sie ist schnell, fliegt gerne und sollte sie doch mal jemand erwischen, so sondert sie einen so penetranten Kabisgeruch ab, dass sie sofort wieder fallen gelassen wird. Sie sieht eher bullig aus und zeigt auffällig ihre transparenten Unterflügel.[/COLOR]
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die Lederwanze, Coreus marginatus, ist eine der grösseren Wanzen. Sie lässt sich oft beobachten und kommt Abends auch mal ans Licht geflogen. Sie ist vorwiegend braun und hat markante Schulterspitzen. Ihre Flügel sind kleiner als der Leib, der am Rand markant weit übersteht. Sie und ihre etwas buntere Larve saugen gerne an reifen Himbeeren.[/COLOR]
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die Ameisenwanze, Myrmecoris gracilis, ist ein eher selten zu beobachtende Wanze, die sich durch ihre Zeichnung als wehrhafte Ameise tarnt. Sie ernährt sich sowohl von Pflanzensäften, als auch vom Aussaugen von Blattläusen, was sie zu einem Nützling macht.[/COLOR]
Baumwanze Holcostethus vernalis
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