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Von Haselnüssen und unehelichen Kindern

0Antworten126Aufrufevon Redaktion · 28. November 2016letzter Beitrag vor 10 Jahren
  1. Redaktion1’197 Beiträge28. November 2016
    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Im alten Volksglauben konnte die Hasel viel bewirken. Sie gab Anlass für Redewendungen und wurde sogar mit unehelichen Kindern in Verbindung gebracht. Auch heute gilt die Hasel als Botin des Frühlings. Sobald die Temperaturen im Winter etwas ansteigen blüht sie und verteilt zur Freude von Bienen und zum Leid von Allergikern eines der ersten grösseren Pollenangebote. Wenn im tiefen Winter die gelben Kätzchen am kahlen Haselstrauch reifen, rückt der Frühling einen Schritt näher. Vom Blütenstaub der Hasel werden zahlreiche Bienen angelockt. Für sie sind die Haselpollen die erste bedeutende Nahrungsquelle im Frühjahr. Es sind aber nicht die Bienen, welche die Haselblüten bestäuben, sondern der Wind. Nur die Kätzchen, die ausschliesslich männlich sind, ziehen Bienen an. Die weiblichen Blüten bleiben von den Insekten unbeachtet. In kleinen Wolken werden aus jedem Kätzchen über vier Millionen Pollenkörner verweht. Einige davon bleiben an den weiblichen Blüten haften. Die restlichen Pollen verteilen sich in der Luft und verursachen bei Allergikern tränende Augen und Niesanfälle. Auch wenn die Temperaturen noch winterlich kalt sind beginnt mit dem Blühen der Hasel die Heuschnupfenzeit.[/COLOR]


    Genau hinschauen


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Aufgrund seiner typischen gelben Kätzchen erkennt man den Haselstrauch von weitem. "Es lohnt sich allerdings, auch mal näher hinzusehen", sagt Pro Natura Waldexperte Marcus Ulber, "denn nur bei genauem Hinschauen erkennt man die unscheinbaren weiblichen Blüten, aus denen im Herbst die hartschaligen Haselnüsse heranreifen". Sie sehen ähnlich aus wie gewöhnliche Knospen. Man kann sie aber von diesen aufgrund der roten Narbenbüschel unterscheiden, die aus ihnen herausragen.[/COLOR]


     



     



    Von der Eiszeit zur Hasel-Zeit


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die Hasel ist heute in Mitteleuropa weit verbreitet. Noch häufiger war der Strauch allerdings in der Mittelsteinzeit vor rund 8000 Jahren. Damals setzte nach dem Ende der letzten Eiszeit die Wiederbewaldung ein. Die Hasel gehörte als ausgesprochene Pionierpflanze zu den ersten Baumarten, welche die eisfreien Flächen wiederbesiedelten. Sie setzte sich im Anfangsstadium der Wiederbewaldung so stark durch, dass diese Periode als Hasel-Zeit bezeichnet wird.[/COLOR]


    Rendez-vous in der Hasel


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Viele Völker schrieben der Hasel besondere Kräfte zu. Die Leute pflanzten Haselsträucher vor ihr Haus, weil sie glaubten, dass diese Blitze ableiten würden. Seit Jahrtausenden verwendet man zudem gegabelte Haselnusszweige, um Wasseradern oder Erze aufzuspüren. Die Hasel gilt auch als Symbol für Fruchtbarkeit. Haselnüsse sollen wegen ihren hohen Anteilen an Vitaminen und Eiweiss bei Impotenz helfen. Die deutsche Redewendung "in die Haseln gehen" will sagen, dass man zu einem heimlichen Rendez-vous verabredet ist. Deren Ursprung liegt wohl darin, dass man sich hinter dem dichten Haselstrauch gut verstecken kann. Viele Haselnüsse im Herbst waren zudem im Volksglauben ein Hinweis darauf, dass im kommenden Jahr viele uneheliche Kinder auf die Welt kommen würden.[/COLOR]



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    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Quelle: © Pro Natura, K. Weber[/COLOR]

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