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Torffrei gärtnern

0Antworten244Aufrufevon Redaktion · 22. Februar 2017letzter Beitrag vor 10 Jahren
  1. Redaktion1’197 Beiträge22. Februar 2017
    Zum Schutz der Moore durch geeignete Ersatzstoffe


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]In der Schweiz stehen Moore und Moorlandschaften mit einem Abbauverbot unter dem Schutz der Bundesverfassung. Zur Gewinnung von Torf werden jedoch weiterhin jahrtausendealte, schützenswerte Moorlandschaften zerstört. Im Fachhandel ist immer noch in drei Vierteln der erhältlichen Erden Torf enthalten. Billige Gartenerden bestehen oft sogar bis zu 80 % aus Torf. Dieses stammt jedoch aus anderen europäischen Ländern, wo Torf nach wie vor abgebaut werden darf und auch in die Schweiz importiert wird. Besonders nordosteuropäische Länder wie Russland, Lettland oder Polen verfügen über beachtliche Moorgebiete, jedoch noch kein Gesetzgebung zu deren Schutz. Ein weiteres ökologisches Problem ist das bei der nachfolgenden Verwendung freigesetzte Kohlendioxyd (CO2), was in aktiven Mooren nicht vorkommt, da sich ein grosser Teil der abgestorbenen Pflanzenteile unter Wasser befindet und es daher zu keiner Reaktion mit Sauerstoff kommt. Intakte Moore reichern sich im Jahr 250 bis 350 kg Kohlenstoff pro Hektar an. Nach dem Abbau des Torfes wird der im Torf konservierte Kohlenstoffanteil – dieser kann bis zu 50 Prozent des Gewichtes beinhalten - wieder als CO 2 freigesetzt. In die Schweiz werden jährlich zirka 150000 t Torf importiert. Diese verursacht Treibhausgasemissionen in der Höhe von rund 300 000 t CO 2, was die Ökobilanz beeinträchtigt. Warum Torf Erden beigemischt wird, hat folgende Gründe. Zum einen ist es die Fähigkeit, Wasser zu speichern und zum anderen sorgt Torf als Beimischung für eine gute Bodenbelüftung. Nährstoffe enthält Torf jedoch kaum, ebenso eine biologische Aktivität.[/COLOR]


    Alternative Wasserspeicher und Belüfter


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Auf den Raubbau von Torf und somit den Schwund jahrtausenderalter Torflandschaften kann mittlerweile verzichtet werden, da sich Erdenhersteller seit geraumer Zeit darum bemühen, eine Reihe umweltfreundlicher Ersatzprodukte zu entwickeln. Zwar sind schon seit Jahren im Gartenfachhandel torfarme Produkte erhältlich, das Ziel wäre es jedoch, torffreie Produkte zu produzieren, die den jeweiligen Ansprüchen gerecht werden. Eine Alternative zu Torf sind beispielsweise Holzfasern aus sägefrischen Holzschnitzeln, die Landerde beigemischt werden. Diese sorgen dafür, dass die Erde locker und somit luftdurchlässig bleibt, was ebenfalls eine gute Wasseraufnahme begünstigt. Weitere Rohstoffe zur Erdenproduktion sind Rinden – und Gartenkompost. Die Landerde stammt übrigens aus Waschanlagen von Zuckerrüben. Ein Plus dabei ist, dass es sich bei allen Materialien gewissermassen um Abfallprodukte handelt, die aus der Umgebung stammen, somit kostengünstig und daher biologisch akzeptabel sind. Ebenfalls als Torfersatz oder Mulchmaterial eignen sich Chinaschilf oder Hanf. Um eine gute Bodendurchlüftung zu gewährleisten, greift man zu Zusätzen wie Flachschäben, ein Nebenprodukt aus der Leinen- und Papierherstellung und Reisspelzen. Substrate aus diesen Produkten weisen jedoch eine geringere Wasserhaltekraft als Torf auf. Dies bedeutet, dass die Pflanzen öfters bewässert werden müssen. Eventuell muss dem Torfersatz wenig kohlensaurer Kalk beigemengt und in den Boden Hornspäne eingebracht werden. Beide Produkte verhindern, dass das Substrat bei der Verrottung den Pflanzen Stickstoff entzieht. Ebenfalls für eine besser Bodendurchlüftung und Bindung von Wasser, sorgt die Beigabe von Biokohle, ein Produkt aus Biomasse wie Viehmist, Grünschnitt, Trester, biologischen Abfällen usw. Erden beigemengt verbessert sie das Wasserspeichervermögen, fördert den Zuwachs von Bodenbakterien und Wurzelmykorrhizen und sorgt ebenfalls für eine bessere Bodendurchlüftung.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Aus all diesen Ausgangsprodukten entstehen Erdprodukte, die ausgezeichnet ohne Torf auskommen und die Bedürfnisse fast aller Pflanzen gerecht werden. Einzige Ausnahmen sind noch Rhododendren, Azaleen, Heidelbeeren sowie andere Moorbeetpflanzen, da ihnen die Bodensäure fehlt.[/COLOR]



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