Test mit Wärmebildkamera
- Fawi4 Beiträge2. September 2008Hallo Zusammen
Habe schon öfters im Deuteschen Fernsehen gesehen das Messungen wegen Wärmeverlust mit einer solchen Kamera gemacht wurden. Da wir bald in eine Eigentumswohnung ziehen wollte ich mal wissen, braucht es eine solche Messung bei einem Neubau von Heute und was würde ein solcher Test kostet?
gruss Fawi
- Bäröschli703 Beiträge3. September 2008Wir überlegen uns auch vor dem Einzug einen Test mit der Wärmebildkamera zu machen - so quasi um Beweise zu haben, sollte irgendwo etwas nicht ok sein. Das ginge dann auf die Garantie des GU.
Grüsse vom Bäröschli
- foxtrail39 Beiträge3. September 2008Hallo zusammen
Viele Feuerwehren haben zwischenzeitlich Wärmebildkameras in ihrem Depot rumstehen. Denke mal, wenn man jemanden von der Feuerwehr kennt, kann man diese bestimmt für eine Stunde oder zwei für eine gute Flasche Wein ausleihen. /emoticons/default_wink.png
Es ist übrigens sehr spannend, was man damit so sehen kann! /emoticons/default_eek.png
- rup390 Beiträge3. September 2008Ich war von einer Woche beim Architekten und der hatte gerade einen Flyer bekommen von jemanden, der solche Messungen für 200 Franken macht.
Das Problem ist nur, dass das nicht wirklich seriös sein kann. Er hat folgende Erfahrung gemacht: Der Anbieter eines solchen Angebotes sei bei einem Kunden von Ihm (natürlich auf Wunsch) einfach irgendwann und ohne Ankündigung vorbeigekommen.
Wenn man es seriös haben möchte, hätte man doch vorher alle fenster geschlossen, damit sich die fasade nicht schon im Vorfeld durch die wärmere Innenluft erhitzt.
Auf der anderen Seite war in diesem Fall die Vorbeitungsarbeit gar nicht nötig weil die Messung an einem sonnigen Nachmittag (der Anbieter stand einfach plötlich da und schoss Fotos) gemacht wurde.
Fazit des Tests: Südfassade schlecht isoliert, Nordfassade ok /emoticons/default_wink.png
So gut kann man es tatsächlich auch selber machen wie Foxtrail vorschlägt. Eine professionelle Interpretation fehlt dann einfach.
Eine solche Messung ist übrigens bei einem Holzbau eher zu empfehlen als bei einem Massivbau. Der Holzbau hat mehr Möglichkeiten für undichte Stellen.
- Arcuos2’160 Beiträge3. September 2008Hallo,
eine wirklich seriöse Wärmebildanalyse lässt sich nur bei Nacht (mind. 4-5 Stunden nach Sonnenuntergang) und am besten im Winter machen! Alles andere ist Quatsch, da Sonneneinstrahlung und somit aufgewärmte Fassaden, geöffnete Fenster usw. das Bild massiv verfälschen können. /emoticons/default_wink.png
Für ca. 500.- Franken plus Anfahrtsweg müsste dafür gerechnet werden...
Grüssle
Arcuos
- Pfälzer9’908 Beiträge3. September 2008Hallo zusammen,
die Wärmebildkamera ist sicherlich heutzutage ein hervorragendes Mittel um Schwachpunkte aufzuzeigen, wenn alle Parameter stimmen.
Für den Hausbereich, zur Suche von Wärmebrücken, ist aber nicht jedes Modell geeignet! Daher sind ggf. die Geräte der Feuerwehr oder von Elektrofirmen (Industrie- Schaltanlagen, Wärmeabgabe Leitungen/Trafo´s ..) nicht unbedingt dafür geeignet.
Zudem, wie von rup schon erwähnt, ist auch das Bedienpersonal und die fachmännische Auswertung/Interpretation für den Erfolg einer Messung entscheidend!
Gute Kameras (mit Zubehör) für den Wohnbereich, mit entspr. Auflösung und Auswertungsmöglichkeiten kosten aber meist (bei uns) zwischen 8 und 12.000.- ? wodurch sie in der Regel auch nicht verliehen werden.
Dann lieber ein Fachunternehmen damit beauftragen, da nach deren fachlicher Auswertung bei Problemfällen, auch eine Anerkennung durch den Verursacher am wahrscheinlichsten ist.
Gruß vom Pfälzer
- Arcuos2’160 Beiträge3. September 2008
...
Hallo Pfälzer,
Gute Kameras (mit Zubehör) für den Wohnbereich, mit entspr. Auflösung und Auswertungsmöglichkeiten kosten aber meist (bei uns) zwischen 8 und 12.000.- ? wodurch sie in der Regel auch nicht verliehen werden.
Dann lieber ein Fachunternehmen damit beauftragen, da nach deren fachlicher Auswertung bei Problemfällen, auch eine Anerkennung durch den Verursacher am wahrscheinlichsten ist. ..
Deine Aussage kann ich nur unterschreiben! /emoticons/default_additional/114.gif
Die Kamera, welche ich schon in Händen hatte, kostet inkl. Zubehör etwa SFr. 25'000.- und wird nur mit ausgebildetem Personal (eine gute Bekannte von mir) "verliehen".../emoticons/default_biggrin.png
Grüssle
Arcuos
- Pfälzer9’908 Beiträge3. September 2008Hallo Arcuos,
da sind wir uns wiedereinmal völlig einig. /emoticons/default_wink.png
Es ist schon ein "Risiko" eine solche Kamera herauszugeben, besonders dann, wenn man damit beruflich arbeitet und eine fehlerfreie Arbeit abliefern muss. Ein Schlag oder Anstoss der Kamera, welcher später nicht überprüft wurde, kann ggf. fatale Folgen (auch in der Haftung) für den Verleiher haben!
Zudem gehört ja auch die passende Software zur Auswertung hinzu, ohne die in den meisten Fällen keine echten Aussagen getroffen werden können.
Gruß vom Pfälzer
- Pippen2’281 Beiträge3. September 2008@Pfälzer
Ist es wirklich sinnvoll eine Analyse mit Wärmebildkamera bei einem Neubau zu machen. Würdest Du dies empfehlen?
- Pfälzer9’908 Beiträge3. September 2008Hallo Pippen,
dies ist natürlich kein MUSS! Hängt auch wohl davon ab, ob am Ende noch etwas vom angedachten Budget übrig ist, aber SCHADEN tut es auch nicht!
Es könnte durchaus für beide Seiten "Bauherr/GU-Architekt" ein positives Signal, auch in Hinblick auf die weitere Werbung, sein. Der Profieinsatz deckt eben auch kleinere Bausünden auf! Speziell auch diese im Bereich von Anschlüssen, wie Keller-Außendämmung EG, Balkonen oder Vordächer aus Beton in Verbindung mit den Decken, die Anschlüsse von Fenster/Türen im Wand- und Bodenbereich und natürlich auch ggf. fehlerhafte Dichtungen in Fenstern,......
Wenn man selbst sicher gehen möchte, dass keine Wärmebrücken vorhanden sind, ist dies die einzige Kontrollmöglichkeit (vor einem evtl. auftretenden Schaden) nach Abschluss der Arbeiten, welche ein Bauherr hat.
Gruß vom Pfälzer
- foxtrail39 Beiträge3. September 2008Gebe euch da natürlich vollkommen Recht! /emoticons/default_additional/114.gif
Preislich könnte unsere zwar locker mithalten, das Teil hat sagenhafte 30'000 sFr. gekostet ist dafür aber auch Wasserdicht, was natürlich unglaublich wichtig ist, wenn man sein Haus anschaut! /emoticons/default_wink.png
- iona280 Beiträge3. September 2008 · bearbeitetIn einem anderen Threat (Blumenfenster) habe ich ja Wärmebilder gepostet, die wir selber erstellt haben. Der Kollege arbeitet in einem teilstaatlichen Unternehmen, dass sich auf Materialprüfung spezialisiert hat /emoticons/default_additional/87.gif
Klar: Wir sind ziemlich diletantisch und amateurhaft an die Sache herangegangen - und trotzdem: Die Messungen haben meine Vermutungen zu den vorhandenen "Lecks* bestätigt und ua dazu geführt, dass wir beispielsweise die Heiznischen saniert haben.
Hier der Link zum Threat mit den Bildern:
http://www.haus-forum.ch/umbauen-und-renovieren/4186-komplexe-frage-zu-blumenfenster.html
Wir haben die Messungen NACH einem nebligen Tag abends um 18.30 Uhr im Januar gemacht. Ganzer Tag Heizung "voll röscht" offen und keine Fenster offen (bis auf das besagte Fenster, wo die ominöse "Schlange" reinläuft. Macht aber nichts, da es sich damals noch um ein Estrichfenster gehandelt hat.
Ich finde, auch eine amateurhaft gemachte Wärmebildmessung kann bei Auftreten von "Lecks" dazu führen, dass der Architekt/GU dazu gezwungen werden kann, eine professionelle Analyse zu erstellen.
- Pippen2’281 Beiträge3. September 2008Vielen Dank Pfälzer!
Denkst Du man hat im Falle eines Problems eine Chance, dass der "Schaden/Bausünde" kostenlos behoben wird? Gibt es denn ganz klare Normen was ein Mangel ist und was nicht?
Muss ich befürchten, dass nach der Analyse gesagt wird, diese Punkte die bei mir gefunden wurden seien kein Mangel?
Wir haben diesbezüglich mit dem GU ja keine Vereinbarung getroffen, in welchen Bereichen es liegen sollte.
- MarWeb19 Beiträge3. September 2008Hallo
Wir hatten durch ein Ingenieurbüro die Aufnahmen für ein freistehendes älteren Einfamilienhauses machen lassen. Ergebnis war eine Analyse des Zustandes der Gebäudehülle aus technischer Sicht, Gesamtbewertung und Aufzeigen der bestehenden Problemzonen, Das hatte 833.- CHF gekostet. Anfahrt war aus Skt Gallen nach Zürich. Wichtig war das es genügend grosse Temperaturunterschiede zwischen Haus und Umgebung gab um die Auswertung sinnvoll zu machen. Kältere Jahreszeiten sind ideal da dann ja das Haus auch geheizt wird. Ohne Heizperiode taugt eine Aufnahme nichts. Der Bericht umfasste 10 Seiten und gab detailliert Auskunft für die Aussenhaut inkl. Dach.
- Pfälzer9’908 Beiträge3. September 2008
In einem anderen Threat (Blumenfenster) habe ich ja Wärmebilder gepostet, die wir selber erstellt haben. Der Kollege arbeitet in einem teilstaatlichen Unternehmen, dass sich auf Materialprüfung spezialisiert hat /emoticons/default_additional/87.gif
Hallo iona,
Ich finde, auch eine amateurhaft gemachte Wärmebildmessung kann bei Auftreten von "Lecks" dazu führen, dass der Architekt/GU dazu gezwungen werden kann, eine professionelle Analyse zu erstellen.
bei Dir, bei der privaten Renovation ist dies auch völlig ausreichend, im Vorfeld sowieso! Hier kann man die Schwachpunkte erkennen und entsprechend handeln. Wenn dann das ganze noch kostenlos war, um so besser. Nur haben viele bzw. die meisten diese Möglichkeit wohl nicht!
Die Dämmung der Fensternischen ist auch meine erste "Handlung", auch ohne Wärmebildaufnahme, da man diese Flächen generell als Schwachpunkte bei Altbauten hat und es somit zu der ersten Arbeiten gehöhrt, diese zu dämmen.
Bei Neubauten mit Architekt oder GU, bei der ja eine Prüfung nur nach Fetigstellung möglich ist, da solltes es aber am besten gleich der Fachmann sein. Je nach Ergebnis müsste der später ggf. doch noch hinzukommen, wenn keine Einigung in Sicht wäre.
@Pippen
Natürlich, wenn bei einer Prüfung ein Mißstand entdeckt würde, wo die Ausführung gegen Schweizer Baunormen verstößt, dann dies dies automatisch ein Mangel.
Denn der GU kann Dir ja nicht ein Haus bauen, das auf deren Grundlage geplant, verkauft und gebaut wurde, wenn es diese dann nicht erfüllt! Wie hoch hier ggf. der Schaden wäre, wie der Mangel dann behoben werden könnte oder ob dies durch einen Geldbetrag = Nachlass geregelt werden könnte, hängt natürlich vom Ergebnis und der schwere des Mangels ab.
Aber hier wäre unbedingt ein Fachbüro zu beauftragen. Falls Du dies in Erwägung ziehen möchtest, dann solltest Du den GU einfach zu dem Termin einladen damit er bei Interesse die Messung und Auswertung verfolgen kann. Live ist hier immer besser als eine Info (besonders dann, wenn die negativ wäre) per Post. Zudem könnte er schon vor Ort, passende Fragen an den Ausführenden stellen, bzw. dessen Fragen beantworten. Wenn man ihm ggf. die Schwachpunkte in/mit der Kamera gleich zeigen kann, so gibt es nachher keine Diskussionen darüber. Zumindest nicht darüber, dass sie vorhanden sind. /emoticons/default_biggrin.png
@foxtrail
..ja, die Dinger erreichen schon den Wert eines Kleinwagens! Meine Summen waren hier auch mehr für den Einstieg in brauchbare Geräte gedacht. Nach oben, wie immer im Leben, gibt es keine Grenzen.
Gruß vom Pfälzer
- Fawi4 Beiträge4. September 2008Hallo Baröschli
Besten Dank für dein Link
Besten Dank auch den anderen Schreibern zu diesem Thema.
Wir werden uns die Sache überlegen, wir haben noch ca. 6 Wochen Zeit.
Gruss Fawi