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Schall- & Trittschall OG/EG

14Antworten3’761Aufrufevon monicamonica · 11. Januar 2020letzter Beitrag vor 7 Jahren
  1. monicamonica7 Beiträge11. Januar 2020
    Mein Holz-Bauernhaus mit Rieg ist von 1840. In den 70er Jahren wurde es auf den damaligen Stand saniert. Ich saniere nun jedes Jahr weiter. Fenster sind alle schon ausgetauscht. 

    Dieses Jahr geht es darum, die Whg im 1. OG zu sanieren. Boden, Wände, Küche, Bad, etc.  Heizungs-Radiatoren an den Wänden bleiben. Nix kommt in den Boden.

    In diesem Rahmen möchte ich den Boden im 1. OG so gut wie möglich Schall- und Trittschall dämmen. Der Boden gibt leicht nach, wenn man darauf hüpft und hat ein Gefälle von zirka 4 cm. Im Boden hat es zz Bauschutt mit Gips und Schlacke. Unter dem 1. OG gedenke ich eines Tages mein Schlafzimmer einzurichten.

    Es war bereits ein Zimmermann da und er arbeitet nun eine Offerte aus. Es müssen 2x 25m2 neu gedämmt werden. 

    Ich bin keine Fachfrau, im Gegenteil. Dies ist alles Neuland für mich. Surfe ich im Internet über Schalldämmung, gibt es wahnsinnig viel Infos dazu. 

    Hat sich hier jemand mit demselben oder ähnlichen Problem bereits befasst?

    Was wird empfohlen und was für Erfahrungen gibt es?

    Freue mich auf Rückmeldungen!

    🙂 Monica

  2. Susann6’311 Beiträge11. Januar 2020
    Da wüsste @Pfälzer vielleicht Rat...

    Hast du Bilder von deinem historischen Kleinod? 🙂  

    1× hilfreich
  3. monicamonica7 Beiträge12. Januar 2020
    Salz Susann, kann keine Bilder laden da. Wenn du mir deine Email gibst, kann ich dir n Bild senden. liebe grüsse monica

  4. Susann6’311 Beiträge12. Januar 2020
    kann keine Bilder laden da.
    Echt nicht? Das ist aber schlecht ? 
    Eigentlich ist es einfach, nur das Foto in das entsprechende Feld unter dem Antwortfenster ziehen... Was geht denn bei dir nicht? 
    Ich dachte eigentlich eher, dass Fotos nicht nur für mich persönlich, sondern für alle hier im Forum interessant sein könnten - nicht jeder nennt ein Haus von 1840 sein eigen ?

  5. Pfälzer9’908 Beiträge12. Januar 2020
    Es war bereits ein Zimmermann da und er arbeitet nun eine Offerte aus
    Hallo Monica

    Vorab, willkommen im Forum.

    Ohne Einblick in die örtliche Situation, gerade bei einem solch alten Objekt, ist es schwer einen passenden Ratschlag zu geben. Wie Du aber schreibst, war ja ein Zimmermann bereits vor Ort und erstellt eine Offerte.

    Evtl. wartest Du diese noch ab und meldest Dich mit einer entspr. Einstellung derer nochmals.

    Grundsätzlich muss ja die alte Konstruktion passend tragfähig sein. Falls der Zimmermann hierzu nichts erwähnt hatte, sollte man wohl davon ausgehen, dass da alles in Ordnung wäre?

    Die alte Füllung (meist Schlacke) wird heute in aller Regel via Saugwagen und Saugschlauch entfernt.

    Das Problem mit dem "Schwingen" der Decke lässt sich nur schwer und niemals ganz verändern. Abhilfe gibt es natürlich schon, welche aber auch von der Situation vor Ort abhängig wäre, welche ich, bzw. wir hier im Forum nicht kennen.

    Du willst aktuell ja die Decke zwischen EG und 1.OG verbessern. Sind das nun/oder später, zwei getrennte Wohnungen, oder bewohnst Du beide Geschosse (wegen späterem Schlalfzimmer darunter)?

    Werden denn alle Bodenflächen erneuert, oder nur einzelne Räume? Wie sieht es dann mit der Höhe zwischen Räumen, Flur und Treppe aus?

    Schall (von oben) verhindert man durch Gewicht/Masse und sepz. den Trittschall durch entkoppelung der begehbaren Bodenfläche zur Konstruktion (Decke/Wände), Auch dazu gibt es unterschiedliche, der Situation angepasste Varianten.

    Wenn die alten Deckenbalken über Einschübe verfügen, also eingelegte/eingeschobene Holzbretter, kann man diese Zwischenräume auch wieder neu befüllen...  einige machen das mit trockenem, schweren Sand, einige legen hier auch Tonsteine ein....  einfacher, schneller geht es oft mit einem Füll-Leichtbeton. Dieser kann, je nach Situation auch zum Höhenausgleich genutzt werden, und er stabilisiert nach Trocknung auch die Decke insgeamt (aber auch nicht absolut Schwingungsfrei, aber bedeutend weniger als dies mit der alten Konstruktion der Fall war). Im Nachgang kann man via Trockenschüttung für den Höhen-Feinausgleich sorgen und darauf (gerde wenn wenige Höhenspielraum vorhanden wäre) einen Trockenestrich (z.B. von Fermacell) mit unterseitiger Mineralwolldämmung, frei schwimmend verlegen. Darauf sind jegliche Bodenbeläge verlegbar.

    Je nach Situation vor Ort, kann man auch bei der Deckenabhängung im EG, also für das spätere Schalfzimmer) noch einiges an Schallschutz herausholen (entkoppelte Aufhängung der Trägersysteme).

  6. monicamonica7 Beiträge15. Januar 2020
    Guten Tag,

    lieben Dank für die Info.

    Die Whg im OG ist abgetrennt von meiner Whg im EG und ist vermietet. Mittlerweile hatte ich 2 Zimmermänner vor Ort. 

    Den Rückbau machen wir selber, da ich auf den Stutz schauen muss. Boden raus bis zum Schieb und Wände raus bis zum Backstein, Rieg. Insgesamt müssen wir 80m2 "aushöhlen". 2x 25m2 Einheit und 1x20m2 Einheit und 10m2 Badezimmer.

    Zwischen den Böden hat es z.Z. Bauschutt mit Schlacke und Kalk. Wir gedenken bis zum Schieb alles von Hand selber zu entfernen. 

    Ein Zimmermann ist der Meinung, dass wir alle Zwischenräume danach mit Styroporbeton füllen sollen. Der Boden trägt das Gewicht. Auf den Styroporbeton dann einen isolierenden schwimmenden Aufbau. Ebenfalls die Decke im EG abhängen. 

    Der andere Zimmermann möchte den Leerraum mit Fermacell oder sonst einer Schüttung füllen und dann viele verschiedene schwimmende Lagen darauf. Decke ebenfalls abhängen.

    Es gibt wahnsinnig viele Meinungen und ich als Laye habe einfach keine Ahnung was das Beste ist, einerseits wegen dem Schall und andererseits Kosten/Nutzen. 

    Die Wände gedenken wir ausblasen zu lassen mit Isofloc und danach mit dem alten Täfer abzuschliessen. Täfer weiss streichen und natürlich mit ?Schattenfuge. 

    Hast du Erfahrung mit Styroporbeton? Der Bodenaufbau mit Styroprobeton kostet zirka 300.-- Fr./m2. 

    Gibt es günstigere Varianten, die ebenso effektiv sind? Ev. sogar, etwas, dass wir selber machen könnten? Mein Mieter ist Zimmermann, hat aber in der DDR gelernt und arbeitet seit 30 Jahren nicht mehr auf dem Beruf. 

    Würde mich freuen von dir wieder zu hören.

    Liebe Grüsse

    Monica

  7. Pfälzer9’908 Beiträge15. Januar 2020
    Ein Zimmermann ist der Meinung, dass wir alle Zwischenräume danach mit Styroporbeton füllen sollen. Der Boden trägt das Gewicht. Auf den Styroporbeton dann einen isolierenden schwimmenden Aufbau. Ebenfalls die Decke im EG abhängen. 
    Hallo Monica

    Das wäre eine Lösung. Der von mir genutzte Begriff Leichtbeton ist das gleiche wie Styroporbeton. Diesen weiteren Aufbau hatte ich zuvor ja auch schon erwähnt.

    Der andere Zimmermann möchte den Leerraum mit Fermacell oder sonst einer Schüttung füllen und dann viele verschiedene schwimmende Lagen darauf. Decke ebenfalls abhängen.
    Die Trockenschüttung (Fermacell) würde ich eher nicht machen.. bringt im Schallschutz weniger, da leichter und man müsste je nach Auffüllhöhe die Schüttung noch verdichten.

    Die Wände gedenken wir ausblasen zu lassen mit Isofloc und danach mit dem alten Täfer abzuschliessen
    Damit sind wohl die Aussenwände (Holzkonstruktion) gemeint. Ja, passt durchaus... ggf. ginge auch Holzspan-Füllung oder Holzfaser-Einblasdämmung. Hängt etwas von der Erfahrung und Lieferanten des Zimmermannes ab. Machst Du vorab die Felder frei, auch um zu sehen ob dort (statisch) alles in Ordnung wäre? Oder willst Du eher "blind" hinter dem derzeit sichtbaren Wandtäfer die einzelnen Gefache ausblasen lassen?

    Hast du Erfahrung mit Styroporbeton?
    Ja, habe genau solche alten Bauerhäusern öfters saniert, modernisiert oder ergänzt/erweitert. Damit geht es recht schnell und am Ende funktioniert es auch. Wichtig ist nur, dass Du auch damit das Schwingen der Decke nicht gänzlich in den Griff bekommst.... aber eine deutliche Verbesserung zur Ausgangssituation erreichen wirst.

    Gibt es günstigere Varianten, die ebenso effektiv sind? Ev. sogar, etwas, dass wir selber machen könnten? Mein Mieter ist Zimmermann, hat aber in der DDR
    Nun ja, wie schon erwähnt könnte auch getrockneter Sand eingebracht werden... geht in jede Lücken und bringt Gewicht. Aber auch der Styrobeton kann in Eigenleistung (ggf. mit dem Mieter als Ex-Handwerker) eingebracht werden. Die Lieferanten kommen eh meist mit Silo/Silowagen und verleihen die Pumpgeräteschaften auch aus. Nachfragen kostet ja nichts.

    Wichtig ist halt, bei Styrobeton und Sandfüllungen, dass die Einschubbretter (bzw. wie Du sie nennst "Schieb") mit einem Rieselschutz/einem Ölpapier zuvor überdeckt werden. Ansonsten liefe die Einfüllmasse evtl. unten direkt wieder raus.

    Du kannst aber auch zur eigenen Sicherheit (beruhigt Dich ggf. etwas mehr..) mal in eine kurze Beratung, z.B. bei einem Akustiker investieren. Die können weitere Vorschläge machen, ggf. die bekannten bestätigen und auch mal berechnen. Bei trennenden Wohnungsdecken im Holzbau ist das immer etwas heikel und man wird nie akutelle Werte aus dem Massvibau erreichen...  muss man aber nicht, wenn man genau in einem solchen Objekt wohnen möchte. Dann gehört das einfach etwas dazu.

    Bei dem weiteren Bodenaufbau, mit Trittschalldämmung (Mineralwolle - KEIN Styropor!!) kann, wenn man keine weitere Feuchte mehr einbringen möchte, direkt weiterarbeiten möchte, auf den von mir schon erwähnten Trockenestrich (Fermacell/Knauf u.s.w. - dann käme dort als Höhenausgleich eine Trockenschüttung darunter) setzten. In die gleiche Richtung käme ein Gussasphalt als Estrich/UB. Oder ansonsten ein üblicher Zementestrich/bzw. ein Fliessestrich.

    1× hilfreich
  8. Susann6’311 Beiträge15. Januar 2020
    Bin gerade mal wieder platt, @Pfälzer, angesichts deiner ausführlichen und verständlichen Auskünfte ? - das versteh sogar ich 🙂   

    1× hilfreich
  9. Pfälzer9’908 Beiträge16. Januar 2020
    angesichts deiner ausführlichen und verständlichen Auskünfte ? - das versteh sogar ich 🙂   
    Liebe Susann, genau so soll es sein?

  10. monicamonica7 Beiträge16. Januar 2020
    Super, herzliche Dank!

    Das hilft mir auch weiter. Sehr cool!

    Liebe Grüsse Monica

    @ Susann, glaube nun hab ich's geschafft mit dem Biudli vom Hus.

    walpi.jpeg

    1× hilfreich
  11. Veronesi40 Beiträge16. Januar 2020
    Wow, ein wunderschönes Haus!

  12. Susann6’311 Beiträge16. Januar 2020 · bearbeitet
    Boah, richtig toll, dein Haus @monicamonica ? 

    Genau die Sorte Haus, an die man bei "Altbau" denkt - und nie kriegt ?

    Steht das Haus unter Denkmalschutz? Die Fenster sind gut ausgewählt mit den Sprossen, sieht gut aus! Hast du sie extra machen lassen oder so gefunden?

    (Und: Gratuliere zum "Biudlilade" ?)

  13. monicamonica7 Beiträge16. Januar 2020
    Danke Susann, ja solche Häuser gibt es nicht oft zu kaufen, en effet, und wenn dann eines zum Verkauf steht, muss Frau sehr schnell sein. Habe es 48 Std. nach Besichtigung gekauft.

    Haus ist nicht geschützt, jedoch der Ortsteil. Dh, ich muss mich an gewisse Vorschriften halten. 

    Fenster mit 1 oder 2 Sprossen waren Auflage. Fenster sind alle massgeschneidert. 

    Liebe Grüsse

    Monica

    1× hilfreich
  14. hilfi389 Beiträge16. Januar 2020
    Kompliment, tolles Objekt!

  15. monicamonica7 Beiträge16. Januar 2020
    oh danke!  ?

    🙂  Monica