Bei mir ist das Rosenfieber ausgebrochen. Nun möchte ich Rosen selber ziehen, vom Samen bis zur Blüte. Was muss ich da alles beachten? Bei Rosen gibt es ja Hagenbutten, sind das die Samenfrüchte? Wann sollen diese geerntet werden und die Samen wie werden die am besten gesäht?
Vielen Dank für eure Hilfe
Hallo Chäps
Botanisch gesehen ist die Hagebutte eine Scheinfrucht, die aus dem Kelchbecher der Rose entsteht. In ihrem Innern befinden sich die eigentlichen Früchte, auch Nüsschen genannt. Natürlich kannst Du versuchen, diese Nüsschen von reifen Hagebutten im Herbst mal auszusäen. Am besten löst Du zuerst diese aus der Hagebutte und befreist sie von den Härchen. Anschliessend mischst Du die Nüsschen mit etwas feuchtem Sand, gibst das Gemisch in eine verschliessbares Glas und stellst dieses für 1 - 2 Monate in den Kühlschrank. Rosen sind nämlich Kaltkeimer und benötigen daher über eine längere Zeit Temperaturen von 4-6 Grad damit die Samen keimen können. Im zeitigen Frühjahr säe ich dann die Samen-Sandmiscchung in den normalen Gartenboden. Dann abwarten und immer schön feucht halten. Je nach Sorte kann es 2 bis 3 Jahre dauern, bis sie zum ersten Mal blühen.
Nicht alle Samen gehen gleich gut auf. Gute Erfahrungen habe ich mit Multiflora- Hybriden und Wildrosen gemacht. Die ersteren keimen relativ rasch (1- 2 Monate) Bei den letzteren kann es schon mal 2 Jahre dauern. Auch kann es gut sein, dass die Samen einer bestimmten Sorte gar nicht aufgehen, da sie steril sind. Es gibt Hagebutten, die tragen nur 2 Samen (Nüsschen) und solche, welche Dutzende in sich tragen. Wichtig zu wissen ist auch, dass aus den Samen einer einzigen Hagebutten, alle Varianten, was Blütenform, Blütenfarbe, Wuchs etc. die im Erbgut der Eltern enthalten sind, hervorgehen können.
Einfacher, sicherer und schneller geht es, wenn Du die Rosen durch Stecklinge vermehrst. Dies geht sehr gut bei Ramblerrosen (Chevy Chase, Excelsa, Bleu Magenta u. s w. und Historischen Rosen. Gute Erfahrungen habe ich mit 'Fantin Latour', 'Charles de Mills', 'R.Gallica 'Officinalis', 'Maidens Blush' ect., Strauchrosen (Blush Noisette, Schneewittchen, Ghislaine de Feligonde), Moschata Hybriden (Cornelia, Mozart, Maria Lisa) sowie den englischen Rosen 'Constanze Spry', 'Graham Thomas' und 'The Countryman' gemacht.
Hierfür schneide ich ab Ende Juli etwa 25 cm lange Stecklinge von nicht blühenden Seitentrieben. Anschliessend entferne ich alles Laub bis auf zwei - drei Blätter und stecke die Stecklinge in Bewurzlungspulver. Nun werden die so vorbereiteten Stechklinge in mit Gartenerde-Sandgemisch aufgefüllte Rosentöpfe gesteckt. Ich nehme pro Sorte und Topf etwa 5 Stück, so wächst garantiert einer an. Innerhalb des Topfrandes stecke ich rings herum drei Bambusstäbe in die Erde, anschliessend etwas Wasser geben und eine durchsichtige Plastikhaube über die Bambusstäbe ziehen, fest binden und die Töpfe an einen schattigen Ort stellen. Nach wenigen Wochen treiben die meisten Stecklinge an den Blattachseln aus und es bilden sich Würzelchen. So gezogene Rosen bleiben bei mir je nach Wuchsfreudigkeit ein bis eineinhalb Jahre im Topf, bis ich sie in den Garten pflanze.
Viel Erfolg und es Grüessli
Brigitte
Vielen Dank für die rasche und genaue Hilfe! Ich werde es mal probieren.