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Prinzipielle Frage zu Komfortlüftung

13Antworten3’761Aufrufevon Vektor · 6. Januar 2011letzter Beitrag vor 16 Jahren
  1. Vektor187 Beiträge6. Januar 2011
    Unser Architekt hat vor, die Lüftungsöffnungen in jedem Raum an die Türe zu verlegen, also statt "hinten" im Raum immer gleich am Eingang, um "Rohrweg" zu sparen.

    Obwohl Sparversuche ja löblich sind, habe ich nun von einem Bekannten erfahren, dass das eine schlechte Idee sei, da die Luft zirkuliere und so der ganze Raum nicht richtig geflutet wird.

    Kann jemand sachkundig aufklären, weil ich möchte ungern am falschen Ende sparen...!

  2. Serge-CH1’717 Beiträge6. Januar 2011
    Naja, ob ich "sachkundig" bin weiss ich zwar nicht, aber meine "Sachkundigen" meinten schon, dass die Zu- und Abluftrohre jeweils diagonal von der Türe (also ganz auf der anderen Seite) platziert werden müssten... Die Gründe hast du ja bereits erwähnt... Bei uns wurde dies wo möglich auch so gemacht... Bei Bad, Küche und Wohnzimmer sind die Rohre nicht diagonal aber weit weg vom Beginn der Räume platziert.

  3. edi6393 Beiträge6. Januar 2011
    Hallo

    Unsere Situation: bei den Kinderzimmern ist der Einlass auch über der Tür, im Schlafzimmer in einer Ecke. Die Durchlüftung funktioniert im Schlafzimmer viel besser. Ich würde heute auch auf gute Durchlüftung achten. An den Rohren sparen ist sicher falsch.

    Gruss Edi63

  4. Pedro51 Beiträge6. Januar 2011
    Guten Tag

    Auch wir haben in allen Räumen (Wohnen - Büro's - Schlafen) die Zuluft an den von der Türe entferntesten Ecke einbringen lassen. Die Abluft wird in den Baderäumen (über den Toiletten) bzw. in der Küche (oberhalb Kochstelle) weggeführt.

    Würden heute keine andere Lösung haben wollen. Sehr effiziente und effektive Belüftung.

    Grüsse

    Pedro

  5. Jacques19637 Beiträge6. Januar 2011 · bearbeitet
    Unser Architekt hat vor, die Lüftungsöffnungen in jedem Raum an die Türe zu verlegen, also statt "hinten" im Raum immer gleich am Eingang, um "Rohrweg" zu sparen.

    Obwohl Sparversuche ja löblich sind, habe ich nun von einem Bekannten erfahren, dass das eine schlechte Idee sei, da die Luft zirkuliere und so der ganze Raum nicht richtig geflutet wird.

    Kann jemand sachkundig aufklären, weil ich möchte ungern am falschen Ende sparen...!
    Grundsätzlich zuerst unterscheiden (und richtig planen/verlegen) zwischen Zuluft- und Abluft. Abluft i.d.R. in Nasszellen, Küchen, Korridore, Abstellräume, Zuluft im Rest = Wohnen, Schlafen ...

    Schlafzimmer:

    Zunächst dafür sorgen, dass zugeführte Zuluft resp. "verbrauchte Luft" auch wieder entweichen kann.

    Entweder mit Überströmöffungen Wand/Wand oder Türspalt (keine volldichtenden Türabschlüsse). Zuluft dann am entferntesten Punkt von Türe an Decke (aber eher weg von Bett). Wichtig: auf Geräuscharmut pochen.

    Generell:

    System stufenweise schaltbar (z.b. bei Ferienabwesenheit nur kleinste Luftmengen, Raucherhaus grössere Luftmengen)

    Besonders wichtig:

    Rohrsysteme muss mit vernünftigen Aufwand zu reinigen sein.

    Serviceöffnungen vorsehen, besonders für deckeneingelegte Rohre.

    Filtertauschkosten berücksichtigen /vergleichen.

    Wartungsvertrag vor Bestellung verlangen und vergleichen (wiederkehrende Kosten)

    Abnahme: Luftmengen und Geräusche testen. Allenfalls vorgängig Dichtigkeitstest durchführen.

    Redundanzüberlegung:

    Falls System ausfällt: Kann man noch genügend manuell lüften ?

    beste Grüsse, Jacques

  6. klöti6. Januar 2011
    Hallo Jacques

    Wie ermöglichst du Redundanz wenn die Rohrsysteme in die Bodenplatte eingegossen sind.

    Empfiehlst du die Rohrsysteme selber zu reinigen oder kann das nur eine Fachfirma.

    In welchen Intervallen sollten die Rohrsysteme gereinigt werden ?

    klöti

  7. Jacques19637 Beiträge6. Januar 2011 · bearbeitet
    Hallo Jacques

    Wie ermöglichst du Redundanz wenn die Rohrsysteme in die Bodenplatte eingegossen sind.

    Empfiehlst du die Rohrsysteme selber zu reinigen oder kann das nur eine Fachfirma.

    In welchen Intervallen sollten die Rohrsysteme gereinigt werden ?

    klöti
    Hallo klöti

    Redundanz grundsätzlicher Art meint, dass ich eine ganz normale Fensterlüftung machen kann (lach nicht, kommt alles vor), d.h. nach wie vor sind mind. Lüftungsflügel vorzusehen (Z.B. eben aucha n stark befahrenen Strassen) und zwar so, dass man einen einfachen Querzug ins Haus/Wohnung bringt.

    Dann:

    Was einbetoniert ist, ist einbetoniert, das springt grundsätzlich nichts davon und geht kaum was kaputt.

    Rohrsysteme nur dort in Betondecken (Bodenplatten?) verlegen, wo notwendig. Warum nicht in untergeordneten Räumen Aufputz oder mit einer Blinddecke?

    Die Rohre sind allerdings kaum das Problem. Problematisch ist der Ausfall/Störung beweglicher Teile oder der Steuerung.

    Rohrsysteme selber zu reinigen, ist kaum machbar/sinnvoll (Gerätschaften, Rohrkamera etc. gehören kaum in die Standardputzausrüstung eines EFH Besitzers). Ausserdem sind die wenigsten (Krankenschwestern ausgenommen) imstande, einen mikrobiotischen Test zu machen.

    Rohrsysteme also reinigen lassen, durch Fachfirma.

    Intervalle Reinigung

    Abhängig von folgenden Faktoren:

    - Umgebungsluft (Land, Stadt, Flughafen, LKW Verkehr etc)

    - Filterqualität (dort sollte zumindest mal Zuluft entstaubt werden)

    - eigenes Putzverhalten ( ...., Staub in Abluftrohre)

    Wer ein solches System baut, soll vor Vergabe den Architekten/Fachplaner bitten, bei den Erläuterungsgesprächen mit den anbietenden Unternehmern dabei zu sein und

    a) Fragen, ob er keine Vorbehalte zu ausgeschriebenen System und zur Ausschreibung hat

    /emoticons/default_cool.png Referenzen verlangen (Anlagen mind. 5 Jahre in Betrieb) und dort auch Referenzen einholen.

    c) Fragen, was im Betrieb notwendig ist, damit die Gewährleistung garantiert wird

    d) Fragen, ob er Reinigungen später durchführt, was das kostet und wie das gemacht wird (hier auch fragen, ob das System auf dem Plan dafür geeignet ist (Putzstutzen, Zugänglichkeit)

    => Etc.

    Frag in solchen Angelegenheiten den anbietenden Unternehmer und nicht den Architekten.

    Mach das bei zwei bis drei verschiedenen und du kannst Quervergleiche ziehen, checken ob die Aussagen verlässlich sind, oder ob nur gelafert und versprochen wird.

    Meistens geht es ja doch um ein Gewerk, das mehr als ein paar tausende Franken kostet.

    Im übrigen lernt man so, dauernd dazu und bekommt erst noch einen Eindruck vom Unternehmer als Mensch selber.

    beste Grüsse, Jacques

  8. Walter600 Beiträge6. Januar 2011
    Bei Energie-Cluster habe ich irgendwo gelesen, dass der Auslass der Zuluft überall sein kann. Als Beispiel wurde auch ein Auslass über der Tür erwähnt.

    Macht meiner Meinung nach auch Sinn. Denn die Zuluft vermischt sich ja mit der Luft im Raum.

    Gruss Walter

  9. bigrun107 Beiträge6. Januar 2011
    Habe mich auch damit befasst und diesbezüglich in einer Studie gelesen, dass der Austrittspunkt der Zuluft im Raum nicht sehr relevant ist.

    Scheinbar mischt sich die Luft im Raum relativ schnell, wie mein Vorredner schon geschrieben hat. Das war für mich ausschlaggebend für die Positionierung in den Schlafräumen. Bei meinen Schlafräumen wäre der entfernteste Punkt im gleich über dem geplanten Bettstandort gewesen.

    Das wollte ich nicht (Lärm/Luftzug etc). Jetzt sind die Ventile in Türnähe, 1m Abstand, und ich bin sehr zufrieden mit dem Lüftungsergebnis.

  10. Pippen2’281 Beiträge7. Januar 2011
    Beim Minergie Verein kann man CO2 Messgeräte mieten. Damit kann man relativ einfach, die Effektivität der Lüftung und die Einstellungen testen.

    Damit bin ich zum Schluss gekommen, dass es bei uns doch rel. relevant ist, wo die Zuluftauslässe sind. Im Elternschlafzimmer sind sie auch nahe bei der Türe.

    Dort ist das Ergebnis bis jetzt am wenigsten ideal. Ich will nicht sagen schlacht, aber nicht ideal. Dort wo die Öffnungen weiter weg sind, ist s besser.

    Ausserdem würde ich an Orten wo man sich längere Zit aufhält (Bett, Sofa, Tische, ...) nie einen Auslass an die Decke machen. Tief unten an der Wand ist nicht schlimm. Aber nicht in die Decke. Denn im Winter bei sehr kalten Aussentemp. ist die Zuluft doch schnell mal 3-4°C kühler als die Innenluft. Das erzeugt (weil kalte Luft schwerer ist) einen "Abwind" der ein Gefühl von Luftzug vermittelt. Deshalb sind die Auslässe sehr gut zu planen.

    Weiterhin würde ich nur Lufteinlasse mit G4 Filter verbauen. Damit diese Rohre auh weniger verschmutzen.

    Ein wichtiger Punkt der auch oft vergessen wird: Luft Zu- und Einlasse unbedingt so platzieren, dass man Messtrichter darüber stülpen kann.

    Das heisst es muss ein Abstand von min. 60cm geben.

    Ich würde die Lüftung unbedingt von einem Fachmann planen lassen (nicht Sanitär oder Architekt). Nur er hat normalerweise die nötige

    Erfahrung und Ausbildung.

  11. sirupflex307 Beiträge7. Januar 2011
    Bei uns sind in den Arbeits- und Schlafzimmer die Lufteinlässe jeweils nahe bei der Türe. Ich habe keine Vergleichsmöglichkeit aber die Luftdurchmischung / Luftaustausch würde ich als tiptop bezeichnen. Gemäss den Informationen, die man mir gegeben hat, verursachen andere Faktoren im Zimmer (Heizung, Luftumwälzung vor Fenster, Körperwärme) massiv grössere Luftströmungen als die KWL selbst, deshalb sei es relativ irrelevant, wo der Lufteinlass ist.

    Natürlich kann es in verschiedenen Zimmern verschieden gut funktionieren. Ob das dann an unterschiedlichen Lufteinlässen liegt oder an unterschiedlichen Voraussetzungen im Zimmer (Grundriss, Grösse, Fenster, Möblierung, Nutzungsverhalten, etc.), lässt sich wahrscheinlich sehr schwer ermitteln.

    Viel wichtiger ist meiner Meinung nach, wie Pippen schon geschrieben hat, dass sich keine Luftauslässe in der Decke direkt über Lokationen befinden, an denen man sich aufhält (Esstisch, Sofa, Arbeitsplatz, Bett). Denn hier ist, entgegen den Behauptungen diverser Lüftungstechniker, je nach Situation durchaus ein etwas unangenehmer Luftzug zu spüren. Glücklicherweise haben wir beim Bau darauf geachtet, so dass wir wirklich eine komplett zugluftfreie KWL implementieren konnten (so wie's auch sein soll).

  12. kanirw65 Beiträge7. Februar 2011
    ALLe diese Zwangsbelüftungen haben drei wesentliche Probleme:

    Erzeugung von Lärm und Zugluft sowie das Reinigungsproblem.

    Um Lärm und Zugluft zu vermeiden muss man unbedingt eine fachlich versierte Firma mit einiger Erfahrung auf dem Gebiet beauftragen.

    Für die Reinigung ist darauf zu achten, dass diese überhaupt möglich ist und es sollte jährlich fachgerecht gereinigt werden....

    sonst wird das ganze Lüftungssytem zu einer Schimmel und Baktrerienzuchtanstalt!!!!!!!1

  13. Hausi339 Beiträge7. Februar 2011
    ALLe diese Zwangsbelüftungen haben drei wesentliche Probleme:

    Erzeugung von Lärm und Zugluft sowie das Reinigungsproblem.

    Um Lärm und Zugluft zu vermeiden muss man unbedingt eine fachlich versierte Firma mit einiger Erfahrung auf dem Gebiet beauftragen.

    Für die Reinigung ist darauf zu achten, dass diese überhaupt möglich ist und es sollte jährlich fachgerecht gereinigt werden....

    sonst wird das ganze Lüftungssytem zu einer Schimmel und Baktrerienzuchtanstalt!!!!!!!1
    Auf welchen Erfahrungen/Untersuchungen basieren deine pauschalen Aussagen?

    Ein Lüftungssystem mit Filtern an den Ansaugstellen braucht ganz sicher nicht jährlich gereinigt zu werden.

    Wie schon in unzähligen Untersuchungen nachgewiesen wurde sind fachgerecht ausgelegte Lüftungsanlage hygienisch völlig unbedenklich. In manchen zwangsbelüfteten Gebäuden weisst die Raumluft sogar eine bessere Qualität auf als die Aussenluft.

    Gesundheitliche Aspekte der Komfortlüftung

  14. kanirw65 Beiträge8. Februar 2011
    Ja hausi fachgerecht ausgelegt UND REGELMÄSSIG GEREINIGT ist die Luftqualität meist in Ordnung.

    Nur viele sind halt nicht ganz so fachgerecht ausgelegt und gereinigt werden die wenigsten.

    Natürlich wird behauptet, dass eine jährliche Reinigung nicht erforderlich ist - kostet doch diese einiges....

    Woher ich das weiss, dass ohne fachgerechte regelmässige Reinigung Probleme entstehen - ganz einfach nachdem ich schon des öfteren mit entsprechendem Gerät (Viedeokammera) in ca 3-5 Jahre nicht gereinigte Anlagen reingeschaut haben!

    Natürlich wird das teilweise von den Anbietern abgestritten.....