Vorweg: Meine hier geschilderten Gedanken basieren nur auf Theorie da leider noch keine Praxiserfahrung vorhanden ist.
Ich würde diesen Herbst gerne Mist im Gemüsegarten ausbringen da der Boden recht mager ist.
Das Thema wird ja unter Gärtnern gerne heiss disskutiert, ich würde dies hier gerne auch mal machen.
Angefangen beim Thema Frischmist/Rottemist:
Rottemist ist für die Bodenorganismen und Pflanzen einfacher zugänglich.
Da ich eh im Herbst Mist auftragen will, spielt es keine Rolle wie schnell es dem Boden zur Verfügung steht.
Mist einarbeiten oder als Mulchschicht verwenden:
Wenn er eingearbeitet wird zersetzt er sich besser und ist näher an den Wurzeln. Die Beete liegen dann aber Brach und sind den Erosionen ausgesetzt.
Als Mulchschicht angewendet sind die Beete geschützt. Allerdings können extreme Wettereinflüsse den Mist auswaschen/verbrennen. Dazu kommt das man im Frühling nicht verrottetes Material hat was beim Sähen stören kann.
Hoi Pascal, ich werde dir mal ein paar gedankenanstösse geben.
Verrotteter Mist ist Pflanzenverträglich, jetzt kommt das aber, hattest du dich nicht über sehr viel Unkraut beschwert? Das wirst du dann wieder haben, weil Gräsersamen von Tieren nicht verdaut werden.
Warum machst du nicht mit Bokashi weiter? Bokashi ist nach 2 Wochen bereits neutral und wird nach und nach den Pflanzen zugänglich gemacht, dein Humusgehalt wird sich bei Bokashi ständig weiter aufbauen, dein Boden wird sehr Fruchtbar.
Noch dazu kannst du das ganze Jahr Bokashi ausbringen. Jetzt im Herbst kannst du Grasbokashi, Laubbokashi oder auch Obstbokashi aber auch Gemüsebokashi herstellen.
Warum möchtest du die Beete brach liegen lassen, warum kein Wintergemüse, von Lauch bis hin zu Winterblumenkohl.
Der Boden ist so stark ausgelaugt dass ich ihn jetzt nicht auch noch im Winter weiter beanspruchen möchte.
Mit Bokashi werde ich sicher weiterhin arbeiten, allerdings kann ich nicht diese Menge herstellen die ich brauche um schnell auf einen grünen Zweig zu kommen.
Pascal, auch kleine Bokashi gaben können sehr viel bringen. Noch dazu kannst du den Mist Bokashieren, in dem du zwischen den Mist schicht für schicht EMa dazu geben tust, ordentlich verdichtest und zum Schluss mit einer Folie abdecken tust, an den Rändern beschweren.
Das kannst du im Herbst anlegen, wenn es unter 5° geht fallen die Microben in eine Starre, sobald es über 5° geht arbeiten sie weiter.
Im spätem Frühjahr hast du dann das ganze fertig und kannst ihn dann einsetzen, oder lässt ihn weiter vererden, gibst Pflanzenkohle dazu, dann hast du im nu Terra preta.
Also die Möglichkeiten Nahrhaften Boden herzustellen sind nicht begrentzt, wenn man noch etwas Gesteinsmehl mit untermischen tut, dann rutschen die Pflanzen von alleine dahin.
Blumenkisten, auf den Boden Bokashi, eine Schicht Erde darüber, dann die Pflanzen ganz normal einpflanzen, die Wurzeln wachsen von alleine in Richtung Bokashi, Nahrung ohne ende.
Der Boden ist so stark ausgelaugt dass ich ihn jetzt nicht auch noch im Winter weiter beanspruchen möchte.
Mit Bokashi werde ich sicher weiterhin arbeiten, allerdings kann ich nicht diese Menge herstellen die ich brauche um schnell auf einen grünen Zweig zu kommen.
mache es einfach, da wo du pflanzen möchtest, bringst du Bokashi rein so auf 15 cm tiefe, dann eine dünne Schicht Erde drüber und darauf kannst du Sääen oder auch pflanzen. Die Pflanzen können nicht das gesamte Nahrungsangebot aufbrauchen, also wird ein Depot aufgebaut. Humus wird aufgebaut. Selbst mit Mist kannst du nicht sofort Humus aufbauen, selbst das dauert 2-3 Jahre. Mit Bokashi habe ich es in 1,5 Jahren geschafft. Natürlich habe ich jede Menge Bokashi in den Boden gebracht, hatte da auch noch keine Erfahrungen damit, geschadet hat es nicht. Jetzt, kann ich auf fast 2 Jahre zurückblicken, es waren nicht immer nur Erfolge, aber die Neugier hat mich angetrieben.
Ich muss gestehen, meine Erfahrungen mit Mist sind sehr beschränkt, genuagenommen gegen Null tendierend... :mrgreen:
Pferdemist im Frühjahr zu den Rosen - mit viel Abstand!!! - das war's dann auch schon.
Grundsätzlich würde ich aber Mist im Frühjahr zugeben, wie jede Art von Dünger, der ja letztendlich die Pflanzen zum Wachstum antreiben soll. Im Herbst ist das bei Mehrjährigen nicht gewünscht, die sind auf dem Rückzug in die Winterpause.
Bei Herbstansaaten sieht's wohl wieder anders aus, die können Unterstützung gebrauchen.
Pflanzt man hingegen nichts im Herbst, ist der Dünger eher für die Katz, weil bis im Frühjahr ausgewaschen. Da würde ich auch eher auf eine langfristige Bodenverbesserung zielen, Gründüngung oder Mikroorganismen.
Also, um mal kurz auf den Threadtitel zurückzukommen :wink: , meine Eltern reichern ihren Garten jedes Jahr mit Mist an, das geht gleichzeitig mit dem Umgraben der Beete im Herbst. Früher haben sie beim Bauern noch Kuhmist geholt, heute nehmen sie den eigenen Hühnermist. Seit bald 30 Jahren haben in demselben Gartenstück Jahr für Jahr wunderbares Gemüse!! Sogar die Tomaten kommen seit gut 15 Jahren im selben Kübel mit derselben Erde, einfach angereichert mit Mist. Mehr Unkraut als die umliegenden Nachbarn scheinen sie nicht zu haben, aber sie jäten zwischendurch auch mal. Also z 5i und s Weggli gibts halt nicht (immer).
Und ganz ehrlich: Wenn der Mist vor der Haustüre (also nicht ganz :wink: , vielleicht eher neben dem Hühnerstall) liegt, dann gibt es einfach viel, viel weniger Arbeit als Bokashi. Und gebraucht werden muss er ja auch - auf den Feldern dürfen die Bauern nicht mehr immer alles ausbringen, und so ein schöner Bauernhof mit 6 Misthaufen rundherum wäre ja auch nicht ganz so schön... 🙂
Alles schön und gut, aber das die Pflanzen eine ganze weile brauchen um an die Nährstoffe zu kommen, diese auch verarbeiten können. Ich könnte dir ein Buch empfelen " Mit EM durchs Gartenjahr" wenn du das gelesen hast dann kannst du mich vielleicht verstehen. Es geht nicht nur ums Unkraut, das ist garnicht so verkehrt wenn welches da ist, es geht dabei auch um die reduzierung von Schnecken, schnelleren Humusaufbau. Das Umgraben ist eigentlich garnicht gut für den Boden, Microben die ohne Sauerstoff leben werden an die Oberfläche gebracht und sterben ab, andere die an der Oberfläche leben, ersticken.
Ich habe ja auch nicht EM/Bokashi/Terra Preta schlecht gemacht (käme auch nicht drauf, solange ich's nicht ausprobiert habe), das beruht auf meiner 30-jährigen Erfahrung mit dem Garten meiner Eltern und die habe ich weitergegeben. Es heisst ja auch "Gedankenaustausch" im Threadtitel. Ich sage ja nicht, dass es der einzige (richtige) Weg ist und predige auch nicht rum: "Mach das und das, alles andere ist falsch!", sondern ich überlasse jedem seine eigene Meinung und teile meine halt zwischendurch auch mal mit. 🙂 Wohin sollen denn meine Eltern mit dem ganzen Mist sonst gehen? Im Garten nützt er und ist gleicht verarbeitet und liegt nicht einfach rum. Sonst würde man ja in ein paar Jahren weder Wiese noch Haus noch Garten mehr sehen... :wink: Und im Mist hat es ja auch EM, die helfen ja wohl auch! :wink: Ist ja nicht so, dass das ganze steril ist... Im Prinzip ist ja jeder Mikroorganismus irgendwo effektiv - und Mikroorganismen sind überall! :wink: (Und die brauchts auch überall :wink: :-D )
das die Pflanzen eine ganze weile brauchen um an die Nährstoffe zu kommen, diese auch verarbeiten können
Ist das denn schlecht? Wenn sie jedes Jahr dasselbe bekommen, haben sie auch über eine lange Zeit regelmässig Nährstoffe im Boden. Ich weiss ja nicht, wie häufig man Bokashi auf den Beeten ausbringen muss, damit man ein Jahr lang super Gemüse hat, davon auch viele Starkzehrer. Aber einmal im Jahr mit Mist anreichern, dann den (schneereichen) Winter "überleben" :-D und die ganze Saison einen wunderbaren, nahrhaften Boden für die Pflanzen zu haben (und das seit Jahren!), erscheint mir nicht so, als ob die Pflanzen zu wenig Nährstoffe haben oder nicht an die herankommen. Während dem Jahr wird weder gespritzt noch gedüngt. Auch nicht bei den Tomaten im Topf (ca. 0.7 m3 Topf mit jeweils 3-4 Tomatenpflanzen, bis zu 2 m hohe Pflanzen und Ertrag bis zum geht nicht mehr). Und in den Bauerngärten früher hatten sie ja auch wunderbares Gemüse und üppige Blumen ohne EM/Bokashi etc. Da reichte auch Mist und Kompost und das Wissen um Mischkultur und robuste Sorten.
Andreas, das mit dem Predigen, da habe ich ja auch nicht Silkos sehr umfangreiches Wissen über EM+ (also EM, Bokashi, Terra Preta und was alles damit zusammenhängt :wink: - ich lese da auch sehr gerne mit) gemeint, sondern ich habe gedacht, mein vorheriger Kommentar wird so verstanden, dass ich sage, alles andere als Mist sei Mist :mrgreen: . Wenn es falsch rübergekommen ist, entschuldige ich mich in aller Form! Wenn ihr es sehen würdet, hätte ich sogar einen Knicks gemacht!!! :-D 😀 Pascal hat uns nach Erfahrungen und Gedanken über Mist im Garten gemacht und ich habe von meinen Erfahrungen aus dem elterlichen Garten berichtet und wie sie es gemacht haben.
Das Konzept der EM ist offenbar übrigens erst seit ca. 1980 bekannt, jedenfalls meint Wikipedia, dass das so ist.
(steht schon in der Bibel, wessen das Herz voll ist, geht der Mund über)
Gut nicht jeder hat so viel Mist wie ihr vielleicht, klar so haben meine Eltern auch immer gedüngt, kann ja auch jeder machen wie er mag, ich habe halt jetzt das 2. Jahr meine Erfahrungen gemacht, mit Bokashi und EM.
Nur hat es mich immer abgeschreckt das ich die ganzen Beikräuter auch welche die ich absolut nicht im Beet haben möchte.
Es gibt viele Wege fruchtbare Böden herzustellen, das was ich mit Bokashi mache ist eine davon. Das schöne ist das man alles was im Garten abfallen tut, dem Garten auch wieder geben kann, aufgewertet als Bokashi. Das heisst es passiert das gleiche wie beim Sauerkraut, Minderwertiger wenig nahrhafter Weisskohl, wird fermentiert zu Sauerkraut das angereichert ist mit Vitaminen, Antioxydantien und Pro Vitaminen, also alles das was Microben ausscheiden.
Das Konzept der EM ist offenbar übrigens erst seit ca. 1980 bekannt, jedenfalls meint Wikipedia, dass das so ist.
Sorry, seit 1980 ist EM durch Higa bekannt, aber Terra preta die ja auch mit Microben zu tun hat ist etwa 3000 Jahre alt, nur halt neu entdeckt und nutzbar gemacht :-D