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Knotengarten

0Antworten196Aufrufevon Redaktion · 17. November 2016letzter Beitrag vor 10 Jahren
  1. Redaktion1’197 Beiträge17. November 2016
    Knotengarten – Ein harmonisches Drunter und Drüber mit enormem Zierwert


    Ursprünglich ein Element italienischer Gärten der Renaissance, im 16. Jahrhundert in holländischen und französischen zu finden und bis anhin in englischen Gärten anzutreffen, erfreuen sich Knotengärten auch bei uns immer mehr an Beliebtheit. Dabei handelte es sich anfänglich um Flechtmuster aus meistens immergrünen, kleinwüchsigen Ziergehölzen wie Buchsbaum in Kombination mit Heilpflanzen und Kräutern wie beispielsweise Winterbohnen- und Heiligenkraut oder Gamander. In England wurden Kräuter wie Ysop, Rosmarin, Thymian aber auch Grasnelken, selten Heiligenkraut bereits ab dem Jahre 1500 für Einfassungen benutzt. Ende des 16. Jahrhunderts wurde hier dann der Zwergbuchs eingeführt, welcher sich auch andernorts mehr und mehr durchsetzte. Die über ihre Landesgrenze hinaus bekannte, englische Landschaftsgärtnerin Rosemary Verey war übrigens eine Liebhaberin von Knotengärten. Ein schönes Beispiel ist heute noch in Barnsley House in den Cotswold zu sehen, dem Wohnsitz bis zu ihrem Tod im Jahre 2001.
    Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Knotengärten, den offenen und den geschlossenen, wobei beim Ersteren einzelne Ausschnitte mit einer umgebenden niedrigen Hecke abgetrennt sind. Der geschlossene bildet ein durchgehendes Band. Offene Knotengärten wurden und werden auch heute noch oft mit farbigem Kies oder Holzschnitzel gefüllt, während in geschlossenen Stauden oder einjährige Blumen gedeihen. Der idealste Standort war und ist auch heute noch vor einem Fenster, weil sich von hier aus eine gute Sicht auf die Ornamentik bietet. Aber auch der Platz vor einer Terrasse oder einem erhöhten Sitzplatz eignet sich dazu. Natürlich kommt ein jeder andere Standort ebenso in Frage, nur sollte dieser für diese ornamentale Inszenierung von Pflanzen dann doch nicht zu exponiert sein.


    Die Wahl der Pflanzen


    Bei der Auswahl der Pflanzen ist folgendes zu beachten: Will man ein ordentliches Beet, so eignet sich kompaktwachsender und nahezu in Form bleibender Buchs am besten dazu, der aber zweimal jährlich geschnitten werden sollte. Empfehlenswerte Sorten sind Buxus sempervirens ‘Sufruticosa‘ und ‘Blauer Heinz‘, letzterer mit bläulichem Laub. Ebenfalls in Frage kommt B. sempervirens ‘Argentovariegata‘ mit grüngelbem Laub. Sein Wuchs ist jedoch sparrig, daher benötigt er etwas mehr Pflege.Darüber hinaus kann Buchsbaum auch gut mit sommergrünen Zwerggehölzen kombiniert werden. Dazu eignet sich die ebenfalls kompaktwachsende Grünblättrige Zwergberberitze, Berberis thunbergii ’Kobold’ oder, wenn es zweifarbig sein soll, B. thunbergii 'Bagatelle' und B. thunbergii 'Atropurpurea Nana', beide mit rotem Laub. Wer es etwas wilder mag, auf das Ablesen des Buchsbaumzünslers verzichten will, jedoch nicht auf wintergrüne Pflanzen, wählt Spindelstrauch, Euonymus fortunei 'Emerald Gaiety' mit kleinen, weiss- oder E. fortunei 'Emerald 'n Gold' mit gelbgerandeten Blättern. Ebenfalls verwendbar sind niedrige Gräser wie das Bärenfellgras, Festuca cinerea und in nicht zu kalten Lagen kompaktwachsende Halbsträucher wie Gamander, Teucrium, Bergbohnenkraut, Satureja montana, Lavendel, Lavendula oder Heiligenkraut, Santolina. Hier muss jedoch angefügt werden, dass diese deutlich mehr Pflege benötigen, damit der Knoten auch ordentlich aussieht.




    Das Anlegen


    Damit ein Knotengarten über lange Zeit Freude bereitet, lohnt sich eine gute Bodenvorbereitung. Bei Rasenflächen wird die Grasnarbe vorab vollständig entfernt anschliessend alle Böden mit der Grabgabel tiefgründig gelockert. Wo eine Bepflanzung mit Buchs, Berberitze oder Spindelstrauch vorgesehen ist, sollte das Erdreich mit reichlich Kompost verbessert werden. Bei eher sandigen oder sehr schweren Lehmböden empfiehlt sich eine Bodenverbesserung mit Gartenhumus. Ist die Bodenvorbereitung abgeschlossen, geht es an das Aufzeichnen des Musters. Am einfachsten geht dies, indem man zuerst mit Bambusstäben und Schnur einen Raster auf der vorgesehenen Fläche anbringt. Anschliessend wird das Muster mit Sand ‘aufgezeichnet‘, den man vorab in eine Plastikflasche füllt und langsam auf den Boden rieseln lässt. Danach geht es ans Pflanzen. Informieren Sie sich beim auf im Fachhandel über die Pflanzabstände der vorgesehen Pflanzen. Zum Schluss das Muster noch gut angiessen und je nach Bepflanzung den Knoten durch Schneiden in Form halten. Nicht zu vergessen ist, dass auch ein Knotengarten gedüngt werden will. Dies besonders dann, wenn die Zwischenräume zusätzlich bepflanzt werden. Verwenden Sie dazu einen, den Bedürfnissen der Pflanzen entsprechenden Dünger, dann werden Sie über viele Jahre Freude an Ihrem Kunstwerk haben.

      

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