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HELLHOERIGKEIT VON REIHENHAUS NACH UMBAU

4Antworten1’715Aufrufevon FONTANA PETRA · 27. Dezember 2014letzter Beitrag vor 12 Jahren
  1. FONTANA PETRA2 Beiträge27. Dezember 2014
    Hallo liebe Haus-Forum-Gemeinde,

    bin absoluter Neuling in diesem sehr interessanten Forum und hoffe, dass Ihr mir in miener Not mit einem guten Rat weiterhelfen könnt.

    Mein Sohn und ich wohnen in einem Zweifamilien-Reihenhaus, dh. links auf 2 Etagen die neuen Nachbarn und rechts auf 2 Etagen wir.

    Das Problem begann, als die neuen Nachbarn  - ohne Voranmeldung und Baugenehmigungen-  wild damit anfingen, ihre Seite zu renovieren, welches mit einer extrem lauten Total-Demolierung begann. Beton-Wände wurden herausgerissen, in die Fussböden ein Liftschacht gefräst, sämtliche Heizungsserpentinen entfernt, der Oeltang zersägt da eine WP installiert werden sollte usw. Das geht nun schon so seit über 2 Jahren. Zwischenzeitlich hat sich der Gemeindetechniker eingeschaltet, da vermutet wurde, dass viel "schwarz" gearbeitet wird. Jetzt sind die neuen Nachbarn viel vorsichtiger und das Ganze ist in eine Art "Katz-und-Maus-Spiel"  ausgeartet. 

    Soweit so gut. Das wahre Problem ist aber:    

    Das Haus ist  seit diesem radikalem Umbau extrem hellhörig geworden. Die WP selbst ist ausserhalb des Gebäudes und kein Problem.

    Die Beton-Zwischenwand jedoch, die unsere beiden Haushälften teilt, scheint plötzlich jedes Geräusch weiterzuleiten. Im Schlafzimmer höre ich den Nachbarn schnarchen, Gespräche sind fast wörtlich zu verstehen,  das Wasser hört man allzudeutlich rauschen, das Quietschen der elektrischen Jalusien, jeder Stuhl der verrückt wird.....Es ist zum  aus-der-Haut-fahren!

    An der Aussenseite des Nachbarhauses, nahe der Trennwand zu unsrer Hälfte,  habe ich zwei runde rohrähnliche Oeffnungen entdeckt, wäre es technisch möglich, dass durch diese Kanäle der Schall weitergeleitet wird? Oder wurden ev. die Rohrleitungen der WP in den  (od. nahe den) Elektrokanälen verlegt? Oder gibt es eine andere Erklärung für diese extreme Weiterleitung des Schalles?

    Als wir vor einiger Zeit bei besagten Nachbarn höflich anfragten, wurden wir sehr hochnäsig abgewimmelt und konnten nur durch den Türspalt sehen, dass die Innenwände teilweise "abgeschalt" waren (es sah so aus, als ob eine Schicht der Betonwand abgetragen und das Innenleben der Wand sichtbar war). 

    Seitdem ist Funkstille und wir sind ziemlich verzweifelt.

    Weiss jemand vielleicht einen guten Rat?

    Wir wären sehr-sehr dankbar und wünschen Allen weiterhin schöne Festtage und ein gutes gesundes Neues Jahr.

    Petra Fontana

  2. maningreen717 Beiträge27. Dezember 2014
    Liebe @Petra

    Schade, dass sich gewisse Nachbarn nicht an ungeschriebene Gesetze halten. Es ist immer gut, wenn man den Nachbarn bei einem Umbau einbezieht.

    Gibt auf der Gemeinde einen Antrag, bzw. Baugesuch für den Umbau?

    Diese zwei Röhren könne vielleicht von einer kontrollierten Lüftung sein. Bei der Frage zur Zwischenwand ist zu klären, ob dieses entfernen baurechtlich genehm ist, denn eine Zwischenwand ist auch ein Brandschutz gegenüber dem angebauten Objekt.

    Auch gibt es neue Gesetze über den Schall. Auf Deiner Seite darf der Schallwert 25 dbA nicht überschreiten. Diese Regelung ist seit mehren Jahren im Vollzug und muss eingehalten werden.

    Hoffe Dir mit diesen angaben einen Schritt weiter geholfen zu haben.

  3. FONTANA PETRA2 Beiträge27. Dezember 2014
    Vielen herzlichen Dank für deine Antwort, lb. maningreen, leider gibt es so rücksichtslose Menschen mit denen man nicht nur überhaupt nicht reden kann sondernd die- - sogar am 24. Dezember-nachmittag sowie heut den ganzen Tag radikal mit der Bohrmaschine weiterrumoren (eben jetzt um17.15 mussten wir wieder an die Wand klopfen weil wir unser eigenes Wort nicht mehr verstehen konnten).

    Auf der Gemeinde gibt’s mittlerweilen, nach Eingreifen des "tecnico comunale" ein Baugesuch für den Umbau und ich glaube, dass die Zwischenwand auf der Nachbarseite nicht komplett abgetragen wurde sondern vielleicht ev. ausgehöhlt und Rohre eingezogen wurden.

    Sollten diese zwei Röhren von einer kontrollierten Lüftung stammen, glaubst Du dass über diese der Schall so verstärkt zu mir weitergeleitet werden könnte? Und wie kann ich als “Privatmensch” messen, dass der Schallwert 25 dbA nicht überschritten wird?

    Der Baulärm ist die eine Sache, meine weitaus grössere Sorge ist eben dass wir auch künftig diesen zermürbenden Lärmemissionen ausgesetzt sind. Glaubst du es bringt etwas, einen Gutachter einzuschalten?

    Vielen Dank nochmals und sorry dass ich so gestresst rüberkomme aber es ist echt wiedermal heavy, trotzdem

    lbg Petra

  4. Urs Tischhauser1’559 Beiträge30. Dezember 2014
    Liebe Petra

    Es scheint nicht allen Eigentümern klar zu sein, dass Eigentum nicht nur mit Rechten, sondern auch mit Pflichten verbunden ist. Wenn Du mit dem Nachbarn nicht klarkommst musst Du Fachleute beiziehen. Ein Schallgutachten bedingt aber, dass die Messeinrichtung teilweise beim Nachbarn aufgestellt werden muss. Die Androhung einer Anzeige bei der Gemeinde kann vielleicht helfen. Eine kostspielige Sache wird dies am Schluss werden. Wenn aber die gesetzlich einzuhaltenden Werte nicht erreicht werden, wird der Nachbar dafür gerade stehen müssen. Der Brandwiderstand kann wie Maningreen richtig festgestellt hat auch noch hineinspielen.

    Trotzdem einen Guten Rutsch ins Neue Jahr

    Urs Tischhauser

  5. emil172’299 Beiträge30. Dezember 2014 · bearbeitet
    Ich sehe das das Problem, dass der geschädigte Nachbar, um sich durchsetzen zu können, nachweisen muss, dass der Zustand vorher besser war. Denn es könnte ja auch sein, dass der Schallschutz vorher schon schlecht war, aber die alten Nachbarn einfach nur ruhiger waren.

    Dazu muss ein unabhängiger Fachgutachter am Bau feststellen, dass neu erfolgte Eingriffe auf Nachbarsseite anerkannte Regeln der Technik verletzt haben, in diesem Falle den Schallschutz bei aneinandergrenzenden Bauten.

    Weil dazu das Haus auf Nachbars Seite betreten werden muss, wäre schon die Bestellung des Gutachters ohne Kooperationsbereitschaft nur auf gerichtlichem Weg durchsetzbar.

    Eine Möglichkeit wäre, dass beide Parteien den Gutachter gemeinsam bestellen und sich im Voraus darauf einigen, dessen Bericht zu akzeptieren. Dies ist wichtig, weil sonst ein PingPong mit Gutachten und Gegengutachten erfolgen kann.

    Da diese Situation (keine Kooperationsbereitschaft) leider nicht allzu selten sein dürfte, weiss der Fachgutachter vielleicht, wie hier vorzugehen ist.

    Baulärm während der offiziellen Arbeitszeiten muss man übrigens ertragen, genauso wie motorsägende, rasenmähende oder trennschleifende Nachbarn - ausser diese Tätigkeit erfolge gewerblich und man ist im Wohngebiet.

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