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Freilandbonsai

0Antworten156Aufrufevon Redaktion · 21. November 2016letzter Beitrag vor 10 Jahren
  1. Redaktion1’197 Beiträge21. November 2016
    Schneiden, pflegen und überwintern 

    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]In Nord-Japan herrschen in etwa dieselben klimatischen Bedingungen wie hier bei uns in der Schweiz. Südjapan hat eher ein Klima wie unser Tessin. Japanische Bonsai sind bei uns winterhart und können nicht in der Wohnung gehalten werde; daher der Name Freilandbonsai. Freilandbonsai benötigen je nach Art und Sorte einen sehr hellen bis vollsonnigen Standort im Garten, auf der Terrasse oder dem Balkon. Bonsai wollen das ganze Jahr draussen stehen und vertragen Regen, Wind und Wetter. Besonders als Standort geeignet sind Mäuerchen, Säulen und runde Holzstämme als Ständer.[/COLOR]


    Grundsätzliches

    Freilandbonsai müssen regelmässig gegossen und gedüngt werden. 
    Kleine Schalen werden tagsüber besser etwas schattig gestellt, damit sie nicht zu extrem austrocknen.Bonsai müssen regelmässig beschnitten werden, damit sie ihre Form und Grösse beibehalten.Je nach Art und Alter der Bäume müssen sie alle 2-5 Jahre umgetopft werden.Wie diese Pflegearbeiten ausgeführt werden, erlernen Sie am besten in Bonsaikursen. Überwintert werden Freilandbonsai draussen, ein gewisser Schutz ist aber nötig.



    Ursprung und Geschichte



    Schon immer stellte die Natur mit Ihren Urgewalten im Glaubenskult des Menschen einen besonderen Faktor dar. Besonders die asiatische Lebensauffassung erstrebt eine Harmonie von Mensch und Natur. Dass dabei der Baum, als Verbindung zwischen Himmel und Erde, eine Schlüsselstellung einnimmt, liegt sehr nahe. Wann nun aber die Bonsai-Kultur wirklich entstand, kann heute niemand mehr genau feststellen.Die Ursprünge liegen auf jeden Fall im alten China, denn schon in der Han- Dynastie, 206 vor bis 220 nach Christus, haben die Chinesen künstlich gestaltete Felsen- und Garten-Arrangements auf Tablett-Grösse verkleinert und damit natürliche Gegebenheiten kopiert. Vorbild waren die damals schon sehr beliebten Landschafts-Gärten, die teilweise schon vor über 2500 Jahren angelegt wurden.Ein bekannter Mönch war Eisai-zenjii, 1141-1215, der über 22 Jahre in China lebte. Mit ihm und besonders mit dem Wandermönch Saigyo wurde zeitweise eine spezielle Richtung der Bonsai-Kultur in Japan immer mehr verbreitet.In der Kamakura-Zeit, 1192 bis 1333, erlebte die Bonsai-Kultur in Japan ihren ersten grossen Höhepunkt. Das No- Theaterstück "hachi no ki" (Pflanzen in einer Schale) aus dem 15. Jahrhundert beweist, dass zu dieser Zeit die Bonsai-Kultur schon weit. entwickelt ist.Dieses klassische Theaterstück handelt von einem Shogun, der als Bettelmönch verkleidet durch die Lande reist, um festzustellen, ob seine Untergebenen noch zu ihm stehen. Als der Shogun von einem Schneesturm überrascht wird, findet er bei einem verarmten Samurai Unterschlupf, der aber kaum zu Essen und kein Brennholz hat. Um den vermeintlichen Mönch zu wärmen, opfert der Samurai seine letzten drei Bonsai, eine Kiefer, eine japanische Aprikose und einen Kirschbaum.Während der Edo- Periode, 1615- 1867, wurden die kleinen Topfpflanzen immer beliebter. Als 1644 der chinesische Beamte Chu Shun-sui mit seiner umfangreichen Bonsai-Fachliteratur vor der Mandschu-Herrschaft nach Japan flüchtete, erhielt die Bonsai-Bewegung noch mehr Aufschwung.Erst 1914 wurde in Japan die erste große Bonsai-Ausstellung in Tokio veranstaltet. Aber schon 1878 wurden Bonsai in Europa auf der Weltausstellung in Paris gezeigt. 
    Nachdem 1909 auf der Weltausstellung in London wieder Bonsai zu sehen waren, gab es durch die Kriegswirren und deren Nachwirkungen eine jahrzehntelange Abstinenz in Europa. Erst als die kleinen Bäume über den Umweg USA wieder nach Europa kamen, wurde diese einzigartige Kunstform neu entdeckt.




    Das Giessen



    Sehr wichtig ist das regelmässige Wässern mit Regenwasser. Im Sommer sollte morgens und abends gewässert werden, im Winter nur so viel, dass der Wurzelballen nie vollständig austrocknet.Setzen Sie den Bonsai im Sommer nicht der extremen Sonnenstrahlung aus.Benützen Sie zum Bewässern eine feine Brause, damit die Erde nicht aus der Schale geschwemmt wird. Überbrausen Sie den Bonsai ganz, so reinigen sie gleichzeitig auch die Nadeln oder Blätter. Bei gleichmässiger Feuchtigkeit bildet sich bald eine dekorative, schützende Moosschicht über die Erde.





    Das Düngen


    Freiland-Bonsai düngt man mit organischen Düngern aus Japan, die Sie in jedem Bonsai-Zentrum bekommen (Biogold, Edo).


    Sommerstandort


    Freiland-Bonsai sind keine Zimmerpflanzen für längere Zeit! Sie können nicht länger als 1-2 Tage in die Wohnung gestellt werden. Der bevorzugte Platz ist auf einem Mäuerchen, Stein, Regal oder einem Sockel im Garten. Auch Balkone, Vorgärten oder Terrassen sind geeignete Standorte für Bonsai. Besonders eindrücklich präsentiert sich eine kleine Gruppe von verschiedenen Pflanzen.


    Winterstandort


    Obwohl die meisten Bonsai winterhart sind, empfehlen wir bei grosser Kälte ab minus 5° Grad und bei Formen mit flachem Erdballen oder freigelegten Wurzeln eine spezielle Überwinterung. Immergrünen Bonsai wie Kiefern und Wachholder usw. ist zudem genügend Tageslicht notwendig. Bei Bonsai draussen müssen der Wurzelballen und die Schale vor grossem Frost geschützt werden. Füllen Sie eine Kiste mit einem feuchten Torf/ Sand- Gemisch und senken Sie den Erdballen mitsamt der Schale in das Substrat ein. Auch ein Eingraben im Garten ist zweckdienlich.


    Der Schnitt


    Die eigentliche Kunst der Bonsaigestaltung besteht darin, den Pflanzen durch künstliches Trimmen ein baumähnliches, altes Aussehen zu geben, ein Abbild aus freier Natur zu schaffen. Nach dem Austrieb werden die neuen Triebe auf das erste oder zweite Blatt zurückgeschnitten, um die gewünschte Grösse und Form beizubehalten. Bei Kiefern werden die Neuaustriebe um 2/3 eingekürzt. Diese Massnahmen müssen laufend wiederholt werden. Beachten Sie die Anweisungen eines Fachmannes oder orientieren Sie sich in einem der auf dem Markt erhältlichen Bonsaibücher.

      




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