Allgemeines
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Mit ihren gefiederten Blättern sind Farne leicht zu erkennen. Die meisten davon wachsen in den warmen, feuchten Tropen. Mit Moosen und Algen gehören sie zu den ältesten Landpflanzen. Schon vor 500 Mio. wuchsen sie als baumartige Pflanzen. Zusammen mit Bärlapp und Schachtelhalm bildeten sie riesige Ur-Wälder. Ihre Überreste finden wir heute in Kohle- und Erdgasvorkommen. Das Erdöl, Basis unserer heutigen Zivilisation, entstand aus diesen uralten Wäldern! Die Freilandfarne sind wieder in Mode gekommen. Immer mehr werden Farne für den Garten angebotenen. Unbekannte Arten mit dekorativen Blattwedeln machen nun auch die Farne zu wertvollen Zier- und Gartenpflanzen. [/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Das Liebesleben der Farne ist etwas Besonderes und unterscheidet sich von der Vermehrung von Blütenpflanzen massgeblich. Farne lieben es feucht, was mit ihrem Vermehrungs-Zyklus zu tun hat. Sie vermehren sich durch Sporen und nicht wie die Blütenpflanzen durch Samen. Zuerst bildet sich ein Vorkeim, das sogenannte „Prothallium“ aus. Befindet sich unter diesem Prothallium eine dünne Wasserschicht, die den Zellen die Bewegung erst erlaubt, werden die Eizellen befruchtet (Oogamie). Aus diesem Prothallium entstehen die Zygoten, die Farnpflanzen. Die Farnblätter bilden nun auf der Unterseite Sporangien (Sori) aus, in denen neue Sporen heranreifen können.[/COLOR]
Der Rippenfarn, Blechnum spicatum, wird rund 40 cm hoch und bevorzugt kalkfreien Boden. Darum ist er ideal für Moorbeete, fühlt sich aber auch in einem schattigen Gartenbeet wohl.
Standort
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Ältere Gärten werden mit den Jahren immer schattiger. Dadurch gibt es Zonen mit einer höheren Luftfeuchtigkeit die Farne und Moose schätzen. Wenn Moose aufkommen und sogar schon der erste Farn freiwillig im Garten erschein, ist es Zeit im nächsten Garten-Center das Farnangebot eingehender zu betrachten. Es werden heute schon bis zu 30 Arten und Sorten angeboten. Und das Angebot nimmt zu! Da sich Farne auch sehr gut für die Bepflanzung von Gefässen eignen, ist ihnen auf einem schattigen Balkon oder einer Terrasse ein schöner Platz sicher. Auch für die Floristen haben die Farnblätter grossen Wert als Schnittgrün und werden viel verwendet. Es gibt aber auch einige Farne, wie zum Beispiel die Mauerraute (Asplenium ruta-muraria) und der Streifenfarn (Asplenium septerionalie), welche es trocken mögen und sogar in Felsritzen und Mauern wachsen.[/COLOR]
Asplenium ruta-murale, die Mauerraute, einer hübscher kleinbleibender Farn, der gerne in trockenen Mauerritzen siedelt.
Als ich diesen Streifenfarn (Asplenium septerionalie)das erste Mal im Bergell entdeckte, wusste ich wegen seines grasartigen Wuchses erstmals gar nicht was ich vor mir hatte. Er lebt in extrem schmalen Fels- und Mauerritzen ohne Humus.
Pflege
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die Farne brauchen neben der Wahl des richtigen Standortes nur wenig Pflege. Sie sind Flachwurzler und lieben eine lockere, durchlässige Erde. Vor der Pflanzung wird der Boden tiefgründig gelockert. Die oberste Erdschicht wird mit reichlich Kompost oder Pflanzenerde gemischt. Bei wintergrünen Arten ist Schatten und Windschutz erwünscht, auch im Winter, sodass einige Tannäste des Christbaumes guten Dienst leisten können! Eine Laubdecke aus Buchenlaub ist im Winter günstig, vor allem um heiklere, japanische Arten vor zu tiefen Frösten zu schützen. Unsere einheimischen Arten brauchen das nicht zwingend, sie sind alle winterhart.[/COLOR]
Der Sichelfarn Polystichum falcatum (Syn. Cyrtomium fortuneii) hat seinen Namen von den angespitzten, sichelförmigen Blättern. Die ledrigen Blätter sind ein beliebtes Schnittgrün, in einem kühlen Raum kann er auch in der Wohnung gehalten werden, denn er ist sehr genügsam.
Sortenvielfalt
[COLOR= rgb(0, 0, 0)]In einem wilden Garten machen Farne den naturnahen Ausdruck aus. In schattenreichen Gartenzonen lassen sie sich auch noch mit beliebten Blütenstauden wie Fingerhut (Digitalis), Salomonssiegel (Polygonatum) und Lungenkraut (Pulmonaria) vergesellschaften, natürlich darf auch Efeu (Hedera) nicht fehlen. Farn lässt sich also darum so gut kombinieren, weil er durch sein Grün Blütenpflanzen unterstreicht und grossblättrige Pflanzen wie zum Beispiel die buntblättrigen Hostas auflockert. Erstaunlich ist die Vielfalt der Farne, sowohl an Blattformen, als auch -grössen. Zu den Grössten zählt der einheimische Adlerfarn (Pteridium aquilinum), er ist für den Hausgarten nicht gut geeignet, da er stark wuchert. Grössere Farne für den Privatgarten sind der Gemeine Wurmfarn (Dryopteris filix-mas) der halbimmergrün ist und mit 80 cm sehr robust wächst. Der Becherfarn, auch Trichterfarn (Matteucia strthiopteris), genannt bildet wunderschöne Blatttrichter. Er ist wüchsig und verdrängt manchmal gerne seine Nachbarn. Im Übrigen eignet er sich sehr gut für Gefässbepflanzungen! An Teichen lässt sich der prächtige Königsfarn (Osmund regalis) ansiedeln. Interessant sind seine speziell geformten „Fruchtwedel“ die im Herbst erscheinen. Er kann bis zu 1.2 m hoch werden. Immergrüne Farne für humose Böden und Moorbeete sind die Schildfarne, allen voran Polystichum setiferum ‘Plumosum Densum‘. Seine wunderschönen Blattrosetten sind auch im Winter eine Augenweide. Ungeteilte Blätter von zungenförmigem Aussehen hat die Hirschzunge (Asplenium scolpoendrium). Er ist einzigartig im Aussehen und in unseren Bergwäldern einheimisch.[/COLOR]
Ein Kusamono, ein sog. Grasbonsai aus einem Straussfarn, Matteuccia struthiopteris. Er wächst seit etwa 10 Jahren in dieser einen Schale.
Einer der grössten Farne unserer Wälder ist Pteridium aquilinum, der Adlerfarn. Seine grossen, an Adlerschwingen erinnernden Wedel können unter günstigsten Bedingungen eine Höhe von 4 m erreichen!
Asplenium trichomanes, der als immergrüner Farn neben Felsspalten auch Mauerritzen wie hier in einer Kirchenmauer im Bergell.
artikel vollständig sehen