Mir ist ein Gedanke gekommen, wie man ev. oekologisch sinnvoll zu einem grösseren Kühlraum kommen könnte.
Die Idee:
Zwischen Erdsonde und Wärmepumpe könnte man doch einen Kühlraum zwischenschalten. So würde sich der entsprechende Raum abkühlen und die Wärmepumpe bekommt noch etwas mehr Wärme nebenbei.
Klar wäre der Kühlraum für viele Anwendungen zu warm, aber um zum Beispiel Getränke kühl zu halten würde es ja allemal genügen.
Hat schon mal jemand von so einer Lösung im Einsatz gehört? Ist das voll daneben oder eine Überlegung wert?
Grundsätzlich eine gute Idee. Wärmepumpen sind ja eigentlich ziemlich genial: Sie können die Wärme aus einem Trägerstoff auf einen anderen übertragen wodurch eine mehr oder weniger grosse Temparaturdifferenz entsteht. Es ist wirklich schade, dass man einen Teil dieser Energie (in Form einer Temparaturdifferenz) ungenutzt wieder verpuffen lässt. Insbesondere weil man ja in einem Haus permanent Kälte und Wärme benötigt. Ich fürchte nur, die Erdsonden-WP eignet sich überhaupt nicht zur Kühlung eines Raums. Durch die Leitung im Erdreich läuft ja eine Flüssigkeit. Und es ist die gleiche Flüssigkeit, die runtergekühlt auch wieder ins Erdreich gepumpt wird. Wie willst du die Kälteenergie der Flüssigkeit auf den Raum übertragen? Prinzipiell funktionieren würde es aber mit einer Luft-Wärmepumpe. Du könntest dabei Aussenluft ansaugen, der Luft die Wärme entnehmen und die gekühlte Luft anstatt wieder nach draussen abzulassen in den Kühlraum blasen. Dieser müsste dann aber eine Öffnung nach draussen haben um einen Überdruck zu verhindern, am besten an der Decke. Die wärmere Luft würde dabei nach oben steigen und entweichen. Die kalte Abluft der Wärmepumpe würde absinken.
Nur, was bringt es in der Praxis?
Im Winterhalbjahr bringt es gar nix. Solange die Aussentemparatur unter der gewünschten Kühltemparatur ist, kannst du auch einfach das Fenster öffnen und den Raum so auskühlen lassen. Dein Kühlraum könnte bei tiefen Aussentemparaturen sogar zum Tiefkühlraum werden. Ausserhalb der Heizperiode läuft die Wärmepumpe jedoch nur sehr kurz - nämlich nur fürs Warmwasser. Das ist dann wahrscheinlich hauptsächlich in der Nacht. Wenn sie nicht läuft, würde dein Kühlraum innert weniger Minuten wieder die Temparatur der Aussenwände annehmen. Du müsstest diesen Raum also extra dämmen, damit die Kälte etwas länger drin bleibt. Wenn allerdings die Abluftöffnung offen ist, würden durch den natürlichen Luftaustausch wohl auch innert Kürze wieder höhere Temparaturen herrschen.
Wie du siehst, bringt es relativ wenig. Wenn du einen nicht isolierten Raum ohne Fenster tief in das Erdreich einbuddelst, hast du schon ohne Energieaufwand das ganze Jahr durch eine einigermassen konstante Temparatur von 10-15°. Ist vielleicht die einfachere Lösung?
Ja, ist verständlich. Ich bin gespannt was für Temparaturen wir so das Jahr über im Keller haben werden. Unser Haus wird bergseits bis Unterkante OG hinterfüllt. Das Kellergeschoss wird rückseitig also tief unter der Erde stecken und hat in Folge dessen auch keine Fenster. Ich denke, da werden wir auch im Hochsommer erfrischend kühle Temparaturen haben und im Winter dürfte es auch nicht sonderlich kalt werden. Bin schon sehr gespannt wie der jahreszeitliche Temparaturverlauf sein wird.