[COLOR= rgb(0, 0, 0)]Eine Blume, die sogar so aussergewöhnlich ist, dass sie auch in anderen Sprachen ihren deutschen Namen «Edelweiss» beibehalten hat. Keine andere Blume wird so unmittelbar mit der Schweiz und ihren Bergen in Verbindung gebracht wie das Edelweiss (Leontopodium alpinum). Was macht sie nun so exklusiv, dass fast jedes Kind sie kennt? Dafür hat sie mehrere Strategien: Als erstes macht sie sich rar. Obwohl an einigen wenigen Orten ganze Edelweiss- Wiesen bekannt sind, kommt die Blume doch vorwiegend an sehr exponierten Stellen in den Alpen vor und ist damit nicht jedem Wanderer und Touristen gleich gut zugänglich. Sie wächst also nach der Devise: Selten macht wertvoll![/COLOR]
Unvergängliche Schönheit
Ein weiterer Punkt ihrer Exklusivität ist ihre Form: Die Sternform bringt Assoziationen von einer gewissen Heiligkeit, Unverletzlichkeit,ein Statthalter für die heile Welt der hehren Alpen, die wir heute, ehrlich gesagt doch schon lange und total verloren haben. Auch das exklusive Silberdesign der Blüten, die samtene Behaarung, die an Tierfell erinnert, und schlussendlich das Marketing für die schöne Schweiz machen sie zu einem volksnahen Symbol. Auf tausenden von Produkten wie Alpen-Cola, Wandbildern, Hosenträgern, Bierf laschen und Kaffeetassen prangen die weissen Silbersterne.
Edelweiss Leontopodium alpinum am Naturstandort auf dem Brienzer Rothorn
Weg durch Zeit und Raum
Noch im letzten Jahrhundert waren Edelweiss nur für die Freunde von Alpengärten interessant und eine Exklusivität. Die Pflanze liebten einen sonnigen Standort, ohne zu starkem Konkurrenzdruck durch andere Blumen und Gräser ausgesetzt zu sein. Problemlos verträgt sie, ursprungsbedingt, anhaltende tiefe Fröste und Wind. Im Garten also ein eher anspruchsloser Gast, würde die Wildform nicht ihre Heimat, die Berghöhen und deren intensives UV-Licht so sehr vermissen, dass sie über kurz oder lang vor Heimweh eingeht.Seit einigen Jahren haben Züchter einen Jahrhunderte alten Traum wahr gemacht, ausgezeichnete Edelsorten wie die samenvermehrte ‘Everest’ und die aus Stecklingen kultivierten ‘Matterhorn’ und ‘Mont Blanc’ kamen in den Handel.Dank ihres Blütenaufbaus sind die einzelnen Edelweissblumen sehr lange haltbar. Ihre Blüten bestehen aus den auffallenden, spitzen silbernen Hochblättern (umgewandelte Laubblätter) und den inneren, gelbsilbrigen Knopfblüten mit bis zu 500 echten winzigen Blüten. Edelweiss sind nahe verwandt mit den Katzenpfötchen (Antennaria dioica) und gehören zur riesigen Familie der Körbchenblüter und Asteraceae.Sie sind aber auch begehrte Schnittblumen und werden von der Bio-Kosmetikindustrie für Hautpflegemittel eingesetzt. Der Anbau für Letzteres wird feldmässig gemacht, und auf einem Quadratmeter kann man immerhin etwa 250 Gramm getrocknete Blüten produzieren. Edelweissmotive zieren das Sortiment der Schweizer Bauern, wie dieses Sackmesser, neu ziert der Edelweisslook sogar Babybodys.
Pflegeprodukte wie z. B. Heidibad mit Ziegenmilch und Bio-Edelweissblüten werden im Handel angeboten (www.naturtrends.ch)
Manche mögen es mager
Im Garten steht Edelweiss möglichst in voller Sonne, Schatten behagt ihm nicht, denn die Blüten vergrünen dann. Der Boden sollte kalkhaltig, aber humos sein und vor allem gut wasserdurchlässig, denn Staunässe verträgt es überhaupt nicht. Wird die Staude im Garten ausgepflanzt, muss nicht zusätzlich gedüngt werden. Sie fühlt sich in Stein- und Geröllgärten wohl und vor allem natürlich im Alpinum. Die neuen reichblühenden Sorten sind zudem für die Bepflanzung von Gefässen auf Balkon, Terrasse und am Hauseingang geeignet. Befruchtet wird Edelweiss vorwiegend von Fliegen, die dem von den Blütenknöpfen ausgehenden «Schweissgeruch» folgen. Nach der Befruchtung bilden sie mit kleinen Fallschirmen versehene Samen, ähnlich denen einer Distel. Edelweiss gehören zu den seltensten, im ganzen Alpenbogen streng geschützten Pflanzen und dürfen nicht in grösserer Zahl gepflückt werden.
Die UV-Licht filternde Inhaltsstoffe aus den oberirdischen Pflanzenteilen des Edelweiss sind in Pflegebalsamen (z. B. von www.cocooning.ch) enthalten und schützen unsere Haut.
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