SucheFür Unternehmer
ThemaStart · Forum

Diptam - Dictamnus albus

0Antworten133Aufrufevon Redaktion · 22. November 2016letzter Beitrag vor 10 Jahren
  1. Redaktion1’197 Beiträge22. November 2016
    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die Heimat des Diptam (Dictamnus albus) erstreckt sich von Mittel-, Süd- und Osteuropa über den asiatischen Raum bis hin nach China und Korea. Er ist der einzige Vertreter seiner Gattung unter den Rautengewächsen (Rutaceae) und ist in der Schweiz und den umliegenden Ländern streng geschützt. Im Volksmund wird der Diptam auch Aeschwurz, Eschenwurz oder Spechtwurz genannt. Bei uns kann man ihn mit etwas Glück noch an sonnigen und trockenen Waldrändern oder auf steppenartigen Wiesen in den Kantonen Schaffhausen, Wallis (da im Rhonetal) und im südlichen Tessin antreffen. Es ist jedoch strengstens verboten, die Pflanze auszugraben. Im Handel sind jedoch kultivierte Wildformen, wie auch der reinweisse Diptam (Dictamnus albus ’Albiflorus’) erhältlich. Die prächtige Pflanze von bis zu 120 cm Höhe fällt vor allem durch ihre hübschen, rosafarbenen oder weissen, intensiv duftenden 4 bis 5 cm grossen Blüten auf, die in Trauben an den Spitzen mehrerer aufrecht wachsenden Triebe sitzen. Vier der fünf Kronblätter sind nach oben gerichtet, während das fünfte nach unten zeigt. Bei Dictamnus albus sind die weissen Kronblätter dunkelrot geadert, was die Blütentrauben von Weitem rosa erscheinen lässt. Sind die Samen reif, werden diese mittels eines Schleudermechanismus in der Umgebung verteilt. Die Pflanze trägt unpaarig gefiederte, dunkelgrüne Blätter, die entfernt denen der Esche gleichen. Hält man sie gegen das Licht, scheinen sie perforiert zu sein. Dabei handelt es sich jedoch um Drüsen, die ätherisches Öl mit vanille-zitronigem Duft an die Umgebung abgeben, wobei sich dieses an sehr heissen Tagen entzünden kann. Aus diesem Grund trägt die Pflanze auch den Namen ‘Brennender Busch‘, wobei jedoch bis heute nicht eindeutig belegt ist, ob es sich dabei um den brennenden Busch aus dem Alten Testament handelt. Die ganze Pflanze ist reich an ätherischen Ölen, welche hautreizende Furanocumarine (i.W. Bergapten) enthalten. Sie sind vor allem in der drüsigen Beborstung der Blätter, Stängel und Samenkapseln vorhanden. Diese phototoxische Stoffe können bei Kontakt mit nachfolgender Sonnenlichteinwirkung (UV-Strahlen) zu schweren, häufig langwierigen, verbrennungsartigen Verletzungen führen.[/COLOR]




    Diptam in Kombination mit Akelei und Zierlauch



     





     



    Standort und Verwendung


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Dank seiner Attraktivität eignet sich Diptam besonders gut als Gartenpflanze. Wie in der Natur, liebt er einen sonnigen, trockenen Standort in kalkhaltigem Boden. Besonders wichtig ist ein guter Wasserabzug, denn seine fleischigen Pfahlwurzeln vertragen absolut keine Staunässe. Auch muss man sich etwas in Geduld üben, bis er das erste Mal blüht. Dies kann gut und gerne zwei bis drei Jahre dauern. Dann jedoch ist er nicht nur eine Augenweide im Natur- oder Bauerngarten, sondern auch in der sonnigen Rabatte, eventuell in Kombination mit eher trockenliebenden Stauden wie Edeldistel (Eryngium), Schwertlilie (Iris), Salbeiarten (Salvia), Gamander (Teucrium) und Ziergräsern kommt er gut in kleinen Gruppen von bis zu drei Pflanzen zur Geltung. Ähnlich wie die Pfingstrose (Paeonia) will auch der Diptam über Jahre hinweg ungestört gedeihen und benötigt dank seiner starken Stängel trotz stattlicher Höhe keine Stütze. Da die Pflanze sehr genügsam ist, was den Nährstoffbedarf angeht, erübrigt sich ebenfalls eine Düngung.[/COLOR]


    Schmetterlingspflanze


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die Raupen des Schwalbenschwanzes ernähren sich übrigens nicht nur von Doldenblütlern (Apiaceae) wie Wilde Möhre, Fenchel, Dill, Pastinake oder Wiesensilge etc., sondern auch von anderen Pflanzen mit gleichen chemischen Inhaltsstoffen wie Diptam oder Weinraute. In Südeuropa sogar oft von Zitrusblättern, ebenfalls einem Rautengewächs.[/COLOR]




    Die zarte Blüte des Diptam







    Heilkunde


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Im Mittelalter kam die Pflanze bei Nervenleiden, zur Wundheilung, zur Förderung der Menstruation, zur Linderung von rheumatischen Beschwerden und als harntreibendes Mittel zum Einsatz. Die Wurzel wurde zur Entwurmung und bei Epilepsie verordnet.Im Gegensatz zur westlichen Phytotherapie, wo der Diptam als Heilpflanze kaum noch zur Anwedung kommt, wird in der Traditionellen Chinesischen Medizin die Wurzelrinde unter dem Namen "Bai Xian Pi" weiterhin relativ oft verabreicht.[/COLOR]



    Der Diptam ist in der Schweiz geschützt

    artikel vollständig sehen