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Die Gärten der Kartause Ittingen

0Antworten200Aufrufevon Redaktion · 19. Januar 2017letzter Beitrag vor 10 Jahren
  1. Redaktion1’197 Beiträge19. Januar 2017
    Ursprünglich existierte in Ittingen ein Augustiner- Chorherrenstift. Dieses wurde um 1150 gegründet. Der Kartäuserorden erwarb etwa 300 Jahre später von den Augustiner-Chorherren das verarmte Stift Ittingen und gründete im Jahre 1461 an dessen Stelle die Kartause. Nachdem gemäss einem Beschluss des Thurgauischen Grossen Rates von 1848 die letzten Mönche und Brüder die Kartause verlassen mussten, stand ab 1856 die gesamte Anlage im Besitz der Thurgauer Familie Fehr, die sie über mehr als 100 Jahre als Landjunkersitz bewohnte und bewirtschaftete.
    1977 erwarb die „Stiftung Kartause Ittingen“ den gesamten Kloster-komplex. Die Gebäude wurden in der Folge restauriert sowie teilweise erweitert. 1981 konnten die notwendigsten Renovationsarbeiten abgeschlossen werden, jedoch waren nun die finanziellen Mittel beinahe ausgeschöpft. So war man sehr offen gegenüber der Idee der „Rosenfreunde Winterthur und Umgebung“, die Gärten mit Rosen zu bepflanzen. Die Winterthurer Rosenfreunde übernahmen: Planung, Umsetzung, Pflanzung, Lieferung der Rosen und den Unterhalt, seit über 20 Jahren.



    Die Gebirgsrose Rosa glauca (Rosa rubrifolia)



    Weg vor den Mönchsklausen



    Noisette-Rose ‘Mme Alfred Carrière’



    Die heilige Rose ‘Rosa sancta’ (heute Rosa x richardii)

    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Auf unserem Rundgang durch die Gartenanlagen begleitet uns Elisabeth Oberle. Sie war und ist die treibende Kraft des Projektes „Rosen in der Kartause“. Ihr verdanken wir, dass wir heute durch die herrlichen Rosengärten spazieren können. Als sich 1981 die Chance bot, in Ittingen Rosengärten anzulegen, ergriff sie diese . „Es war ein Muss, hier Rosen anzusiedeln“, sagt die energievolle Frau, „denn überall im musealen Teil der Kartause ist die Rose als Symbol präsent und dominant.In der oberen Sakristei hängt ein Bild der heiligen Rosalina, die von Engeln mit Rosen beschenkt wird.“ Zudem blühten in den klösterlichen Gartenanlagen schon zur Zeit der Kartäuser Rosa canina und Rosa arvensis. Die ehrwürdigste Rosa canina steht im Prioratsgarten. Sie hat alte, dicke knorrige Äste und einen Strunk wie ein Baum von mittlerer Grösse. Sie dürfte etwa 500 Jahre alt sein.In der oberen Sakristei hängt ein Bild der heiligen Rosalina, die von Engeln mit Rosen beschenkt wird.“ Zudem blühten in den klösterlichen Gartenanlagen schon zur Zeit der Kartäuser Rosa canina und Rosa arvensis. Die ehrwürdigste Rosa canina steht im Prioratsgarten. Sie hat alte, dicke knorrige Äste und einen Strunk wie ein Baum von mittlerer Grösse. Sie dürfte etwa 500 Jahre alt sein.[/COLOR]



    Elisabeth Oberle, die Rosenfachfrau

    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Nach langem Studium, bei welchem sie sich auch historische Kenntnisse aneignete, entschied Elisabeth Oberle sich die klösterlichen Gärten vor allem mit Wildrosen, historischen Rosen und alten Kletterrosen aufzuwerten. Damit versuchten die Rosenfreunde Winterthur, die geschichtliche Entwicklung der Kartause mit jener der Rosen in Verbindung zu bringen. Die Kletterrose ‚New Dawn’, die Kleinstrauchrose ‚The Fairy’, Lavendel und Buchs begleiten die BesucherInnen durch die ganze Kartause. Sie bilden den roten Faden durch die zum Teil weit auseinanderliegenden Gartenteile.[/COLOR]



    Der grosse Kreuzgarten mit dem Sommerkolloquium, bewachsen mit der Kletterrose ‘New Dawn’ umgeben von Obstbäumen



    Der intime Garten für die mental behinderten Patienten die in der Kartause leben; im Hintergrund blüht fantastisch die Rose Moschata-Hybride ‘Ballerina’



    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Der Medizinalgarten vor der Mönchsklause II[/COLOR]

    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die „heilige Rose“ Rosa sancta (heute Rosa x richardii) hat in den Ittinger Rosenanlagen einen besonderen Stellenwert: Der Kleine Kreuzgarten ist zu Ehren der Mönche, die hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben, mit Rosa sancta umgeben. Dies ist auch der Lieblingsort von Elisabeth Oberle. Im historischen Rosengärtchen vor der Mönchsklause I ziert sie die südliche Zellenmauer. Rund um das Labyrinth, das zur Meditation einlädt, wurden ebenfalls Rosa sancta gepflanzt.[/COLOR][COLOR= rgb(0, 0, 0)]Auch Rosa x alba und Rosa x damascena, die schon zur Zeit der Griechen und Römer zu Kultzwecken verwendet wurden, sind im historischen Rosengärtchen vor Mönchklause I zu finden.[/COLOR]

    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Alle weiteren historischen Rosenarten, wie [/COLOR]Rosa gallica[COLOR= rgb(0, 0, 0)], [/COLOR]Rosa centifolia[COLOR= rgb(0, 0, 0)], Rosa centifolia muscosa, Rosa portlandica, Rosa x borboniana, [/COLOR]Rosa x noisettiana[COLOR= rgb(0, 0, 0)], Rosa chinensis, Rosa hybrida bifera und [/COLOR]Rosa rugosa[COLOR= rgb(0, 0, 0)] sind in den einzelnen Gartensektoren vertreten. Da die meisten historischen Rosen nur einmal jährlich blühen, wurden zusätzlich verschiedene moderne [/COLOR]Strauch[COLOR= rgb(0, 0, 0)]- und [/COLOR]Kletterrosen[COLOR= rgb(0, 0, 0)] in den Bepflanzungsplan aufgenommen. Es sind aber nur solche Rosen ausgewählt worden, die in Form und Farbe zu den historischen Rosen passen. Einige Rosen haben die Rosenfreunde selber okuliert.[/COLOR]

    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Der Grosse Kreuzgarten ist ein Obstgarten und hat in der Mitte ein traumhaftes Sommerkolloquium, bewachsen mit Kletterrosen der Sorte ‚New Dawn’. Hier stehen zum Teil die alten Obstbäume der Familie Fehr.[/COLOR]



    Wildrose Rosa omeiensis f. pteracantha, aussergewöhnlich ist an dieser alten Rosensorte, dass die Blüte nur vier Sepalen hat und die jungen Triebe und Stacheln sich rot färben



    Biotop ausserhalb der Klostermauern; hier in der Nähe entsteht der Duftrosengarten



    Clematis montana alba überwuchert die Mauern der Werkstätte Buchbinderei

    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Die Vielfalt der Rosen hat eine sehr lange gestaffelte Hauptblütezeit von Ende Mai bis Ende Juli. In der Folge zieren die Gärten viele Hagebutten in den Farbtönen von orange bis rot. Im Herbst blühen vor allem noch die mehrmals blühenden Strauchrosen.Elisabeth Oberle kennt jede Rose mit Namen, und dazu kann Sie noch eine Anekdote oder kleine Geschichte erzählen. Man spürt wie sie mit viel Liebe und Engagement die Rosen für jeden Platz in der grossen Anlage der Kartause Ittingen ausgesucht hat. Man sollte meinen Elisabeth Oberle und ihre Rosenfreunde seien jetzt Projektmüde. Nein, sie planen schon das nächste Projekt „einen Durftrosengarten“. Dort werden die Rosen später für die Produktion von Essig, Öl, Duftbuketts, Tees, usw. genutzt.[/COLOR]



    Das Kloster heute



    Die Rose als Symbol in der Kirche



    Imposant die Kletterrose Rosa multiflora ' Cernea'


    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Es ist immer wieder spannend Menschen und ihren Garten kennen zu lernen. Ein herzliches Dankeschön an Elisabeth Oberle und ihre Winterthurer Rosenfreunde für ihre Zeit und ihr Engagement in der Kartause Ittingen. Dank ihnen haben wir heute im Thurgau den wertvollsten Rosengarten der Schweiz.[/COLOR]

    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Solch impossante Gartenanlagen müssen auch gepflegt werden. Die Pflege wird in Zusammenarbeit mit den Gärtnern des Betriebes ausgeführt. „Geschnitten wird möglichst wenig“, meint Elisabeth Oberle, sogar ein Baum darf von Rosen überwachsen, jedoch nicht überwuchert werden. Es gibt wenig Rankhilfen in der Anlage der Kartause, zum einen wegen des Denkmalschutzes und zum anderen wächst jede Rose so natürlich wie nur möglich. In den Monaten Februar bis Mitte April ist die Rosenschnittzeit, ausgeführt durch die Winterthurer Rosenfreunde.[/COLOR]

    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Weitere Inormationen finden Sie auch auf der Website der Kartause Ittingen: [/COLOR]www.kartause.ch





    500 jährige Linden vor dem Priorität



    Die Rose ‘Maigold’ blüht üppig an der Südmauer



    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Eine Biene auf der Rose ‘Rosa omeiensis f. pteracantha‘, aussergewöhnlich ist an dieser alten Rosensorte, das die Blüte nur vier Blätter hat und die jungen Triebe und Stacheln sich rot färben[/COLOR]




    [COLOR= rgb(0, 0, 0)]Teich mit eigenem Steg und Ausguck über die Mauern der Kartause[/COLOR]



    Ost-Eingang



    Die Rose Rosa rugosa ‘tenuifolia’ ist in der Kartause einmalig. Die Pflanze kam von einem privaten Züchter. Reiser davon wurden dann auch der Insel Mainau geschenkt

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