Die Deko-Soap: Neues aus der Klinik
11Antworten861Aufrufevon Gast · 27. Oktober 2016letzter Beitrag vor 10 Jahren
- Hobbygärtnerin27. Oktober 2016Hallo liebe Hobbygärtner und Gärtnerinnen,
ich wähle diesen Titel, weil der Klinikaufenthalt meines Mannes zur Daily-Soap schlechthin wird. 😀
Blumen sind schon mal nicht erwünscht im Krankenzimmer. Nicht weil sie Sauerstoff den 2 Patienten im Zimmer wegnehmen, sondern weil sie dem Pflegepersonal Platz auf dem Fenstersims wegnehmen. Denn dieser wird gerne für alle möglichen Utensilien regelrecht missbraucht. Weil das Zimmer zu klein ist. So stehen die Rollstühle jetzt schon auf dem Flur, mitsamt Bekleidung. 🙁 Man ist als Pflegepersonal nicht in der Lage, Schuhe, Hose und Hemd in den Patientenschrank zu räumen, nein, man hängt alles zusammen geknüllt über den Rollstuhl. Auf dem Flur. 🙁
Warum ich das schreibe, nun, es hat einen Sinn. Nämlich gestern bei der Patienten/Arzt/Therapeuten-Besprechung hatte man mir verdeutlicht, dass ich den Katheter an meinem Mann anlegen muss, sonst kommt er nicht nach Hause. Der Chefarzt selbst sagte das. Kein Wunder, warum manche Pfleger dann dem Arzt nach schwätzen, was dieser vor plappert. 🙁
Und man zwingt mich, dass ich 3 Tage in die Klinik kommen muss um zu Erlernen, wie man einen Rollstuhl zusammen klappt, wie man Stufen erklimmt, wie man Katheter anlegt etc. Sonst kommt mein Mann nicht heim. (emotionale Erpressung)
Heute habe ich mit der hiesigen Diakonie gesprochen und die war entsetzt ! 😱 Noch nicht mal 1 Monat rum und schon werden die Angehörige, in 1. Linie ich, unter Druck gesetzt seitens der Klinik. 😱
Meiner Ansprechpartnerin lief es kalt den Rücken runter (sagte sie), als ich ihr von dem Chefarzt und seiner Aussage berichtete. Sie meinte, ich könne das zu gegebener Zeit bei ihr persönlich erlernen und zwar, wenn mein Mann dann ganz zu Hause ist, nach seinem Reha-Aufenthalt.
Dann meinte die Therapeutin (Ergo und Physio) noch, dass wenn die Umbaumaßnahmen, die gegeben sind, nicht erfüllt werden, kommt mein Mann auch nicht heim. 😱 Drohung, emotionale Erpressung, unter Druck setzen ?
Wir sind ja dran, der Rollstuhl misst 64 cm, unsere Türbreiten sind 80 cm. Sie meinte, nein, die Türen müssen !!!! 90 cm haben. Wie soll das gehen ? Unser Haus abreissen und neue Türen einbauen ? Daraufhin kam nichts, da hatte es ihr die Sprache verschlagen. 🙁 Dann muss im modernisierten Bad die eine Wand raus 😱 und unter den Waschbecken die Schränke entfernt werden 😱 damit der Rollstuhl unter das Waschbecken passt 😱 , behindertengerechtes Klo, 😱 der Spiegel muss versetzt werden 😱 wohin ??? auf den Boden ??? damit sich der Patient beim Zähneputzen angucken kann 😱 ..........das heißt für uns: Geht nicht. 🙁 "Wenn diese Umbaumaßnahmen, die erfüllt werden müssen, nicht gegeben sind, darf ihr Mann nicht nach Hause" ..........das ist denen ihr Ernst ! 🙁 Und da saßen sie, die "Götter in Weiß", erhaben und von oben herab" ........und wir Angehörigen schluckten nur noch leer........... 🙁
Diakonie sagt, 64 cm Rollstuhl und 80 cm Türbreite reichen vollkommen aus. Und wie es bei uns daheim aussieht, kann der Klinik egal sein. Es geht sie schlicht und ergreifend nichts an, wie unser behinderter Papa in seinem Zuhause mit dem Rollstuhl von A nach B kommt. Punkt. .........auch das sei eine ungeheuerliche Anmaßung seitens der Klinik bzw. des Arztes und der Therapeuten, zu drohen, wenn dies und das nicht, dann kommt Mann nicht heim. 🙁
Diakonie vermutet, wir haben (meine Kinder und ich) einen zu stabilen Eindruck gemacht und da die Weißkittel gerne über den Dingen stehen, versuchen sie auch gerne mal über den Menschen zu stehen mit Anweisungen, hocherhobenen Hauptes und mit Zurechtweisung. Wir sollen ihre Aussagen nicht so ernst nehmen, in den kommenden Wochen und Monaten wird sich vieles sowieso noch ändern. Also immer schön cool bleiben und sich nicht erpressen lassen und vor allem nicht einschüchtern lassen. Ich darf mich nicht beirren lassen. 🙂
Wenn mein Mann nicht nach Hause darf an Weihnachten, es wäre sowieso nur 1 Tag gewesen, mehrere Tage zahlt unsere Krankenkasse nicht, dann wird halt Heilig-Abend in der Klinik gefeiert. Fertig.
Nein, habe ich der Sozialpädagogin geschrieben per Email, ich komme nicht 3 Tage in die Klinik und nein, ich lege auch nicht den Katheter bei meinem Mann. Diese enorme Belastung halte ich psychisch, physisch und seelisch nämlich nicht aus, zu einem späteren Zeitpunkt eventuell, aber nicht in den kommenden Wochen. Ich muss mich vor Belastungen schützen, es hilft niemand, wenn ich im Vorfeld zusammen klappe und meine Freude verliere, meinen Mann irgendwann hier zu Hause bei mir zu haben. Gestern nach dem Gespräch in der Klinik lief ich nämlich wie ein willenloser, leerer und emotionsloser Zombie rum.
Auf so einen seelischen Stress kann ich durchaus verzichten. 🙁
Mir wird geholfen, ich habe die Zusicherung, dass mich die Diakonie begleitet. Ein enormer Trost für mich und was die Klinik mich anweist, zu tun, sonst........solle ich mir nicht so zu Herzen nehmen. 🙂
- Horst552 Beiträge27. Oktober 2016
n Mir wird geholfen, ich habe die Zusicherung, dass mich die Diakonie begleitet. Ein enormer Trost für mich und was die Klinik mich anweist, zu tun, sonst........solle ich mir nicht so zu Herzen nehmen. [emoji4] nnIch denke, dass dies genau die richtige Vorgehensweise ist.n n n n n
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- Susann6’311 Beiträge27. Oktober 2016 · bearbeitetDas finde ich doch ein eher seltsames Vorgehen der Klinik... Die Idee ist doch eigentlich Unterstützung, nicht Bedrohung?
Ich hab das vor Jahren ganz anders miterlebt. Bezüglich Umbauten erinnere ich mich, wie Dr. Guido Zäch (damals noch im Paraplegikerzentrum Basel, Nottwil kam erst viel später dazu) sich äusserte:
Meist werde viel zu viel umgebaut, das sei aber ein falscher Ansatz. Klar sei vieles eine Erleichterung, aber teuer und aufwändig, dabei aber meist unnötig. Die Patienten lernten nämlich noch in der Klinik, mit bestehenden, oft wenig komfortablen Gegebenheiten umzugehen, das reduziere auch die Umbaumassnahmen - je alltäglicher der Umgang mit "normalen" Situationen werde, desto einfacher sei es dann auch, mal jemanden zu besuchen oder in die Ferien zu fahren.
Die Umbauten in der bisherigen Wohnung waren dann entsprechend: Ein klappbarer Haltegriff beim handelsüblichen WC, Entfernen der einen Handtuchstange beim handelsüblichen Waschbecken, ein Klappspiegel an die Wand und als Luxus Gummischwellen (trotz erlernter Kipp-Technik mit Rollstuhl, um auch über andere Schwellen zu kommen). Das war's. Der Umgang damit wurde dann noch in der Klinik eingeübt. Auch der Umbau des Autos wurde übrigens da vorgenommen (Automat, Ring fürs Gas auf dem Steuerrad, Hebel für die Bremse neben dem Steuerrad - sogar ich konnte damit fahren 🙂 )
Du weisst, dass es auch Foren gibt zum Thema? Ich könnte mir vorstellen, dass ein Austausch hier ganz hilfreich wäre...
- Hobbygärtnerin28. Oktober 2016Danke Susann für den Link mit dem Forum 🙂
ich werde da gleich mal reingucken, ich brauche jetzt Gleichgesinnte, die mich begleiten, die mich stützen und die mich auffangen. Mir geht es heute nämlich leider nicht so gut. Bin gestern Abend schon früh ins Bett und habe kaum geschlafen, einfach zu belastet ist meine derzeitige Verfassung. Das Forum hier ist das Einzige, wo ich meine Sorgen schreibe. Ich weiß aber, dass es ein Gartenforum ist.
- Chantal1509584996126 Beiträge28. Oktober 2016Liebe Hobbygärtnerin
Wir kennen uns zwar nicht wirklich und ich schreibe auch noch nicht lange mit in diesem Forum und doch haben mich deine Schilderungen sehr ergriffen.
Ich hoffe doch sehr das diese Sozialpädagogin oder eher Sozialarbeiterin meinen Berufsstand nicht noch weiter negativ darstellt mit ihm verhalten. Sie sollte von einem Humanistischen Menschenbild geprägt sein welches an Ressourcen und Entwicklungsmöglichkeiten in jedem Menschen glaubt. Es versteht mit gezielter Unterstützung diese Ressourcen zu aktivieren. Da ist dann ganz sicher nicht druck und Erpressung das Mittel. Eher doch Empathie, Wertschätzung dessen was du bis anhin schon geleistet hast, dir Mut machen für die kommende Zeit. Für euch weiter Unterstützung organisieren ist ihr Job.
Ich schreibe diese Zeilen aus der Notaufnahme, begleite einen Behinderten Mann aus dem Wohnheim in dem ich arbeite. Medizin bräuchte es mich nicht, ich bin aber hier damit ich eine menschliche, liebevolle Behandlung durch meine Anwesenheit garantieren kann.
Ich erlebe sehr oft was du beschreibst. Sei dies wenn ich Behinderte Menschen oder auch meine Grosseltern in medizinischen Einrichtungen begleite.
Ich habe da keine Zurückhaltung mehr der Pflege und auch Ärzten deutlich zu sagen das ich einen Menschlichen Umgang wünsche.
Es kann ganz schnell gehen und man ist selbst hilfsbedürftige oder gar dauerhaft Behindert. Dann auch auf andere angewiesen. Diese Aussage holt Menschen oft auf den Boden.
Ich wünsche dir und deiner Familie viel Kraft, Gesundheit, Menschen die euch unterstützten und Mut dich zu wehren.
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- Hobbygärtnerin28. Oktober 2016Vielen Dank für deine Antwort Chantal. Ich sehe das auch so, der Mensch leidet schon genug, wenn er von einem Tag auf den anderen entweder als Betroffener zum Pflegefall wird oder auf fremde Hilfe angewiesen ist. Man muss mir einfach Zeit geben in die Situation hinein zu wachsen.
Wenn ich von mir sprechen darf, ich habe 2 Kinder und diese habe ich vollständig alleine erzogen, mein Mann war ja immer nur mit seiner Firma beschäftigt und hatte wenig bis gar keine Zeit für mich und seine Kinder. D.h. zu Arztterminen, Vorsorgeterminen und Krabbelgruppen ging er nie mit, bin oft auch alleine durch die Stadt mit Kinderwagen und in der anderen Hand die Tragetasche, wo mein Sohn darin lag. Musste ich allein schaffen, hat mich auch niemand gefragt, wie ich das alles allein bewältige. Von einer Frau und Mutter erwartet die Gesellschaft, dass sie das alleine schafft.
Wäre ich in der Klinik würden viele Menschen meinen Mann fragen, wie er mit der Situation jetzt umgeht und ob er damit zurecht kommt 😉
Liegt der Mann in der Klinik erwartet man, dass die Frau den Zustand verkraftet. Meinem Mann geht es trotz seiner Behinderung besser als mir und meinen Kindern. Das ist so, denn er wird betüdelt in der Klinik und aufgefangen durch Seelsorge, Pflegerinnen, Pfleger und Ärzten. Ihm wird eine Grundlage geschaffen, dass er irgendwann in ein selbständiges Leben kommt.
Gerade habe ich wieder mit Handwerkern telefoniert und Termine besprochen. Mein Telefon schellt alle halbe Stunde und die ewigen Erläuterungen, was mein Mann überhaupt hat und wie es ihm geht, gehen mir inzwischen so auf den Geist, dass ich heute Morgen in der Firma, auch da werde ich telefonisch kontaktiert, einen Termin gecancelt habe, 2 mir völlig fremde Menschen wollen einen Blumenstrauß mit Karte vorbeibringen und sich nach dem Zustand meines Mannes erkundigen. Nein, danke. Blumenstrauß brauche ich nicht (ist verboten in der Klinik) und Karte können sie gerne per Post uns/mir zusenden. Ich geb sie dann an meinen Mann weiter. Auf die Frage, ob sie nicht in die Klinik fahren um meinen Mann zu besuchen (ihn fragen, wie es ihm geht), kam dann: "Äh, dann müssten wir ja nach Tübingen fahren" 😱
Man muss sich jetzt einfach in meine Situation hineinversetzen, wenn am Tag, mein Tag hat derzeit 15 Stunden, von morgens um 8 Uhr bis abends nach 21.30 Uhr ständig Leute anrufen um sich nach meinem Mann zu erkundigen, ich persönlich zusätzlich beim Einkauf, Firma, Spaziergang mit Hund etc. angesprochen werde und man sich nach meinem Mann erkundigt,
ist das ein Zustand, der mich sehr belastet. Gerade Mund zugemacht.....................und schon steht der Nächste da, der sich erkundigt.
Ich sehe kein Land mehr und deshalb bin ich innerlich leer, ausgebrannt und ausgepumpt. Denn meine alltäglichen Verpflichtungen sind ja auch noch da. Wo bleibt hier von den Menschen ihre echte Anteilnahme ?
Ach: Mein Mann spürt, wenn seine Blase voll ist, kann diese aber noch nicht selbst kontrollieren. Aber er spürt immerhin schon, wenn diese voll ist 🙂 Wieder ein kleiner Schritt an dem man sich freuen kann.
Soll ich das jetzt wieder gefühlten 100 verschiedenen Leuten auf die Nase binden ? Nein. Wozu ? 🙂
- Kiwi429 Beiträge29. Oktober 2016
Wir sollen ihre Aussagen nicht so ernst nehmen, in den kommenden Wochen und Monaten wird sich vieles sowieso noch ändern. Also immer schön cool bleiben und sich nicht erpressen lassen und vor allem nicht einschüchtern lassen. Ich darf mich nicht beirren lassen. 🙂
Liebe Birgit, genau so ist es! Wenn die sich schon nicht einig sind und ihre Meinung auch dauernd ändern, hörst du am besten nicht auf sie. Ganz abgesehen davon, die haben doch mal gesagt, es gehe vielleicht 8 Monate bis dein Mann nach Hause könne? Aber halloooo, was stressen die dann jetzt schon ? In dieser Zeit wird sich der Zustand deines Mannes ja vielleicht noch entwickeln (es gibt ja immer wieder schöne Fortschritte!), was dann vielleicht wieder andere Bedürfnisse hervor ruft.
Vielleicht solltest du ihnen gegenüber genau so arrogant auftreten und klar sagen, dass du nicht im Sinn hast, dich erpressen zu lassen und dass du dich fortan auch von anderen kompetenten Fachpersonen beraten und in der Pflege unterweisen lassen wirst. Sag mal, ist diese Klinik überhaupt spezialisiert auf Paraplegiker oder machen die das nur so nebenbei?
Klar genügen normale Türen für normale Rollstühle. Waschen kann man sich auch mit einem Waschbecken und es gibt Kippspiegel. Es bringt nichts, mehr als unbedingt nötig zu machen für den Anfang.
Für einen einzigen Tag an Weihnachten nach Hause kommen? Das ist doch nur praktisch für die Klinik und purer Stress für euch alle! Da würde ich persönlich gerne verzichten. Weihnachten kann man wirklich auch in der Klinik sehr gediegen feiern.
Ich verstehe sehr wohl, dass dich die vielen Telefonanrufe nerven. Sie sind ja meistens gut gemeint, aber es ist schon so, in deiner Situation brauchst du richtige Anteilnahme und eher einen kleinen Kreis von Freunden und Verwandten die dich wirklich unterstützen. Ich habe das gesehen, als mein Mann vor 2 Jahren krank war, alle die vielen Telefonanrufe haben enorm Zeit gekostet, obwohl ich ja zu meiner Arbeit auch noch seine Arbeit machen musste, also sowieso schon an Zeitknappheit litt. Kann dein Mann telefonieren? Wenn ja, bitte doch die Leute ihn selber anzurufen. Das würde ihm den Tag verkürzen und dir mehr Zeit verschaffen.
Und mach dir morgen Sonntag mal einen schönen Tag. Ruh dich aus, stell das Telefon ab, mach einen Spaziergang oder sonst etwas was dir Freude macht!
Ich wünsche dir viel Kraft und hoffe, dass du sehr bald wieder zu deiner positiven und zuversichtlichen Einstellung zurück finden kannst!
- Hobbygärtnerin30. Oktober 2016Vielen Dank liebe Kiwi,
ich habe mich in dem Forum, das mir Susann verlinkt hat, angemeldet. Und da werde ich aufgefangen. Vielen Dank Susann 🙂
es gibt schon wieder was Neues. Mein Mann meinte, so schlimm wäre das Gespräch doch nicht gewesen. Man sagte doch dort, dass es >>Jemand<< lernen muss, den Katheter im Notfall legen zu können. Diese Aussage vom Arzt wäre doch allgemein gewesen. Ok. aber er sagte laut und deutlich; Die Ehefrau muss das erlernen. Mein Mann hört halt Manches nicht, wenn es ihn selbst nicht betrifft. Unabhängig seines Unfalls 😀 .......also die Aufforderung seitens des Arztes hörte ich jetzt also auch nicht 😀 Hat der was gesagt ? 😉
Der Notfall, der kommen könnte ist, dass sich die Blase so weit füllt, dass der Urin in die Nieren aufsteigt. Dass ist der gefürchtete Notfall seitens der Ärzte und Therapeuten. Mein Mann wird die Tage selbst lernen, sich den Katheter anzulegen. Er selbst kann schon spüren, wann seine Blase voll ist. 🙂 Auch kann er seine Bauchmuskeln anspannen *jubel*.......und kann Luft holen wie ein Gesunder, sein Zwerchfell ist nicht mehr gelähmt. *jubel* Seine Hände machen beide große Fortschritte........bis in einem halben Jahr wird er seinen Rollstuhl alleine antreiben können. Sagen die Ärzte, auch wird er selbst Autofahren können. Wie weit die Querschnittlähmung (Beine) ausheilt, wissen sie nicht, kann aber durchaus noch kommen, dass er auch seine Beine wieder bewegen kann. Mein Mann kann sich im Schlaf sogar schon selbständig aus der Seitenlage auf den Rücken drehen. 🙂 Die Pfleger finden ihn jeden Morgen auf dem Rücken liegend 😀 Also wird langsam. Nach nur 4 Wochen so viele kleine Fortschritte. Wenn da nicht die Sonne wieder aufgeht 🙂
Ich habe dem Sozialdienst der Klinik geschrieben und meine derzeitige "noch" Situation mitgeteilt. Es kam leider (noch) keine Antwort.
Es gibt noch was Neues, und zwar hat sich jetzt herausgestellt, dass die Berufsgenossenschaft den Unfall nicht zahlt, mein Mann liegt in der BG Klinik, vom besten Arzt operiert, der den besten Ruf in Europa genießt. Daher das Auftreten der anderen Ober-Chef-Ärzte. Sie sind allesamt "Koniferen" 😀 auf dem Gebiet Querschnittlähmung/Rücken etc.
d.h. unsere Versicherung ist jetzt diejenige, die den Unfall komplett übernehmen muss und da wir gesetzlich versichert sind, werden da auch einige Maßnahmen, und wenn sie noch so umfassend notwendig wären, preislich angepasst. D.h. die Berufsgenossenschaft hätte 3 Tage bezahlt, wenn mein Mann über Weihnachten nach Hause gekommen wäre, die gesetzliche Krankenkasse zahlt nur 1 Tag.
Dann wird mein Mann mit großer Wahrscheinlichkeit nicht 5 Monate in dieser Spezialklinik sein, sondern unsere Krankenkasse wird da einen fetten Schlußstrich ziehen (wegen Kostenaufwand) und mein Mann wird in eine für die Krankenkasse bezahlbare REHA Klinik an einem anderen Ort verlegt. Könnte also schon vor Weihnachten so sein, dass mein Mann dann in das Berufsförderungswerk (REHA-Klinik) nach Bad Wildbad verlegt wird. Ist aber egal, wo er liegt, für uns hier ist es schnurz, ob wir Hickehackele über den Schwarzwald zu ihm fahren oder im tollsten Berufsverkehr Richtung Tübingen fest stecken.
Mir geht es heute ganz gut, meine Tochter und ich besuchen unseren lieben Papi heute Nachmittag und ich werde noch mit meiner Leni eine große Runde vorher drehen, durch den wunderschönen Herbst. 🙂
- Susann6’311 Beiträge30. Oktober 2016
Nach nur 4 Wochen so viele kleine Fortschritte. Wenn da nicht die Sonne wieder aufgeht 🙂
Das ist doch schon ein halb volles Glas 🙂
Ist aber egal, wo er liegt, für uns hier ist es schnurz, ob wir Hickehackele über den Schwarzwald zu ihm fahren oder im tollsten Berufsverkehr Richtung Tübingen fest stecken.
...und vielleicht sind sie in der REHA dort nicht ganz so versessen aufs Ansehen, dafür nett? 😉
- Hobbygärtnerin3. November 2016Am 30.11. haben wir wieder einen Ärzte/Therapeuten-Sprech-Morgen.
Was auf mich zukommen wird, höre ich dann nicht. 😀
Mein Mann macht Fortschritte, er kann schon seinen Darm spüren und seine Blase, d.h. wenn beides voll ist, spürt er den Druck.
Auch saust er mit seinem mechanisch betriebenen Rollstuhl durch die Klinikgänge und lernt langsam aber sicher das Bedienen seines Rollstuhls mit den Händen. Er kann sogar schon mit Hilfsmittel die Türen aufmachen. Die Rampe ist er auch schon runtergefahren und konnte sogar bremsen. Im Klinikpark befährt er die Wege dort, nur fehlt ihm noch die Kraft in den Armen um auch eine Anhöhe hoch zu kommen.
Nächste Woche beginnt das Schwimmtraining. Und in der Sporthalle in der Klinik übt er jeden Tag das Rollstuhl fahren. Sein Lehrer ist ein junger Mann, der mit 17 Jahren einen schweren Mopedunfall hatte und querschnittgelähmt ist. Dieser wohnt 8 Kilometer von uns in einem Nebenort und wir kennen seinen Vater sehr gut. Die Welt ist klein. Mein Mann hat seinen Lebensmut nicht verloren, er kämpft sich jeden Tag ein bisschen mehr in die Selbständigkeit durch. 🙂
- Hobbygärtnerin4. November 2016 · bearbeitetso, heute waren meine Tochter und ich schon um 13 Uhr in der Klinik. Wir durften unseren Rolli-Papa 😀 zur Ergo und Physiotherapie begleiten. In der Physio zeigte man uns, wie man meinen Mann vom Rolli auf die Trage bringt und zurück. 1. Versuch, gleich mal ich, mit Hilfe der Physiotherapeutin, dann 2. Versuch, ich alleine, ohne Hilfe. Klappte wunderbar ! 🙂 ....man muss nur wissen, wohin man die Füße stellt, den Kopf meines Mannes musste er dann an meine Hüfte lehnen, vorn über gebeugt in Halte- und Wartestellung, dann ich mit beiden Händen am Hosenbund packend den Manne auf sein Rutschbrett schieben und schwupp in den Rollstuhl.
Nach so viel Anstrengung gönnten wir uns erstmal in der Cafeteria Kuchen und Cappuccino. Am 27.11. darf mein Mann für einen halben Tag probeweise nach Hause. Bis dahin müssen wir die Griffe kennen und drauf haben um ihn vom Rolli auf das Sofa zu Hause zu schieben. (nicht hieven, das geht sonst ins Kreuz).
Pflegezimmer ist passé, mein Mann darf in seinem Bett im Schlafzimmer schlafen, neben mir 🙂
Die Physiotherapeutin und ihre Kollegin aus der Ergo sind beide sehr zufrieden mit meinem Mann, er macht super mit, kann schon vieles, was er vor 2 Wochen noch nicht konnte und sie sind sich sicher, er wird seinen Alltag meistern, deshalb darf er probeweise auch in den nächsten Wochen immer mal nach Hause zu uns. Wir dürfen ihn abholen und wieder bringen. Dazu brauchen wir nur noch ein von der Höhe des Sitzes her passendes Auto. Der Rollstuhl hat eine Höhe von 57 cm. ........mein Auto passt schon mal nicht und das Auto meines Mannes auch nicht.......also weiter suchen in der Verwandtschaft 😀 .............was nicht passt, wird passend gemacht 😀 ...........das Auto, nicht mein Mann 😀
- Hobbygärtnerin7. November 2016Huhu,
heute hatten wir in der Klinik sehr großen Spaß :mrgreen: , meine Tochter, ich und mein Mann.
Nach geschäftlichem Gespräch in unserem "Büro", das ist eine kleine Sitzgruppe mit Tisch vor seinem Zimmer, kam 2 x die Schwester und wollte meinen Mann ins Bettchen legen. Tochter und ich sagten dann, machen wir. Große Augen der Pflegerin. .........sie meinte dann, nicht dass der Patient runter fällt. 😀 ..........keine Angst, wir schaffen das, unser Papa fällt bei uns doch nicht neben das Bett, wenn dann ins Bett. 😀
So, und dann als die Luft rein war und keine Pflegerin Zeit für meinen Mann hatte 😉 .....waren meine Tochter und ich so mutig und wendeten das vom Freitag Erlernte an Papa an. Rollstuhl ans Bett, Bremse rein, Bett vorher in die Waagerechte, dann Papa ausziehen, bis auf die Unterhose, 😉 , danach ins Klinikhemd verfrachtet, und jetzt kam die Hauptaktion: Meinen Fuß neben das linke Rollstuhl-Rad gestellt, Oberkörper nach vorne ziehen, Kopf gestützt an meine Hüfte, meine Tochter hielt beide Hosenbünde, Rutschbrett vorher platziert, und ab mit dem Popo aufs Rutschbrett, kurz schieben und da saß der Papa dann im Bett. Anschließend Beine aufs Bett.............und da mussten wir dann lachen 😀 weil mein Mann zu weit unten lag und die Beine auf dem Betthaupt lagen 😀 ...........wir erstmal einen Lachkrampf bekommen ........und dann mussten wir zu 2. unseren Papa von unten mit den Händen ergreifen und hochziehen. Seine Kissen brav hinter den Kopf und er lag ! Er lag perfekt im Bett !
Schuhe und Thrombosestrümpfe abstreifen. Bettdecke auf Papa, Unterhose weg 😀 ..........und das Bett hochgefahren, Fernseher hergeholt, Ohrstöpsel rein und fertig.
Da kam dann die Ablöse (Schwester) und wir waren so guter Laune. Zu guter Laune 🙁 ..........die kam dann rein und meinte: "Aha, Patient liegt falsch" ......"was muss der Patient anweisen ????" ........"eben !" ........"Patient will auf die Seite gedreht werden" ..............
da ist mir dann die Hutschnur geplatzt (na ja innerlich) .....und ich habe nur gesagt: "Wir hatten das erst am Freitag gelernt bekommen in der Physio.........und haben das jetzt so gut gemacht und dann kommen sie und meckern, vielen Dank für die Ent-Motivation"
Die Pflegerin guckte verdutzt und ihr Ton wurde dann freundlicher.
Wir fragten uns dann zu Dritt als die Pflegerin wieder weg war: "Warum ??? bekommen wir immer eine auf den Deckel ??" 😀
Weil wir guuuut sind ! Und Spaß haben unseren Papa alleine zu versorgen. Weil wir niemanden mehr brauchen, der uns belehrt und zurecht weist. Aber hallo ! :lol: