Die nachtaktiven Dickmaulrüsslerkäfer verursachen an den Blätter verschiedenster Pflanzen die typischen Frassbuchten. Gefürchteter sind aber ihre Larven: Sie fressen an den Wurzeln von Zierpflanzen, Beeren, Bonsai und jungen Obstbäumen und können so die Pflanze zum Absterben bringen. Dickmaulrüsslerkäfer können nicht fliegen, wandern aber relativ grosse Strecken.
Dickmaulrüssler können auf zwei Arten bekämpft werden:
Biologisch mit Nematoden/Älchen (gegen Dickmaulrüsslerlarven)
Chemisch mit Marshal (Giessen gegen Larven und spritzen gegen die Käfer)
Meiner Meinung nach, machen im Privatgarden nur Nematoden einen Sinn. /emoticons/default_icon_cool.gif
Bei uns ist das 'Viech' zum Glück noch nicht stark vertreten. Frage: Ist die ganze Schweiz befallen, oder gibt es so etwas wie eine Höhengrenze, wo es den Rüsslern zu kalt ist??? Lys
Dickmaulrüssler sind sogar in Braunwald auf 1800 Meter beobachtet worden (bis an die Schneegrenze). Überall dort, wo es etwas zu fressen gibt, sind diese Käferli zu finden. Nematoden sind sehr sicher gegen Larven im Privatgarten nützlich, aber der Käfer muss auch bekämpft werden. Diese können von Hand (am Abend mit der Taschenlaterne suchen) abgelesen oder mit Gift /emoticons/default_icon_evil.gif bekämpft werden. In diesem Fall hilft Marshal eigentlich recht gut.
vor jahren hat man sich im tessin gewundert, dass die nematoden, die hier bei uns in der nordschweiz gut gegen dickmaulrüssler wirken, auf viele tessiner käfer nicht wirkten. nach genauesten untersuchungen hatte man festgestellt das es sich beim tessiner um eine neue, bisher nicht identifizierte art handelte!!!!!!! /emoticons/default_icon_redface.gif
seit zwei Jahren scheint die Population der Dickmaulrüssler in meinem Garten stetig zuzunehmen. Ich hab es schon mehrmals mit Nematoden versucht aber die Dinger sind überall sogar im Haus finde ich öfters. Kann ich Marshal nur spritzen ohne den Boden zu behandeln? Ist jemandem bekannt wie Wermutjauche auf diesen Schädling wirkt?
Danke für alle tollen Tips. /emoticons/default_icon_wink.gif
1994 und 1995 wurde von der Forschungsanstalt Wädenswil untersucht, welche Dickmaulrüssler-Arten in den Gärten vorkommen. Insgesamt wurden 3800 Käfer /emoticons/default_icon_exclaim.gif untersucht. Es wurden dabei 13 Dickmaulrüssler-Arten gefunden, deren Larven sich alle an Wurzeln gütlich tun. Die Dickmaulrüssler-Art Otiorhynchus difficilis wurde in dieser Untersuchung nur im Tessin gefunden. Doch auch im Tessin kommen die anderen Dickmaulrüssler-Art vor.
Bisher ist uns nicht bekannt, dass es Unterschiede in der Wirksamkeit der Nematoden auf die verschiedenen Arten gibt.
Je nach Gegend ist der Dickmaulrüssler ein arger Schädling. Die Nematoden wirken nur gegen die Larven des Dickmaulrüsslers und nicht direkt gegen den Käfer. Sie sind jedoch so effektiv, dass bereits eine Nematode die Dickmaulrüssler-Larve absterben lassen kann.
Marshal kann auch auf die Blätter gespritzt werden. Es wirkt lange und tötet auch die Nützlinge, die sonst die übrigen Schädlinge im Schach halten. Deshalb ist es beim naturnahen Gärtnern nicht sinnvoll, solche Produkte einzusetzen, weil dadurch das biologische Gleichgewicht immer mehr zerstört wird. Bezüglich Wermutjauche habe ich leider keine Erfahrung, bin aber gespannt, wie es in Deinem Garten wirkt.
Untenstehend einige Gründe für die starke Vermehrung des Dickmaulrüsslers:
/emoticons/default_icon_arrow.gif Das Vermehrungspotential des Dickmaulrüsslers ist riesig! Wenn auch nur eine einzige Dickmaulrüssler-Larve überlebt, kann das daraus schlüpfende Weibchen bis 1000 Eier legen! Bei den Dickmaulrüsslern gibt es übrigens nur Weibchen.
/emoticons/default_icon_arrow.gif Viele Gärten sind für den Dickmaulrüssler echt paradiesisch! So finden sie ihre bevorzugten Pflanzen wie Kirsch-Lorbeer, Rhododendren, Erdbeeren, etc. in Hülle und Fülle. Hingegen sind zu wenige natürliche Feinde wie Igel oder Spitzmäuse vorhanden. Zudem haben diese Feinde weder Zugang zu den Dickmaulrüssler-Larven in Töpfen noch auf Dachterrassen.
/emoticons/default_icon_arrow.gif Dickmaulrüssler wandern weite Strecken! Das heisst, dass sie von nicht behandelten Frassplätzen, aus nicht behandelten Töpfen, aus neu gekauften Pflanzen, aus der Nachbarschaft, usw. immer wieder einwandern können. Unter den gleichen Bedingungen müssen auch chemische Produkte immer wieder eingesetzt werden!