Dämmung fachgerecht ausgeführt?
- barney622 Beiträge24. Juli 2009 · bearbeitetHallo Hausbaufreunde,
bei uns wird gerade der Keller gemacht. Beim letzten Besuch sind uns schon die Kreuzfugen in der Aussendämmung aufgefallen, die wir mündlich reklamiert haben. Es scheint uns aber niemand ernstgenommen zu haben, denn sie sind immer noch da. Ausserdem ist uns eine Dämmplatte mit einem Hick drin aufgefallen und ob das Ausschäumen normal ist, wissen wir auch nicht. Ich habe schon schönere Dämmungen gesehen, will aber auch niemandem grundlos ans Bein pinkeln. Deshalb hier meine Frage: was meint Ihr zu unserer Dämmung (einfach auf unser Hausbautagebuch klicken)? Ist das fachgerecht, tolerabel oder Pfusch? Heute war niemand auf der Baustelle, den wir hätten ansprechen können.
Und wie gehen wir weiter vor? Muss der Baumeister die Dämmung nochmal runter und neu draufmachen? Oder kann man das so lassen?
Vielen Dank für Euer Feedback und liebe Grüsse,
Barney
- mpaxx1’174 Beiträge24. Juli 2009Hallo Barney
Die Verklebung deiner XPS-Platten kommt mir irgendwie bekannt vor, bei uns hat's leider nicht anders ausgesehen. /emoticons/default_mad.png
Kurz und gut, eure Platten wurden falsch verlegt, jedenfalls nicht so, wie es Austrotherm für Perimeterdämmungen vorschreibt. Nach den europäischen DIN-Normen müssen die Platten satt gestossen, plan und ohne Absätze versetzt verklebt werden. (Diese Vorschriften habe ich so nebenbei vom Bauexperten in diesem Forum erhalten, darum möchte ich mich nicht mit fremden Federn schmücken /emoticons/default_wink.png )
In unserem Fall hat der Fassadenbauer behauptet, es gäbe für die Permeterdämmung in der Schweiz keine Vorschrift, wie diese verlegt werden müsse. Was natürlich totaler Blödsinn ist, immerhin waren in unserem Fall keine Absätze wie in eurem Fall erkennbar.
Eure Verlegung sieht jedoch noch schlimmer aus wie damals die unsere, besonders die unterste XPS-Bahn liegt ja überhaupt nicht plan an der Kellerwand. Zudem sollten sie die Spälte mit XPS-Material auskeilen und nicht einfach PU-Schaum reindrücken. Auf einem deiner Bilder ist zu erkennen, dass der PU-Schaum den Zwischenraum zwischen den beiden Platten aufspreizt.
Weiter ist mir aufgefallen, dass die Noppenbahn nicht vollständig zum Boden gezogen wurde, was aber unbedingt sein sollte! Andernfalls fehlt die Schutzfunktion fürs Dämmaterial und das Sickerwasser läuft nicht ordnungsgemäss nach unten.
Schicke deinem GU/ Architekten eine eingeschriebene Mängelrüge und verlange eine Neuverlegung.
Würdest du mir über eine PN verraten, welche Firma die Dämmung ausgeführt hat?
Gutes Geschick beim Verhandeln!
Gruss, Mäge
- Pfälzer9’908 Beiträge24. Juli 2009 · bearbeitetHallo Barney,
wie mpaxx schon korrekt geschrieben hat, ist die Verlegung bei Deinem Keller nicht korrekt. Daher als Mangelrüge an den GU senden und auf Erneuerung bestehen.
Aber ebenso wie bei mpaxx hast Du dann evtl. das Problem, dass der GU sich auf den Isolateur verlässt bzw. beruft und dieser beteuert, alles korrekt ausgeführt zu haben.
Dieser wird dann bei genau der gleichen Firma, Austrotherm Österreich, beim Schweizer Importeur, die Bestätigung beibringen oder erstellen lassen, dass dies eben der Schweizer Ausführungsvariante entspräche.
Ja, das ist so eine dieser Normen in der Schweiz, die es leider nicht gibt!!!
Man ist hier also quasi Freiwild und der Kumpelschaft zwischen CH-Importeur und Isoleur, ausgeliefert. Es gibt wohl keine Vorschrift innerhalb der Schweiz, welche die Verlegung mit Kreuzfugen untersagt!
Halb Europa, also alles rund um die Schweiz, hält sich hier an die DIN-Norm und an die EN-Norm, welche auch natürlich der Hersteller in Österreich dort und in Europa schön erfüllt!
Nur nicht in der Schweiz. Dies sollte einem doch zu denken geben, oder?
Man nimmt hier also bewusst in Kauf, dass Wärmebrücken, quasi halb vorsätzlich oder mangels besseren Wissen der Ausführenden...,für die Schweizer Kunden völlig in Ordnung sind!
Ich kann hier nur aus meiner persönlichen Erfahrung ( bzw. ist dies meine pers. Meingung) jedem empfehlen, bei seinem GU oder Archtiekten die Ausführung nach der deutschen DIN-Norm oder EN-Norm zu verlangen. Vor Vertragsabschluss sollte dies ohne große Probleme machbar sein.
Damit man dies einmal lesen kann, habe ich im Anhang die Zulassungsbescheinigung für die Austrotherm-Perimeterdämmung angehängt.
Nur damit hier nicht der Eindruck entsteht, ich hätte mpaxx hier nicht passend beraten, auch er hat diese in Kopie bekommen, von Bauexperten einen Hauch früher.. und natürlich mit dem gleichen Ergebnis... es geht hier nichts über die deutsche DIN-Norm.
Interessant ist hierbei die Position 2.1.2
..Die Extruderplatten müssen eine Kantenprofilierung haben, z.B. Stufenfalz
Weiter der Punkt 3..Bestimmung für die Ausführung
hier Punkt 4.1 ..Verlegung, Befestigung
2. Satz.... müssen im Verband verlegt sein, Kreuzstöße sind zu vermeiden....
Dieser Ausschnitt ist wohl relativ einfach und gleichzeitig eindeutig.
Wichtig dabei ist, dass die Perimeterdämmung auf dieser Grundlage geprüft und danach ihre Zulassung erhalten hat.
Alle Punkte dieser Prüfung sind zu erfüllen, wenn die angebrachte Platte als einwandfreie Prerimeterdämmung anerkannt werden soll.
Somit handeln alle, welche diese Platten eben anders, z.B. mit Kreuzstößen verlegen oder verlegen lassen, gegen deren Zulassung. Wenn sie dies machen, hat die Platte und somit die gesamte Gewerksleistung eben keine Zulassung mehr und ist somit automatisch mangelhaft und zu rügen.
Aber eben... das gilt für alle Bauherren in Europa, nicht für Euch in der Schweiz.
Allg_Bau_Zul_1293.pdf
1 Anhang
- barney622 Beiträge30. Juli 2009die Mängelrüge ist in Arbeit. Vielleicht haben wir ja Chancen, zumindest steht bei uns im Vertrag, dass Herstelleranweisungen zu berücksichtigen seien, wenn auch nur 3 Stufen unter der SIA...
Wo wir schon mal dabei sind, ich glaube, eine Hohlkehle haben sie bei uns auch nicht gemacht, oder? Wie wichtig ist das? Oder ist das so in Ordnung, wie man es auf den Bildern sieht? Ich glaub, ich brauch auch einen Bauberater... Und dabei hatten wir einen guten Eindruck von unserem Baumeister...
Liebe Grüsse,
Barney


- Pfälzer9’908 Beiträge30. Juli 2009Hallo Barney,
dann hoffe ich, dass man die Herstellervorschrift beachtet und entsprechend anwendet. Diese gibt es ja nicht aus Spaß an der Freud oder um Baumeister und Architekten zu ärgern!
Eine Hohlkehle wird hier nicht möglich sein, da, zumindest sieht es auf dem Bild so aus, der Übergang Wand zur Bodenplatte direkt und ohne Absatz erfolgte.
Die Bitumenabdichtung über der Fuge ist aber so nicht geblieben, oder? Das wäre dann gerade für die Katz gewesen.
Die Löcher in der Wand, für die Abspannungstäbe der Schalungswände, werden ja wohl auch noch sauber und dicht verspachtelt worden sein..?
- barney622 Beiträge30. Juli 2009 · bearbeitetHallo Pfälzer,
das wird ja immer besser...
Ich denke, die Abdichtung ist so geblieben, denn das nächste Mal waren schon die XPS Platten drauf. Was da jetzt drunter ist, kann ich nicht sagen. Ist es schlecht, den Übergang von der Wand zur Bodenplatte ohne Absatz zu machen?
Die Löcher sind zu, aber wie sauber und dicht, kann ich nicht beurteilen. Wir haben uns bei der Auswahl der Unternehmer auch auf unseren Architekten verlassen, denn irgendjemandem muss man ja vertrauen, wenn man selbst keine Ahnung hat...
Was kann uns bei diesem Keller erwarten?
Liebe Grüsse, Barney

- Moudi2’458 Beiträge30. Juli 2009...genau aus diesen Gründen werden wir die XPS Jakodrainplatten selbst an einem Wochenende ankleben /emoticons/default_wink.png
Kostet uns 2 Tage Arbeit und 4kchf /emoticons/default_smile.png
Gr moudi
- Pfälzer9’908 Beiträge30. Juli 2009
Hallo Pfälzer,
Hallo Barney,
das wird ja immer besser...
Ich denke, die Abdichtung ist so geblieben, denn das nächste Mal waren schon die XPS Platten drauf. Was da jetzt drunter ist, kann ich nicht sagen. Ist es schlecht, den Übergang von der Wand zur Bodenplatte ohne Absatz zu machen?
Die Löcher sind zu, aber wie sauber und dicht, kann ich nicht beurteilen. Wir haben uns bei der Auswahl der Unternehmer auch auf unseren Architekten verlassen, denn irgendjemandem muss man ja vertrauen, wenn man selbst keine Ahnung hat...
Was kann uns bei diesem Keller erwarten?
Liebe Grüsse, Barney
den "Absatz" braucht man nicht! Mir persönlich ist es sogar lieber ohne, da hier wieder ein mögliches Schadensfeld NICHT vorhanden ist.
Wenn aber, dann sollte man unbedingt eine Hohlkehle anfertigen.
Auf dem neuen Bild sieht ma die Löcher der früheren Spannstäbe wohl nur mit einer Kunststoffkappe abgedeckt. Um Probleme, bei einem WU-Keller sowieso, durch einsickerndes Wasser (kann duch Regen auch im oberen Bereich passieren /gerade bei Lehmböden im Arbeitsraum/als Befüllung) zu vermeinden, schließt man diese fachgerecht mit einer Ausspachtelung und anschließend mit einer Bitumenabdichtung oder Beton-Dichtschlämme, ggf. inkl. einem Stückchen Gewebe. Damit ist das "alte Loch" dauerhaft abgedichtet.
Bei dem unteren Streifen sah man ja ganz eindeutig noch die Fehlstellen/Hohlräume der äußeren Betonfläche (Lunkerstellen). Da wurde nicht korrekt verdichtet, oder der Beton war schon viel zu trocken...oder...
Darüber kann man keine Bitumenabdichtung einfach aufstreichen oder aufspachteln, diese bildet zwar, wenn korrekt mit Voranstrich ausgeführt (?) eine "abdichtende Haut", aber doch natürlich nicht dort, wo vorher noch ein "Loch" war.... sollte jedem Verantwortlichen einleuchten.
- barney622 Beiträge30. Juli 2009Hallo Moudi,
wir haben uns da nicht so ganz rangetraut. Wenn ich das jetzt aber so sehe, hätten wir das selbst wohl viel genauer und gewissenhafter gemacht. Hinterher ist man immer schlauer /emoticons/default_sad.png
Viel Spass beim Kleben und liebe Grüsse,
Barney
- barney622 Beiträge24. August 2009 · bearbeitetVielen Dank für Eure Antworten. Wir haben nun folgende Lösung gefunden (Sorry, dies wird ein längerer Beitrag):
Zunächst haben wir eingeschrieben eine Mängelrüge an den Architekten geschickt:
Mängelrüge Perimeterdämmung
Vom Architekten haben wir folgende Antwort bekommen:
Sehr geehrter Herr ...
Hiermit rügen wir die Ausführung der Kellerwanddämmung am ...weg in .... Nachdem wir bereits am 20.7.2009 Herrn ... und Herrn ... direkt auf der Baustelle mündlich auf den Mangel aufmerksam gemacht haben und Besserung versprochen wurde, ist bis heute nichts geschehen. Es geht darum, dass bei der Verlegung der XPS Platten laut Hersteller Austrotherm Kreuzfugen nicht zulässig sind. Dennoch wurden am ...weg die Dämmplatten grösstenteils mit Kreuzfugen verlegt.
Desweiteren dürfen laut Verarbeitungsrichtlinien des Herstellers für Kellerwanddämmungen ausschliesslich XPS Platten mit Stufenfalz verwendet werden (am ...weg wurden Platten ohne Stufenfalz verwendet).
Zudem sollten die Spalten mit XPS Material ausgekeilt werden. Der zum Teil verwendete PU Schaum verformt die Platten an verschiedenen Stellen.
Desweiteren sollten nur ganze Platten verwendet werden ausgenommen im Bereich von Mauerecken, sodass möglichst wenige Fugen entstehen.
Ausserdem erscheint es uns merkwürdig, dass die untere XPS Bahn nicht plan an der Kellerwand liegt sondern einen Absatz zu den obenliegenden Platten hat.
Die Noppenbahn sollte vollständig zum Boden gezogen werden, damit das Dämmmaterial gut geschützt ist und das Sickerwasser nach unten ablaufen kann.
Wir bestehen auf einer Neuverlegung der Kellerwanddämmung basierend auf den Verarbeitungsrichtlinien der Herstellerfirma Austrotherm (siehe Beilage), da die Perimeterdämmung auf dieser Grundlage geprüft wurde und danach ihre Zulassung erhalten hat. Dadurch werden unnötige Wärmebrücken vermieden. Im Werkvertrag mit ... steht, dass die Richtlinien der Baustoff-Fabrikanten bei der Arbeitsausführung zu berücksichtigen sind.
Bei Fragen sind wir jederzeit unter ... oder ... erreichbar.
Mit freundlichen Grüssen
Beilage: Austrotherm TOP & XPS Verarbeitungsrichtlinien
Sehr geehrter Herr ...
Wir fanden das noch nicht ok und schrieben zurück:
Sehr geehrte Frau
Nachfolgend nehmen wir Stellung zu Ihrer Mängelrüge Perimeterdämmung (eingeschriebener Brief, dat. 1.8.2009):
An der erwähnten Zusammenkunft auf der Baustelle vom 20. Juli wurde offenbar mündlich vereinbart, die bereits verlegten Platten mit Kreuzfugen bestehen zu lassen und nur die weiteren Platten im Verband zu montieren. Dies wurde durch den Baumeister nach unserem Augenschein auch grössten teils so ausgeführt. Grundsätzlich ist eine Verlegung im Verband sicher besser, einige Kreuzfugen ergeben aber keine bauphysikalischen Probleme, dies auch gemöss tel. Aussage des durch Sie kontaktierten Herstellers.
Eine Verwendung von Stufenfalzplatten ist nicht zwingend nötig, wichtig scheint uns viel mehr, dass die Fugen satt gestossen sind.
Der Absatz zwischen der untersten zu den darüberliegenden Plattenlagen ergibt sich daraus, weil die Bauunternehmung zuunterst Platten von 10 cm Stärke und in den oberen Lagen die verlangten 8 cm verwendet hat.
Nach einer Besprechung vor Ort mit den Herren ... von heute 10. August 2009 wurden folgende Korrekturen vereinbart:
- Ablaufrohr Lichtschacht Keller Nordwestwand (hangseits): Dieses wird mit einem zusätzlichen Rohrbogen weiter nach aussen versetzt, so dass Dämmplatten zwischen Rohr und Beton aussenwand durchgehend verlegt werden können.
- Wand-Aussenecke Technikraum (hangseits): Bei der Wassereinführung werden die mehreren schmalen Plattenstreifen durch grossflächige Platten ersetzt.
- Aussenwand bei Kellertreppe: Bei der obersten Plattenreihe werden die geschüsselten Platten durch plane ersetzt.
- Aussenwand Waschen / Werken (hangabwärts): Ein breiter Spalt im senkrechten Plattenstoss soll noch ausgekeilt werden.
- Aussenecke Waschen / Werken (hangabwärts / Seite Wald): Oberste halbe Platte mit Luftraum zu Betonwand wird durch eine plane Platte ersetzt.
- Aussenecke Waschen / Werken (Seite Wald): Zweitunterste Platte bei Türe wird entfernt und neu ohne Spalt satt an linke Platte verlegt.
- Allgemein: PU-Schaum-Wülste werden plattenbündig abgeschnitten.
Die angesprochenen Noppenbahnen bei der Wandpartie Kellertreppe sind noch nicht definitiv montiert. In diesem Bereich, wo der Wassertank verlegt wird, ist das heruntergefallene Erdreich ohnehin nochmals zu entfernen.
Wir bitten Sie um baldmöglichste Stellungnahme, da die vorgeschlagenen Massnahmen und nachfolgende Arbeiten erst anschliessend veranlasst werden können.
Freundliche Grüsse
Guten Tag Herr ...
Darauf wurde vom Architekt ein Treffen mit dem Importeur des Dämmungsherstellers direkt auf der Baustelle vereinbart. Daraus resultierte dann das folgende Schreiben des Importeurs
Wir sind mit den vorgeschlagenen Massnahmen einverstanden unter der Voraussetzung, dass folgende Punkte erfüllt werden:
- Ihre Aussage
"einige Kreuzfugen ergeben aber keine bauphysikalischen Probleme, dies auch
gemäss tel. Aussage des durch Sie kontaktierten Herstellers"
muss schriftlich vom Hersteller bestätigt werden, da er in seinen
Verarbeitungsrichtlinien ausdrücklich Kreuzfugen als nicht zulässig erklärt.
Der Hersteller muss also schriftlich erklären, dass unsere Dämmung, so wie
sie neu ausgeführt wird, den Herstellervorgaben entspricht und damit von der
Herstellergarantie abgedeckt ist.
- Die 2cm Dämmschicht muss mit versetzen Fugen auf die 8cm Schicht aufgebracht
werden, sodass keine Fugen aufeinander zu liegen kommen. In der 2cm Schicht
soll es zudem keine Kreuzfugen geben.
- Nach der Ausführung der Massnahmen muss das Resultat von uns (Bauherren) und
Ihnen (Architekt) abgenommen und für gut befunden werden.
Wir bitten um kurze Rückmeldung, ob das für Sie so ok ist.
Mit freundlichen Grüssen
siehe nächsten Beitrag, da sonst zu lang...
- barney622 Beiträge24. August 2009Hier nun also der unterschriebene Brief des Importeurs Murexin:
Sehr geehrter Herr ...
Für uns ist die Sache nun so ok.
Gemäss unseren Telefongesprächen sowie E-Mails bestätige ich Ihnen hiermit folgende Aussagen:
1.) Den Herstellerhinweise bezüglich der XPS-Verklebung ist eine Empfehlung und kein Muss! Bei Plattendicken von > 12cm ist die Gefahr in der Proxis gross, dass XPS-Platten, welche lange der Sonne ausgesetzt sind, anfangen zu schwinden und daher eintstehen teilweise Spaltbildungen. In Ihrem Fall sind 8cm dicke Platten verlegt worden udn wie auf den Bildern ersichtlich ist, sind diese satt gestossen und haben keine Spaltbildungen.
2.) In der Beilage sende ich Ihnen die SIA-Normen. Aus diesen hervorzulesen ist nirgends vorgeschrieben, dass die Platten keine Kreuzfugen aufweisen dürfen. Wenn die Platten satt gestossen sind und es keine spaltbildungen hat, ist dies absolut in Ordnung.
3.) Stufenfalzplatten werden heutzutage nur noch mit glatter Schaumhaut produziert. Diese Schaumhaut hat jedoch die Gefahr, dass bei starker Sonneneinstrahlung die Platte sich stark verzieht und daher wird diese in der Praxis kaum mehr angewendet. Sämtliche grossen Wäremdämmverbundsystemanbieter liefern nur XPS Platten mit geraden Kanten, welche eine aufgeraute oder geprägte Oberfläche haben.
4.) Nach Rücksprache mit unserem Werk Austrotherm in Österreich ist aufgrund der von Ihnen gemailten Fotos die Verarbeitung i.O. und es ist keine Verlust der Wärmedämmung zu befürchten.
Wir hoffen, Ihnen mit diesen Angaben gedient zu haben.
Mit freundliche Grüssen
Gruss, Barney
- Bauprofi739 Beiträge24. August 2009Hallo Barney
da ich mich Pfälzers Ausführungen anschliesse, sehe ich dieses Schreiben mal so.
(Persönliche Meinung)
Der Herstellervertreter möchte ja weiter Geschäfte mit Bauunternehmung und Architekt machen. Er ist von seinem Produkt überzeugt (was gut ist) und vertraut darauf, dass es innerhalb der Gewährleistung zu keinen Problem kommt.
Soweit ok.
Ich würde dieses Schreiben sehr weit oben bei meinen Bauakten haben und sobald das Gebäude soweit ist und die Temperaturen stimmen, alles mit Wärmebild oder Messung überprüfen. Hierzu kann es von Vorteil sein wenn kritische Stellen in einen Satz Baupläne vermerkt werden.
Gespannt bin was Pfälzer schreibt.
Gruss Bauprofi
- Moudi2’458 Beiträge24. August 2009Hallo zusammen
auch wir sind gerade am Bauen und ich möchte, dass unsere Baumeister "saubere" Arbeit abliefern.
Ich kann als Laie vieles nicht nachvollziehen und frage deshalb mal ganz naiv:
Ist es wirklich ein Problem, wenn zwischen den Platten ein minimaler Spalt ist ?
Sind Kreuzfugen wirklich ein Problem ? Welches ? /emoticons/default_confused.png
Ich dachte XPS Platten sind zum dämmen da und das machen sie doch auch mit Kreuzfugen...oder ?
@Pfälzer: Bitte klär` mich auf /emoticons/default_smile.png
Gruss moudi
- Bauprofi739 Beiträge24. August 2009Hallo Moudi
eventuell kann ich es Dir beantworten.
Du hast es mit verschiedenen Werkstoffen zu tun (XPS/Beton) beide haben ein anderes Dehn- Schrumpfverhalten. So ist es möglich das bei einer Kreuzfuge ein wesentlich grössere Lücke entstehen kann. Dies wäre dann eine Wärmebrücke. Beim Verband ist diese Gefahr gebannt.
Pfälzer kann dies bestimmt noch besser schreiben. 🙂
Gruss Bauprofi
- Pfälzer9’908 Beiträge24. August 2009
Hier nun also der unterschriebene Brief des Importeurs Murexin:
Ja aber hallo.... Murexin.... wieder die Österreicher.. bzw. der Austrotherm-Importeur.. das war ja bisher nicht bekannt. Wie mpaxx ja schon geschrieben hatte, auch sein "Super-Importeur"!
Für uns ist die Sache nun so ok.
Gruss, Barney
Der liebe Importeur vegisst die EN-Zulassung!
Er hat aber Recht darin, dass in einer SIA-Norm nix steht!
Wobei, wenn ich nun etwas spitzfindig wäre, dann würde ich den lieben Murexin-Chef doch einfach fragen, wo es denn in der SIA-Norm steht, dass man die XPS-Platten, dann schweizgerecht, mit Kreuzfugen verlegen muss? Auf diese Antwort wäre ich gespannt!
Aber es ist in der Tat so, dass die SIA hier leider ohne jegliche Aussage ist! Es gibt in der Schweiz keine Norm, welche dies regelt! Leider!
Aber evtl. kommen die Verantwortlichen der SIA auch hier bald zu einem Entschluss, sich der DIN-Norm, bzw. der EN-Norm, wie in anderen Fällen ja bereits geschehen, anzupassen. Es wäre allen Schweizer Bauherren zu wünschen.
Aber, wenn es auch keine SIA-Norm gibt, welche die Verlegung ohne Kreufugen vorgibt, sich der Hersteller also auch in der Schweiz an die EN-Normenvorgabe halten müsste, so entspricht die Ausführung dann zumindest nicht den Regeln der Baukunst. Damit, das ja auch meist im Werkvertrag steht, verstößt der GU (inkl. seinem netten Importeur) dann eben gegen diese Regel. SIA hin oder her.
Völlig offen für mich ist auch die Aussage des Herstellers zu den übersandt Bildern? Ja was denn nun?
Der Architekt bestätigt, dass Platten geschüsselt sind, nicht plan anliegen und getauscht werden müssen, aber das Werk sieht hier überhaupt nix? Sind die denn blind? Oder haben sie davon überhaupt nichts mitbekommen?
Ich würde mir hier einfach die Bestätigung des Herstellers (Austrotherm) schriftlich geben lassen. Was der Importeur hier ggf. aus Gefälligkeit dem Verarbeiter oder GU bescheinigt, muss noch lange nicht die rechtlich verbindliche Aussage des Herstellers sein! Hier hätte ich doch große Vorbehalte an der Richtigkeit.
Auch würde ich mir vom Hersteller dann schriftlich zusichern lassen, dass, gem. Beurteilung der Bilder, wenn sie schon keine Verluste der Wärmedämmung sehen, dies auch grantiert wird und im Umkehrfall, wenn sie sich dann doch geirrt haben, sie die Kosten für den kompletten Austausch übernehmen.
...gedient hat er hier nur dem GU, bzw. seinem Kunden, dem Ausführenden.
Wenn denn die Grantie vorliegen würde, ja dann könnte man im Winter dann die von Bauprofi angedachte Thermographieaufnahme machen.
Natürlich kann man hier genau so gut den GU in die Pflicht nehmen... bzw. Architekten.... er bestätigt ja die Aussagen des Importeurs, damit auch seinem Vertragspartner für die Ausführung. Wenn er sich dem so sicher ist, sollte er auch ohne zu zucken, eine solche aussstellen!
Fazit: Es gibt einige Dinge in der Bauabwicklung, welche in den Schweizer SIA-Normen nicht aufgenommen sind, aber fromm und fröhlich von vielen GU´s, als Errungenschaft, als was "Neues" und "Gutes" angeboten werden.
Es ist daher ratsam, sich dies genau anzuschauen und schon im Vorfeld dies zu beanstanden. Die Ausführung nach EN-Norm zu verlangen (was die meisten Hersteller ja eh müssen, da sie ja außerhalb der Schweiz produzieren) und dies auch im Werkvertrag so zu dokumentieren. Dann gibt es nachher auch keine Diskussionen.
Da aber Barney mit der Antwort des Importeurs zufrieden ist, lasse ich es auch dabei bestehen.
- Pfälzer9’908 Beiträge24. August 2009 · bearbeitetJa Moudi,
wie Baumeister... ich denke Du legst selbst Hand an?
Also, dann ergänze ich einmal die ja schon korrekte Variante von Bauprofi.
Kreuzfugen haben leider nur Nachteile. Schaue Dich hier in den Bautagebüchern um, schaue die Bilder, so wie ich es mache, genau an! Weit mehr als 50% der Platten haben, durch unsachgemäßen Umgang beim Transport oder dem Abladevorgang, bwz. der Zwischenlagerung an der Baustelle durchweg "runde Ecken", oder nicht?
Auch als Laie wirst Du 1+1 zusammenzählen können! Wenn 4 Ecken an der Kreuzfuge zusammen kommen, welche aber keine Ecken mehr haben (diese bräuchte man ja für die "satte Stoßung der Platten" gem. Importeurangaben... ach ja Murexin... den Namen merke ich mir), dann ergibt sich nach Adam Riese, genau in der Mitte, also in Zentrum der Kreuzfuge,.... ein dickes Loch! Also da iss dann nix.. nur Luft....kalte Luft..!
Also, eine eindeutige Wärmebrücke.
Beim Stufenfalz geht es in die gleiche Richtung. Wenn schon, was ja auch "Murexin" sogar einräumt, ein sogenannter Schwund eintritt, wenn die Platten länger der Witterung, also Sonneneinstrahlung, ausgesetzt sind (ja hier haben die Murexinleutchen aber vergessen zu sagen, wie lange dies denn sein würde...), sie sich also verkürzen, verformen, dann ist bei der Verlegung mit Kreuzfungen erst recht Schluss mit lustig.. aber bei Platten mit Stufenfalz, ist zumindest noch die halbe Stärke der Dämmung vorhanden. Also, 50% oder 0%, das wäre hier die Frage! Somit gilt eindeutig, mit Stufenfalz ist das Risiko für Wärmebrücken mindestens zu 50 %, in der Regel natürlich mehr, reduziert! Das spricht zu 100% für eine solche Ausführung!
Letzer Vorteil mit versetzer Anordnung ist die höhere Festigkeit, bzw. Verbundwirkung. Platten welche ohne Verband verlegt sind, sind beim befüllen der Baugrube viel leichter zu verschieben als Platten mit versetzer Verlegung. Hier drückt dann ggf. die eine Platte auf die andere, somit auf die Fläche und hält mehr aus!
Bei Kreuzfugen fehlt diese "Verbundwirkung" womit sich die Plattenfläche leichter verschieben, verformen lässt.
Resultat: Noch mehr offen Fugen... noch mehr Wärmebrücken!!
Zudem habe ich keine Ahnung, weshalb dies die Schweizer Fachleute anders sehen??
@bauprofi
gem. Deiner Aussage im anderen Thread,... ja ich lerne auch ständig was Neues von der Schweizer Seite... nein, nur Spaß, ist in der Tat so, ich nehme vieles auf... und das mit Freude.
- barney622 Beiträge24. August 2009
Völlig offen für mich ist auch die Aussage des Herstellers zu den übersandt Bildern? Ja was denn nun?
Dazu kann man sagen, dass sich der Brief von Murexin auf die Fotos nach den Korrekturen bezieht. Es sieht jetzt einiges besser aus als vorher und die Platten sind satt gestossen. Am besten wäre gewesen, die EN Norm wäre von Angang an eingehalten worden, so ist es aber auch ein Kompromiss, mit dem wir leben können.
Der Architekt bestätigt, dass Platten geschüsselt sind, nicht plan anliegen und getauscht werden müssen, aber das Werk sieht hier überhaupt nix? Sind die denn blind? Oder haben sie davon überhaupt nichts mitbekommen?
dann ergibt sich nach Adam Riese, genau in der Mitte, also in Zentrum der Kreuzfuge,.... ein dickes Loch! Also da iss dann nix.. nur Luft....kalte Luft..!
Als physikalischer Laie, doch mal eine Frage: Bei versetzten Fugen habe ich ja dann einfach zwei halbe Löcher, ist das denn wirklich besser?
Gruss, Barney
- Moudi2’458 Beiträge24. August 2009Danke Pfälzer für deine Aufklärung /emoticons/default_wink.png
Das mit den Kreuzfugen habe ich nun kapiert.
Ja, wir legen selbst Hand an bei der Dämmung. Darum nehmen wir ja auch die "bequemen" Jackodrain.
Mit Baumeisterarbeiten meinte ich allgemein die Arbeiten von Baumeistern,
nicht die Dämmarbeiten im speziellen.
Gr moudi
- Pfälzer9’908 Beiträge24. August 2009 · bearbeitetHallo barney,
rein rechnerisch, wäre es doch eine Verbesserung um 100% zu einem "Volloch" oder?
Also immer besser als nichts!
Natürlich ergäbe sich, wenn man es als Verarbeiter nicht kapiert, oder kapiern will bzw. kann, noch das Resultat von 2 halben Löchern.
Das ist aber ebenfalls nicht Sinn der Sache. Das hängt aber schon von der Einstellung Deines Architekten oder Bauleiters ab!
Wenn er hier klare Vorgaben macht, dann hat der Verarbeiter keine Möglichkeit zu schlampen... wenn nicht, dann macht er dies so wie er es will oder denkt, dass reicht nun aber....????
Da die Qualität der Perimeterdämmung, immerhin bezahlst Du ja auch den vollen Preis (!), hängt letztlich davon ab, wie man mit dem hochwertigen Rohstoff umgeht! Daher schrieb ich ja schon bei der Antwort für Moudi, dass viele Platten schon Schäden beim Transport oder der Lagerung bekommen. Solche Platten, wenn man weiß was man so macht, sondert man möglichst aus und nutzt sie für Füllplatten, welche man eh schneiden muss!
Die Platten sind einfach fachgerecht zu lagern und es sollten keine beschädigten Platten, also auch solche mit den runden Ecken, in der Fläche verbaut werden!
Alles klar?
- Pfälzer9’908 Beiträge24. August 2009
Danke Pfälzer für deine Aufklärung /emoticons/default_wink.png
Hallo Moudi,
Das mit den Kreuzfugen habe ich nun kapiert.
Gr moudi
schön das zu hören../emoticons/default_biggrin.png dann kannst Du ja absofort auch meinen Part der Erklärung hierfür übernehmen... dann brauche ich mich nicht zu wiederholen. Diese Frage taucht ja mit schöner Regelmäßigkeit immer wieder auf.../emoticons/default_wink.png