Beseitigung von Ulmengallenläuse
4Antworten13’609Aufrufevon Gast · 6. Juni 2006letzter Beitrag vor 21 Jahren
- whg6. Juni 2006Sehr geehrte Damen und Herren,
sicherlich haben Sie uns, zu unsrem nachfolgenden Problem, einen Rat:
Unsere sehr große Goldulme, nach dem Zurückschneiden noch ca. 4 mtr. hoch, ist von wahrscheinlich Ulmengallenläuse befallen. Zum 1. Mal haben wir Diese letztes Jahr entdeckt. Daraufhin haben wir den Baum im Herbst extrem zurück geschnitten, in der Hoffnung, dass Problem zu minimieren.
Nun haben sich wieder in diesem Frühjahr, mehr als jeh zuvor, diese Blasengallen gebildet.
Nun sind wir mittlerweile ratlos.
Vorab bedanke wir uns für Ihre Mithilfe
und verbleiben
mit freundlichen Grüßen
WHG mbH
Herr Beha
Tel.: 07721/96190
Fax: 07721/62514
- whg7. Juni 2006Hallo,
wir haben folgenden Beitrag gefunden:
Symptomatik und Biologie:
Eine auffällige, aber vergleichsweise weniger schädigende Galle ruft Tetraneura ulmi hervor, eine zu den Blasenläusen (Pemphigidae) gehörende, wirtswechselnde Laus. Aus den in Rindenritzen von Bergulme (Ulmus glabra) und Feldulme (U. carpinifolia) überwinternden Eier entwickeln sich die ersten Läuse (Stammmutter), die ihrerseits an den Ulmenblättern auf der Blattunterseite saugen. Auf der Blattoberseite zwischen den Blattadern entwickelt sich daraufhin eine auffällige Galle (selten auch auf der Blattunterseite). Diese Galle ist bohnenförmig, wird bis zu 15 mm groß und ist zu Beginn deutlich grün gefärbt. In der Regel ist sie deutlich gestielt. Zu Beginn der Entwicklung ist ein offener Eingang auf der Blattunterseite erkennbar, später ist die Galle verschlossen. Im Innern befinden sich gut vor äußeren Feinden geschützt eine Vielzahl von kleinen, wachswolleproduzierenden Läusen. Die Gallen selbst verfärben sich im Laufe des Jahres rasch gelblich und werden später auch ganz braun und vertrocknen. Die Schadwirkung ist je nach Zahl der Gallen gering, kann jedoch bei vielen Gallen auch zu Blattdeformationen führen. Im Sommer verlassen geflügelte Läuse über eine seitliche Öffnung (deutlich sichtbare Öffnung) die Gallen und besiedeln unterschiedliche Gräser/Getreide, wobei es hier zur Bildung von "Wurzelläusen" kommt, die dann auch von Ameisen besucht werden. Etwa im September kommt es wieder zum Rückflug auf die Ulmen und zur Eiablage.
Vorbeugung und Bekämpfung:
Vorbeugung und Bekämpfung: Keine unmittelbare Schadwirkung auf die Pflanze. Befallene Blätter mechanisch entfernen.
Wichtige Wirtspflanzen: (mit Lebensbereich nach Prof. Dr. Kiermeier; Erläuterung)
Ulmus
- kumin33 Beiträge7. Juni 2006Sehr geehrter Herr Beha
Der Befall von Gallenläusen ist meistens harmlos.
Das starke Zurückschneiden von Ihrer Ulme hat das Problem sicherlich nicht kleiner gemacht. Durch den starken Rückschnitt hat der Baum viel an Vitalität verloren und braucht nun seine Energie um wieder eine Krone aufzubauen.
Schädlinge haben bei gestressten Bäumen ein leichtes Spiel.
Ich vermute sie haben die Gallenläuse mit der Holländischen Ulmenkrankheit verwechselt. Die Holländischen Ulmenkrankheit wird durch den Ulmensplintkäfer verbreitet und der Baum hat in den wenigsten fällen eine Chance.
Seit mitte der 90er hört man weniger von dieser Krankheit. (Die meisten grossen Ulmen sind gestorben )
Hoffentlich wird sich das Problem mit den Gallenläusen wieder legen und Ihr Baum kann sich wieder entfalten.
Freundlicher Gruss
Melchior Kümin
- whg7. Juni 2006Wenn man die "Gallen" aufzwickt, sieht man ein ganz kleines, graublaues Insekt. Deswegen sind wir der Meinung, dass es sich hierbei um eine Gallenlaus handelt. Oder kann es sich trotzdem um eine Ulmenkrankheit handeln?
- kumin33 Beiträge7. Juni 2006Nein um die Ulmenkrankheit kann es sich in dem Fall nicht handeln.
Die Ulmenkrankheit ist eine Gefässkrankheit und in wenigen fällen konnte man Ulmen durch einen starken Rückschnitt retten. In einem solchen Fall würde ich den starken Rückschnitt als sinnvoll erachten.
Bei Schädlingen bringt ein starker Baumschnitt sicherlich nicht die gewünschte Verbesserung. Im Gegenteil, bei grossen Schnittstellen werden Faulherde entstehen und die Lebzeit vom Baum wird verkürzt.
Melchior Kümin