Hallo zusammen
wir sind vor ca. einem halben Jahr in unseren Neubau im 1. OG eingezogen. Das Haus wurde in monolithischer Bauweise mit Monobrick erstellt.
Leider ist das Haus extrem hellhörig. Wir hören deutlich Trittschall und sogar Stimmen aus der Wohnung unter uns. Wir hören auch Geräusche aus dem Keller, z. B. Staubsauger, klopfen oder Lüftungsgeräusche. Nicht dumpf, sondern ziemlich klar.
Der Architekt hat inzwischen eine Schallmessung durchführen lassen. Die SIA-Norm wird nur knapp erfüllt. Auffällig ist ein deutlicher Einbruch bei den Stimmfrequenzen.
Zusätzlich haben wir festgestellt, dass im Deckenrandbereich nach aussen kein spezielles Dämmelement eingebaut wurde, sondern ein normaler Backstein. Für uns stellt sich deshalb die Frage, ob hier eine Schallbrücke bzw. eine ungünstige Schallübertragung über den Deckenrand entstanden ist.
Wie sind eure Erfahrungen mit monolithischer Bauweise/Monobrick?
Ist eine solche Hellhörigkeit bei dieser Bauweise normal? Hat jemand ähnliche Erfahrungen mit dem Deckenrandbereich oder konnte eine solche Schallübertragung auf eine konkrete bauliche Ursache zurückführen?
Kennt jemand, jemanden der solch ein Problem lösen konnte?
Vielen Dank für eure Erfahrungen!
Beste Grüsse
BB
Normalerweise werden die Etagen mit einer Schallsperre (Dicke Hartgummimatte) entkoppelt, das sollte man aber bei allen mehrstöckigen Gebäuden machen. Ein anderes Problem; Unterlagsboden und Plättli: es ist zwingend, dass bei Unterlagsboden, oder Plättlikleber keine Verbindungen mit dem Mauerwerk hat, selbst ein kleiner Fleck kann schon den Trittschall an das Mauerwerk übertragen. Dann stellt sich noch die Frage, wurden die Steine geklebt, wenn ja, mehr Schallübertragung als bei Mörtel. Putzaufbau, nach Vorgaben? Das Problem ist meist, man sieht das alles nicht als gesamtes. Der Maurer machts so, der Gipser, egal, geht auch so etc. Ein Gebäude in monolithischer Bauweise ist ein System, nicht nur ein Stein. Ein Problem, das viele Firmen nicht sehen wollen. Es ist auch nicht mal teurer, aber man muss die richtigen Materialen einsetzen, und vor allem auch sauber arbeiten. Denn es ist bekannt, dass durch die höherer Härte dieser Steine der Schall besser übertragen werden kann. Das hilft die jetzt alles nicht so richtig weiter, aber du kennst jetzt die Fallstricke.
Gruss Pit
Der Deckenrandbereich wäre für mich tatsächlich ein Punkt, den ich genauer untersuchen würde. Wenn dort anstelle eines vorgesehenen Dämmelements ein normaler Backstein verwendet wurde, könnte das zumindest theoretisch die Schallübertragung beeinflussen. Ob das die Hauptursache ist, lässt sich natürlich nur durch eine fachliche Prüfung feststellen.
Guten Abend
Besten Dank für Eure Antworten.
Da mir das ganze immer suspekter vorkommt haben wir uns beschlossen einen externen Bausachverständigen zu engagieren. Das wird nicht ganz günstig aber wir erhoffen uns so eine Chance auf Besserung, da sich meiner Meinung nach weder der Architekt, noch der Bauherr in der Verantwortung sieht etwas zu unternehmen/ prüfen.
Bezüglich Putz bin ich noch skeptischer, der Gipser hat so schlampig gearbeitet, dass wir vermuten, dass auch da nicht nach Vorgaben gearbeitet wurde.
Wir sind gespannt auf die kommende Expertise Oktober.
Beste Grüsse