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Trinkwasser: Eigene Quelle vs Anschluss an das öffentliche Wassernetz

4Antworten1’716Aufrufevon MagicMax · 30. Mai 2025letzter Beitrag vorgestern
  1. MagicMax25 Beiträge30. Mai 2025
    Mich würde Eure Meinung interessieren zum Thema Versorgung mit Trinkwasser.

    Wenn Ihr eine Liegenschaft kaufen würdet und auch den Punkt Trinkwasserversorgung in die Entscheidungskriterien einfliessen lässt, was würdet Ihr bevorzugen:
    • Anschluss an das öffentliche Trinkwassernetz (in der Regel von der Gemeinde betrieben)
    • Eigene Quelle (Quellrecht)
    Ich denke, beides hat Vor- und Nachteil. Oftmals hat man keine Wahl, entweder ist man an das öffentliche Trinkwassernetz angeschlossen, oder man wird durch eine eigene, private Quelle (eventuell geteilt mit den Nachbarn) erschlossen.

    Würdet Ihr ein Haus kaufen, welches nicht am öffentlichen Wassernetz angeschlossen ist und nur durch eine private Quelle erschlossen ist?
    Ich habe schon wieder ein Inserat über eines meiner Suchabos erhalten wo steht "Eigene Quelle". Ich gehe daher mal davon aus, dass diese Liegenschaft nicht am öffentlichen Trinkwassernetz angeschlossen ist. Ich kenne jedoch auch ein Beispiel, wo beider zur Verfügung steht (eigene Quelle und später hat man dann noch einen Anschluss an die öffentliche Versorgung erhalten, nun ist nur noch ein Wasserhahn im Garten an der privaten Quelle angeschlossen, so hat man immerhin Gratis-Wasser für die Gartenbewässerung).

    Einen kleinen Vorteil sehe ich bei der privaten Quelle: Man ist unabhängig versorgt, also auch geschützt vor allfälligen Preiserhöhungen. Oder wenn es eine längere Trockenzeit gibt und die Gemeinde den Wasserverbrauch einschränkt, gilt dies für einem nicht (vorausgesetzt natürlich, man ist an einer sehr ergiebigen Quelle angeschlossen)

    Ich sehe (aus meiner eigenen Erfahrung) aber auch einige Nachteile:
    • Während das Wasser der öffentlichen Trinkwasserversorgung regelmässig auf seine Qualität hin untersucht wird, ist man bei einer eigenen Quelle selber dafür verantwortlich, sprich sollte die Qualität ebenfalls regelmässig in einem akkreditierten Labor untersuchen lassen
    • Wenn mit der Quelle etwas ist, entstehen einem sofort Kosten (in meinem Fall wären es aber glücklicherweise nur ein Fünftel der Kosten, da die Quelle noch mit weiteren Liegenschaften geteilt wird)
    • Man braucht meisten noch zusätzliche Einrichtungen wie Reservoir und Druckerhöhungsanlage, um den Netzdruck an den Wasserentnahmestellen gewährleisten zu können. Ein Ersatz z.B. einer Druckerhöhungsanlage geht richtig ins Geld, auch eine Sanierung eines Reservoirs kostet schnell viel Geld. Ist man hingegen am öffentlichen Netz angeschlossen, ist man nur für die Leitungen im Haus verantwortlich, der Versorger muss gewährleisten, dass einwandfreies Wasser mit dem korrekten Netzdruck ins Haus gelangt
    • Man hat keine Sicherheit für eine dauerhafte Versorgung, wenn die Quelle auf einmal zu wenig Wasser liefert, hat man ein Problem. Bei der öffentlichen Versorgung kommt das Wasser von mehreren Quellen, wenn eine Quelle zu wenig oder mal gar kein Wasser liefert, kann auf eine andere Quelle umgestellt werden, so hat der Bezüger immer Wasser
    Für mich überwiegen momentan die Nachteile bei einer eigenen Quelle. Nach den gemachten Erfahrungen (verunreinigtes Wasser im Reservoir und in der Druckerhöhungsanlage, sowie Rost in der Druckerhöhungsanlage) wäre für mich ein Text "Eigene Quelle" in einem Verkaufsinserat eher eine Abschreckung. Ideal wäre natürlich eine Kombination: Die Wasserhähnen im Haus erhalten Wasser von der öffentlichen Versorgung, ein Brunnen im Aussenbereich erhält Wasser von der eigenen Quelle. Wenn ich das Wasser nur für den Garten verwende, muss ich es nicht im Labor untersuchen lassen und bringe am Brunnen einfach ein Schild "Kein Trinkwasser" an.
    Ich bin mit der momentanen Situation, nur durch eine private Quelle erschlossen zu sein, alles andere als glücklich, weil eben gewisser Sanierungsbedarf bei der Speicherung des Wassers (altes und marodes Reservoir) und wohl auch bei der Druckerhöhungsanlage besteht. Aus verschiedenen Gründen bin ich daran, die Liegenschaft zu verkaufen. Ich für mich würde bei einem künftigen Neukauf sicherlich darauf achten, dass das Objekt an einer öffentlichen Wasserversorgung angeschlossen ist.

    Seht ihr das auch so?
  2. turbo886 Beiträge30. Mai 2025
    Wenn man die entsprechende Fachkompetenz hat, oder mit Handwerkern die Lösung finden kann, sehe ich nur das Risiko, das die Quelle zu wenig Wasser liefert. Das kann richtig übel sein.

    Gebäudeunterhalt kann sehr teuer sein. Daher Kosten vorab abwägen.

    Steigende Übernutzung des Grundwassers, immer mehr Belastung des Wassers und damit steigende Kosten für die Bereitstellung des Wassers sind Probleme die uns immer mehr beschäftigen werden.

    (Was im Grundwasser vorhanden ist, könnte auch im Quellwasser vorhanden sein)

    Als privater kann dies die Möglichkeiten übersteigen.

    Für mich wäre es ein Kriterium, besteht die Möglichkeit, bei Bedarf an das öffentliche Abwasser und Trinkwasser Netz anzuschliessen.
    Welche Erschliessungskosten fallen an.
    Welcher Erneuerungsbedarf und welche Kosten fallen beim eigenen Quellwasser an.
  3. turbo886 Beiträge31. Mai 2025
    Nachtrag: Eine weitere Quelle, die ich für die Entscheidung kaufen oder nicht einbinden würde, ist die neu aufgeschaltete Website des Bundes https://www.trockenheit.admin.ch/de
    Im Laufe der Zeit wird sich daraus sehr viel ableiten lassen.
  4. MagicMax25 Beiträge1. September 2026
    Nach den gemachten Erfahrungen diesen Sommer kann ich sagen: Nie wieder!
    Die Quelle ist zwar noch nicht komplett versiegt aber es kommt noch ein Bruchteil! Für ein reines Wohnhaus mit wenig Bewohnern kein grosses Problem, denn schliesslich gibt es noch ein Resevoir. Aber wenn viel Wasser verbraucht wurde, dauert es dementsprechend länger, bis es wieder aufgefüllt ist.
    Es gibt absolut keine Leitung der öffentlichen Versorgung zur Liegenschaft.
    Ich habe zum Glück die Liegenschaft verkaufen können, mein Problem ist es nicht mehr. Aber ich würde nur noch ein Haus kaufen, welches durch die öffentliche Wasserversorgung erschlossen ist.
  5. Juko4 Beiträge5. September 2026
    Wir haben uns auch Gedanken gemacht und dagegen entschieden. Bei uns wäre es neu erstellt worden und die Hürden sind enorm. Das hätte sich finanziell überhaupt nicht gelohnt. Alles andere hast du bereits aufgelistet.
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