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Solarspeicher (Akku) und Rentabilität in der CH

33Antworten10’327Aufrufevon Moudi · 13. Dezember 2018letzter Beitrag vor 7 Jahren
  1. Moudi2’460 Beiträge13. Dezember 2018 · bearbeitet
    Liebe Hausbesitzer

    in DE scheint sich dank "Sponsoring" eine PV mit Solarspeicher eher zu rentieren,

    wie in der CH. Wie sehen eure Erfahrungswerte dazu aus ?

    Wer hat es gerechnet und/oder sogar umgesetzt ?

    Wie gross sollte der Akku sein ?

    Meine Anlage:

    10kWhp / 35-40% Eigenverbauch

    Offerte vorliegend:

    5kWh Akku von Sonnen.de für 5kEuro
    (wird AC-seitig nachgerüstet, kein Inselbetrieb)

    Grüsse moudi

  2. canaz377 Beiträge13. Dezember 2018
    Weder gerechnet noch umgesetzt, aber um wieviel würde ein 5kWh Akku deinen Eigenverbrauch erhöhen? Der Wert erscheint mir etwas tief...

  3. Moudi2’460 Beiträge13. Dezember 2018
    Hallo camaz

    Eine Berechnung, ob der 5kWh Speicher der richtige für mich ist, habe ich auch noch nicht gemacht. Gibt es dafür eine xls-Vorlage ? ?

    Gruss moudi

  4. muraxi9001515 Beiträge14. Dezember 2018
    Naja. Für 5k EUR kriegst du in der Schweiz etwa 40 000 kwh (je nachdem mit welchen Preisen du rechnest).
    Jetzt kannst du dir überlegen wie lange du brauchst um soviele Energie vom Kraftwerk zu beziehen (sind wohl ein paar Jahre).
    Ich glaube ehrlich gesagt nicht dass sich der Akku lohnt. Es ist noch nicht mal klar dass sich PV Anlagen in der Schweiz lohnen.

  5. hilfi389 Beiträge15. Dezember 2018
    Wir haben es auch schon ein paar mal durchgerechnet. Also ich bin eigentlich nie auf eine "Rendite" gekommen. Wo wir wohnen ist zusätzlich noch ein richtiges Winternebelloch. Da ist die Ausbeute an Strom minimal und das in der Zeit wo man ja den grössten Energiebedarf hat. Ist natürlich alles schwer planbar. Wo geht der Strompreis zukünftig hin? Wie entwickelt sich die Einspeisevergütung. Ist aus meiner Sicht eher eine Frage der eigenen "Überzeugung".  Die Technologie der Zellen und vorallem der Speicher entwickelt sich ja immer noch stark. Ich persönlich würde noch zuwarten mit dem Speicher einfach Installationsseiteig alles so vorbereiten, dass dieser später einfach ins System eingebunden werden kann.

  6. sirupflex307 Beiträge19. April 2019 · bearbeitet
    Wir leben in der Schweiz und werden dieses Jahr eine PV Anlage mit Batterie-Speicher installieren lassen. Strom brauchen wir für unseren Haushalt und die LW-Wärmepumpe für Heizung/Warmwasser. Wir kennen die detaillierten Kosten für den Strom (inkl. Netzanschluss-Gebühren, Abgaben, etc.) und unser genaues Verbrauchs-Profil pro Monat, bei dem ich pro Monat eine gute Abschätzung vornehmen konnte, wieviel Eigenverbrauch pro Monat ich zukünftig haben werde, wieviel Einspeisung und wieviel Bezug vom EW. Das alles natürlich dank monatlicher Simulationsdaten zum PV-Ertrag an unserem Standort (inkl. Topologie und Verschattung). Dadurch lassen sich sehr gut die vorher / nachher Kosten pro Jahr berechnen, und somit dann auch die Einsparung und die Amortisation.

    Für unsere Lösung (11kWp, Batterie netto ~17kWh, finale Offerte vorhanden) habe ich eine Amortisation von 20 Jahren berechnet, bei gleichbleibenden Stromkosten (kürzer bei steigenden Stromkosten). Das hat mich positiv überrascht, da ich zuerst nicht davon ausging, dass sich eine Anlage mit Batterie in der Schweiz überhaupt amortisieren würde. Ich betone gerne nochmals, dass die 20 Jahre nicht auf den üblichen "Milchmädchenrechnungen" der Anlagen-Verkäufer beruhen sondern auf meinen exakten, realen Kosten und einer detaillierten Projektion pro Monat des Stromverbrauchs- / Bezugs- / Einspeisungs-Verhalten.

    Somit kann ich der grundsätzlichen Aussage, dass sich eine PV-Anlage mit Batterie-Speicher in der Schweiz nicht amortisieren lässt, nicht zustimmen. Natürlich hängt es vom Standort und dem eigenen Verbrauchsprofil ab. Klar ist auch, dass man sich von so einer Anlage auch keine hohe Rendite versprechen sollte. Wer Rendite-fixiert ist, sollte sicherlich woanders investieren. Wer gerne teilweise, d.h. vor allem im Sommer während 6-8 Monaten, nahezu autark seinen eigenen Strom produzieren möchte (und im Winter einfach nimmt, was die PV-Anlage noch hergibt), kann das allerdings durchaus mit Batteriespeicher tun, ohne über die Laufzeit schlussendlich "draufzahlen" zu müssen (und spart im besten Fall sogar noch ein bisschen was).

    PS: Um das offensichtliche noch zu schreiben: Natürlich kann man in den Wintermonaten seine Wärmepumpe nicht mit Solarstrom betreiben, d.h. der Strombedarf ist um ein Vielfaches höher als die produzierte Strom-Menge, selbst mit einer grossen PV-Anlage. Für die Wärmepumpe muss man von ca. November-März trotz PV-Anlage den allergrössten Teil des Stroms vom EW beziehen. Und trotzdem macht die PV-Anlage auch für dieses Szenario (Haushaltsstrom plus Wärmepumpe) schlussendlich Sinn, wie die Berechnungen zeigen.

  7. camello189 Beiträge21. April 2019 · bearbeitet
    Und wie lange hält so eine Batterie? Ich glaube nicht, dass die 20 Jahre durchhält. Ist ein vorzeitiger Ersatz der Batterie und das Risiko weiterer Reparaturkosten (Ausfall von Solarzellen oder der Ladeelektronik) in dieser Berechnung berücksichtigt? Alles was ich zusätzlich installiere, kann ja auch kaputt gehen. Beziehe ich den Strom vom Elektrizitätswerk, trägt dieses das Risiko für technische Ausfälle ihrer Infrastruktur und die Kosten für die Instandstellung.

    Meiner Meinung nach ist so eine Wirtschaftlichkeitsberechnung sehr komplex. Hast du auch die Alterung der Solarzellen (weniger Stromproduktion) und die Abnahme der Speicherkapazität der Batterie berücksichtigt? 

  8. sirupflex307 Beiträge21. April 2019 · bearbeitet
    Ja das Risiko von zusätzlichen Kosten durch Defekte, Ausfälle, etc. trägt mit so einer Anlage natürlich der Eigentümer. Genau so verhält es sich ja auch mit dem Haus an sich und alles, was du da installierst. Wer solche grundsätzlichen Bedenken hat, bleibt lieber Mieter und bezahlt das Risiko über die Miete.

    Unsere Solarzellen haben eine Produktegarantie von 15 Jahren und nach 25 Jahren als Garantie noch eine Leistung von mind. 81% der initialen Leistung. Da ist das Risiko natürlich relativ klein über 20 Jahre gerechnet.

    Die Batterie hat eine Garantie über 10 Jahre und nach diesen 10 Jahren noch garantiert mind. 80% der ursprünglichen Kapazität. Umfangreiche Langzeiterfahrungen mit solchen Batterien gibt es noch nicht, allerdings darf man davon ausgehen, dass diese Garantien relativ konservativ gewählt wurden. Erste Langzeiterfahrungen mit 8-9 jährigen Li-Ion Batterien in Teslas mit 500'000km und mehr und mit einer deutlich höheren Belastung lässt vermuten, dass diese Batterien deutlich länger halten werden (in Sachen Ladezyklen und Jahre) als allgemein bisher vermutet. Aktuelle Annahme ist, dass die Batterie mindestens 15 Jahre halten wird und dann noch ca. 70% der Kapazität haben wird. Irgendwann nach 15-20 Jahren wirst du die Batterie dann ersetzen müssen. In 15 Jahren wirst du so eine Batterie aber höchstwahrscheinlich zum Bruchteil der jetzigen Kosten kriegen. Somit wird sich auch der Batterie-Ersatz finanziell lohnen, um die Lebensdauer der Anlage problemlos auf 30 Jahre zu kriegen. Ich bin überzeugt, dass ich nach 25-30 Jahren auch mit einem Batterie-Ersatz kein "Minus" im Vergleich zum konservativen EW Bezug machen werde. Von 30 Jahre Freude über den eigenen Solarstrom ganz abgesehen.

    Wegen der laufenden Abnahme der Batterie-Kapazität haben wir auch die Batterie sehr gross gewählt (gut 17kWh netto nutzbar). Auch mit nur noch 75% der Kapazität wird die Wirtschaftlichkeit bez. Eigenstromverbrauch, etc. kaum leiden und ist deshalb in unserer Amortisationsrechnung real vernachlässigbar.

    Die Abnahme der PV-Modul Leistung habe ich nicht berücksichtigt. Das wird die Amortisationsdauer in der Tat beeinflussen. Wir kriegen 11kWp installiert. Mit der Leistungsgarantie werden wir nach 25 Jahren somit noch mind. knapp 9kWp haben. Ich habe auch eine Amortisationsrechnung gemacht mit ca. 9 kWp (da wir zuerst weniger Module verbauen wollten). Mit 9kWp war die Amortisation nach 22.5 Jahren gegeben. Somit lässt sich schliessen, dass die Amortisation der 11kWp Anlage unter Berücksichtigung der Leistungsabnahme real bei zwischen 20 und 22 Jahren gegeben ist, wahrscheinlich bei knapp unter 21 Jahren.

    Ich habe einiges an Vertrauen in meine Rechnung und denke, sie spiegelt die finanzielle Amortisation realistisch wieder. Zu bedenken ist auch, dass ich mit keinerlei Strompreis Erhöhung gerechnet habe. Bei durchschnittlich 2% Strompreis Erhöhung pro Jahr reduziert sich die Amortisation um 2-3 Jahre für meine Anlage.

    Natürlich können nach 11 Jahren die Batterie oder nach 16 Jahren etliche PV Module kaputt gehen. Das Risiko trage ich. Ich habe aber auch nicht auf den Hausbau verzichtet, weil das Dach ja theoretisch schon nach 10 Jahren sanierungsbedürftig sein könnte.

  9. sirupflex307 Beiträge21. April 2019
    Ah, kleiner Denkfehler, bei der Amortisationsrechnung mit gut 9kWp waren die Investitionskosten natürlich auch etwas tiefer. Ich habe die Rechnung nun folgendermassen angepasst: Der PV-Modul Hersteller garantiert eine lineare Abnahme der Modul-Leistung über 25 Jahre und mind. 81% der ursprünglichen Leistung nach 25 Jahren. Somit rechne ich für die Amortisation mit der Annäherungs-Annahme, dass ich über 25 Jahre 90% der 11kWp erhalte.

    Bezüglich Gesamt-Stromproduktion passt das dann sehr genau. Bezüglich der Aufteilung an Eigenverbrauch / Bezug / Einspeisung ändert sich, dass ich in erster Linie weniger Einspeisung habe (das meiste der jährlichen Überproduktion in meinem Fall fällt im Sommer an und endet als Einspeisung), und während 4-5 Monaten im Winter einen leicht höheren Bezug habe (da mir etwas Eigenproduktion fehlt, die ich als Eigenverbrauch hätte nutzen können), was ich in der Berechnung entsprechend angepasst habe.

    Resultat: Amortisation nach 21.7 Jahren nach Berücksichtigung des worst-case Szenarios (Garantieleistung Hersteller) der PV-Modul Leistungsabnahme. Real dürfte man besser dastehen, da eine Garantieleistung ja dahin abzielt, dass 98% aller Produkte besser als die garantierte Leistung sind (ansonsten ist das Garantie-Versprechen für den Hersteller nicht wirtschaftlich).

    Rechnet man in 15 Jahren mit Kosten von ca. 5000CHF für den Ersatz der Batterie (Tesla Powerwall 2 13.5kWh kriegt man heute schon für unter 10kCHF installiert - allerdings nicht in der Schweiz wg. 1-Phasen-Betrieb), dann brauche ich nur knapp 4 weitere Jahre, um den Batterie-Ersatz wieder zu amortisieren. Heisst, selbst im worst case, unter Berücksichtigung des Leistungsverlustes der PV-Module und der Batterie, und inklusive Batterie-Ersatz nach 15 Jahren habe ich die Anlage nach ca. 25.5 Jahren amortisiert. Mit den gegebenen Leistungsgarantien (auch der Wechselrichter hat 10 Jahre Garantie) dürfte es sehr realistisch sein, dass die Anlage 30 Jahre unter sinnvollen Bedingungen und mit limitiertem Reparatur- / Unterhalts-Aufwand laufen kann.

    Ich kann mir in dieser Zeit auch noch unvorhergesehene Reparaturen (z.B. den Ersatz des Wechselrichters) im Wert von ca. 6000CHF "leisten", um nach 30 Jahren immer noch mit einer schwarzen Null dazustehen. Und keiner sagt, dass die Anlage nicht auch noch länger als 30 Jahre laufen kann.

    Nochmals: Diese Amortisation berücksichtigt keine steigenden Strompreise und ist somit wirklich "worst-case". Gleichzeitig berücksichtigte ich auch nicht den Zusatznutzen des Überschuss-Stroms im Sommerhalbjahr für das Elektro-Auto, das bei uns in ein paar wenigen Jahren kommen wird. Realistisch gerechnet hat das Elektro-Auto allerdings nur einen geringen Einfluss auf die Amortisations-Rechnung der PV-Anlage, da geschätzt nur gut 20% des Elektro-Auto Strombedarfs als günstigeren Eigenstromverbrauch anstatt EW-Bezug verbucht werden kann, da gerade im Winterhalbjahr kein Überschuss fürs eAuto vorhanden ist. Dennoch reduziert dies die Amortisation um weitere 0.5-1 Jahre wegen den durch die 20% Eigenverbrauch leicht günstigeren Stromkosten fürs eAuto, verglichen mit dem Szenario "eAuto ohne PV-Anlage".

  10. sirupflex307 Beiträge21. April 2019
    Sorry für den Monolog ... aber folgendes dürfte noch interessieren: Der spezifische Ertrag für unser Hausdach, unter Berücksichtigung der genauen Installation und von Topologie und Verschattung, beträgt 903kWh pro kWp, d.h. bei gut 11kWp sind das ca. 9940kWh pro Jahr.

    Wir brauchen für Haushalt und LW-Wärmepumpe (Warmwasser, Heizung) total gut 8000kWh pro Jahr. Ein Elektro-Auto mit ca. 14'000km / Jahr bei 14-18kWh/100km braucht etwa 2000-2500kWh pro Jahr.

    Heisst, in der "pro Jahr" Rechnung passen Ertrag und Verbrauch gut zusammen. Leider ist das relativ irrelevant, denn die PV-Anlage produziert bekanntlich im Sommer viel zu viel und im Winter viel zu wenig. Solange es keinen Super-Speicher gibt, der so schnell mal ein paar Tausend kWh im Sommer für den Winter speichern kann (und das werde ich persönlich leider nicht mehr erleben), muss man halt die mühsame pro-Monat Simulation mit monatlichen Ertrags- und Verbrauchswerten bemühen, um die für die Wirtschaftlichkeitsrechnung notwendige Aufteilung von Eigenverbrauch / Einspeisung / Bezug pro Monat zu erhalten.

  11. camello189 Beiträge21. April 2019 · bearbeitet
    Danke für die ausführliche Antwort. Das Argument, dass man dann gleich Mieter bleiben kann, zieht für mich aber nicht. Mit der Solaranlage gehen ich zusätzliche Risiken ein, also sollte es sich wenigstens lohnen.

    Wenn ich günstiger zur Miete wohnen könnte als in einem Eigenheim, wäre ich weiterhin Mieter, Nur gäbe es dann wohl keine Vermieter.

    Bei einem Amortisationshorizont von 20 - 30 Jahren ziehe ich für mich das Fazit, dass sich so eine PV-Anlage finanziell nicht lohnt. Und angesichts der Tatsache, dass mein  Strommix zu 100% aus Wasserkraft besteht, lohnt es sich auch ökologisch nicht. Bei den Deutschen mit ihren Kohlekraftwerken mag das anders aussehen, aber hier in der Schweiz, habe ich grosse Fragezeichen.

  12. sirupflex307 Beiträge21. April 2019
    Camello, ob sich eine PV-Anlage für dich persönlich lohnt, kannst nur du entscheiden. Genauso, ob du die Risiken als Problem, Chance oder etwas anderes ansiehst. Somit ist es gut, wenn du für dich persönlich deinen eigenen Schluss ziehst, mit dem du dich in deiner Situation wohl fühlst. Da will ich dich auch gar nicht von etwas anderem überzeugen.

    Ich wollte mit meiner Berechnung lediglich aufzeigen, dass die leider weit verbreitete pauschale Behauptung, PV-Anlagen mit Batterie-Speicher seien in der Schweiz nicht wirtschaftlich, in der Form absolut nicht korrekt ist. Diese Behauptungen berücksichtigen auch nicht, dass in den letzten 3 Jahren bezüglich Lösungen und Preise in diesem Bereich sehr viel ging. Ich selbst habe im letzten Sommer, vor knapp 12 Monaten, eine Offerte für eine Lösung eingeholt. Vor kurzem habe ich vom selben Anbieter für unser Haus nochmals eine Offerte eingeholt. Da gab es mittlerweile für 1.5kCHF weniger Kosten sogar gut 15% mehr kWp und bei der Batterie ebenfalls gut 15% mehr Speicher, auch weil er mir preislich nochmals etwas entgegen kam (und die Preise generell sanken). So ändert sich dann auch die Amortisationsrechnung. Wer zum Beispiel anhand von "Offerten vor 3 Jahren" solche Aussagen trifft (wie auch schon in anderen Foren gesehen), hat die Entwicklung offensichtlich verschlafen.

    Rechnerisch kann man eine PV-Anlage mit Batterie innerhalb der Lebensdauer absolut amortisieren, in der Praxis ebenfalls. Ob einem 20-25 Jahre Amortisation "zu viel" sind oder nicht, ist wiederum eine persönliche Entscheidung. Ebenso versteht unter "lohnt sich finanziell nicht" jeder etwas anderes. Für die Rendite-fokussierten, die so eine Anlage nur wegen der Rendite installieren würden, lohnt es sich wirklich nicht. Es gibt aber auch Leute, welche noch andere Motivationen als die reine Rendite haben, um eine PV-Anlage zu installieren. Für diese Leute ist es absolut möglich, sich eine PV-Anlage mit Batterie anzuschaffen, ohne über die Zeit Geld verlieren zu müssen. Für mich persönlich reicht das als Definition für "lohnt sich finanziell".

    1× hilfreich
  13. camello189 Beiträge22. April 2019
    Du schreibst es richtig, die Frage ist, wie man Wirtschaftlichkeit für sich definiert. Für mich ist es eben nicht wirtschaftlich, wenn es schlussendlich finanziell auf ein Nullsummenspiel hinausläuft. Du schreibst ja selber, dass du nicht mit einer nennenswerten Rendite rechnest.

    Ökologische Gründe würden für mich eine schlechte Rendite oder gar einen Verlust rechtfertigen. Aber hier sehe ich in der Schweiz keine Vorteile, da die meisten eh erneuerbare Wasserkraftenergie von ihrem Elektrizitätswerk beziehen.

    Zudem muss man für die ökologische Bilanz auch noch die graue Energie zur Herstellung der PV-Module und des Batteriespeichers miteinbeziehen. So fallen bei der Produktion für den Akku eines Tesla Model S 17,5 Tonnen CO2 an:

    https://www.focus.de/auto/elektroauto/e-auto-batterie-viel-mehr-co2-als-gedacht_id_7246501.html

    Daher komme ich zum Schluss, dass so eine PV-Anlage mit Akku weder ökologisch, noch ökonomisch wirklich einen Mehrwert erbringt. In der Schweiz ist so ein Akkuspeicher  sogar klimaschädlicher, als wenn man den Strom einfach vom Wasserkraftwerk beziehen würde.

    Mir fallen ausser den ökonomischen und ökologischen Gründen keine weiteren ein, die für so eine PV-Anlage mit Akku sprechen könnten. Und auch Du nennst keine weiteren.

  14. sirupflex307 Beiträge22. April 2019
    Dein ökonomischer Schluss ist soweit korrekt, falls für dich ein Nullsummenspiel nicht unter "wirtschaftlich" fällt. Der ökologische Schluss ist allerdings inkorrekt. Die graue Energie für Solarpanels hasr du nach ca. 2 Jahren bereits wieder als reiner Solarstrom kompensiert und die weiteren 28 Jahre sorgen für eine sehr gute Ökobilanz. Auch hinkt der Vergleich von zentraler Wasserkraft (bei welcher oft das Wasser mit Kernenergie hochgepumpt wird), welche du übers Netz beziehst, mit lokal erzeugter, reiner und direkt verbrauchter Solarenergie. Da hat letztere definitiv die deutlich bessere Ökobilanz. Zudem belastest du die zentrale Energie-Infrastruktur (Netz, Zentrale Kraftwerke) nicht so stark wie beim reinen EW Bezug, was je länger je mehr wichtig wird.

  15. sirupflex307 Beiträge22. April 2019
    Ah, du sprichst die berüchtigte Studie mit der Tesla-Batterie an. Naja, als vor 10-15 Jahren die Leute vermehrt PV-Panels installierten, gab es zuerst auch "Studien", die das verteufelten und behaupteten, die graue Energie der PV Panels sei höher als die Energie-Produktion während deren Lebensdauer. Mittlerweile ist klar, dass solche Behauptungen inkorrekter Mumpitz sind.

    Deshalb sehe ich diese "Tesla-Akku Studie" mit grosser Skepsis und sie wird von fachlicher Seite her auch bereits kritisiert. Die Studie hat auch Schlagzeilen-trächtig den schweren Tesla mit seiner riesigen 86kWh Batterie gewählt, woraus in der Klatschpresse dann eine "Dreckschleuder" wurde. Ein Schelm der Böses dabei denkt. Der CO2 Verbrauch lässt sich laut Studie relativ linear in "CO2 pro kWh" berechnen. Ein "handelsübliches" Elektroauto mit ca. 40 kWh hat, selbst wenn die Studie korrekt sein sollte, noch immer eine deutlich bessere Ökobilanz als ein vergleichbarer Verbrenner (fährt bereits nach 4 Jahren emissionfrei selbst unter Berücksichtigung der grauen Energie).

    Die Batterien für PV-Anlagen sind mit 10-20kWh um den Faktor 4 bis 8 kleiner als die Tesla Batterie. Dementsprechend fällt die Ökobilanz auch massiv besser aus.

    Gleichzeitig musst du auch Äpfel mit Äpfel vergleichen. Bei der lokalen PV-Anlage berechnest du jegliche graue Energie und rümpfst die Nase. Beim EW Bezug von "Wasserkraft" stellst du keine kritischen Fragen sondern bist einfach pauschal zufrieden. Wasserkraft-Bezug hat aber ebenfalls jede Menge graue Energie. Nur schon der Transport der Energie übers Netz vom Wasserkraftwerk zu dir nach Hause dürfte die Ökobilanz massiv belasten. Bau und Unterhalt des Kraftwerks ebenso. Der für den Betrieb notwendige Strom ist auch oft nicht CO2 frei. Also bitte nur sinnvolle Vergleiche machen, um sinnvolle Schlüsse ziehen zu können.

    Bei der Batterie hängt die Energiebilanz auch sehr von der zur Herstellung verwendeten Energie ab. Wenn sie in China mit Kohlestrom produziert wurde, sieht es sicherlich deutlich schlechter aus als bei einer Produktion in einer Gigafactory, die einen nennenswerten Teil der benötigten Energie potentiell aus einer eigenen PV-Anlage bezieht. Insofern sind eben Pauschalaussagen wie in der "Focus" Schleuderpresse sowohl falsch generalisierend als auch irreführend.

    1× hilfreich
  16. camello189 Beiträge22. April 2019
    Schon mal informiert, welche Umweltschäden der Abbau von Silizium verursacht? Da reden wir nicht nur vom bisschen Strom, das die Fabrik zur Produktion der Batterie verbraucht.

    Dass beim Stromtransport übers Netz Energie verloren geht ist klar. Wenn diese Energie aber CO2-neutral produziert wurde, ist selbst das egal.

    Dann bring doch bitte mal Belege, wie viel CO2 bei der Produktion von Strom aus Wasserkraft entsteht. Ich kenne keine Studie, die ernsthaft die Klimaneutrlität der Wasserkraft in Frage stellt.

    Aber ich versteh, dass du mit allen Mitteln deine Entscheidung für diese Anlage verteidigst, sonst müsstest du ja zugeben, dass es rausgeschmissenes Geld war.

  17. sirupflex307 Beiträge22. April 2019
    Och das ist jetzt schade, dass du nun den Pfad der Fakten verlässt und mich nun persönlich angreifst. Nicht sehr erwachsen. Auch bist du offensichtlich nicht in der Lage, andere Meinungen zu akzeptieren. Auch nicht sehr erwachsen. Da gehen dir offensichtlich die Argumente aus. Hauptsache deine gefühlte Realität bleibt dir erhalten.

    Doch zurück zu den wirklichen Fakten: Ökobilanz heisst nicht nur CO2 Ausstoss. Auch wenn die reine Produktion also solche bei Wasserkraft CO2 neutral ist, ist Wasserkraft nicht ohne Probleme bezüglich Ökobilanz. Als kleines Beispiel:

    https://www.gesundes-haus.ch/wasserkraft/vor-und-nachteile-der-wasserkraftnutzung.html

    Auch verstehst du den Begriff "graue Energie" offenbar nicht resp. wendest ihn nur dort an, wo es dir in dein Weltbild passt. Glaubst du denn, der Bau eines Wasserkraftwerks hat keine Energie gebraucht? Und all die Rohstoffe und der viele Beton ist ganz ohne Energie entstanden und wurde auch ohne Energie dorthin transportiert? Auch verbraucht das Kraftwerk Strom für den laufenden Betrieb, der von woanders herkommen muss. Das ignorierst zu komplett. Natürlich ist Wasserkraft eine sehr saubere Energie, genau so wie Sonnenenergie, aber auch die Wasserkraft benötigt graue Energie, über die niemand spricht.

    Auch verstehst du offensichtlich nicht, dass das Energienetz nicht einfach "da" ist. All die Hochspannungsleitungen, Masten, Transformatoren, Kabel unter den Strassen, etc. beinhalten massig graue Energie. Der Aufwand, um das zentrale Energienetz am laufen zu halten, ist massiv. Vom ökologischen Eingriff in die Natur und auch die graue Energie, die darin steckt, ganz zu schweigen.

    Im Gegensatz dazu braucht die lokal im Haus generierte Solarenergie kein solches rieseiges und komplexes Energienetz und kein zentrales massives Kraftwerk. Die graue Energie steckt lediglich in genau dem Material, das du lokal verbaust. Es braucht wohl nicht viel Fantasie um zu verstehen, dass so eine lokale Stromproduktion, sei es mit oder ohne Batterie, prinzipbedingt einen viel kleineren ökologischen Fussabdruck hat als Strom von zentralen Kraftwerken.

    Und ja, natürlich braucht auch mein Haus weiterhin Anschluss ans Energienetz, ich bin ja nicht 100% autark. Aber wir leben ja auch nicht in einer schwarz/weiss Welt, wo alles in Gut und Böse unterteilt wird, wie von dir offenbar. PV-Anlagen sind sicher nicht ökologisch perfekt, aber sie sind einer von diversen möglichen Schritten in Richtung saubere, lokale Energieproduktion.

    Schlussendlich ging es mir eigentlich nur darum, dass man Äpfel mit Äpfel vergleichen sollte. Wer bei PV Anlagen mit Batterie die graue Energie bis ins letzte Detail hinterfragt, sollte das auch bei anderen Energieformen tun. Und schlussendlich darf dann auch jeder den für sich passenden Schluss ziehen. Und das darf man dann auch, ohne andere Personen persönlich anzugreifen oder ihre Meinung trotzig emotional wertend als falsch hinzustellen. Mein Geld für die PV Anlage wurde für mich gut investiert, auch wenn es dir persönlich offensichtlich nicht passt.

    1× hilfreich
  18. Brasser176 Beiträge23. April 2019
    Du schreibst es richtig, die Frage ist, wie man Wirtschaftlichkeit für sich definiert. Für mich ist es eben nicht wirtschaftlich, wenn es schlussendlich finanziell auf ein Nullsummenspiel hinausläuft. Du schreibst ja selber, dass du nicht mit einer nennenswerten Rendite rechnest.

    Ökologische Gründe würden für mich eine schlechte Rendite oder gar einen Verlust rechtfertigen. Aber hier sehe ich in der Schweiz keine Vorteile, da die meisten eh erneuerbare Wasserkraftenergie von ihrem Elektrizitätswerk beziehen.

    Zudem muss man für die ökologische Bilanz auch noch die graue Energie zur Herstellung der PV-Module und des Batteriespeichers miteinbeziehen. So fallen bei der Produktion für den Akku eines Tesla Model S 17,5 Tonnen CO2 an:

    https://www.focus.de/auto/elektroauto/e-auto-batterie-viel-mehr-co2-als-gedacht_id_7246501.html

    Daher komme ich zum Schluss, dass so eine PV-Anlage mit Akku weder ökologisch, noch ökonomisch wirklich einen Mehrwert erbringt. In der Schweiz ist so ein Akkuspeicher  sogar klimaschädlicher, als wenn man den Strom einfach vom Wasserkraftwerk beziehen würde.

    Mir fallen ausser den ökonomischen und ökologischen Gründen keine weiteren ein, die für so eine PV-Anlage mit Akku sprechen könnten. Und auch Du nennst keine weiteren.
    @camello:
    Wenn Du schon eine Zeitschrift zitierst, dann doch bitte mit einem aktuellen Artikel, und nicht mit dieser überholten, wiederlegten schwedische Studie von 2017 (die ich übrigens gelesen habe, nicht nur den Artikel):
    https://www.focus.de/auto/elektroauto/studie-zu-klima-folgen-ifo-institut-rechnet-e-autos-schlecht-und-macht-dabei-viele-fehler_id_10611851.html 

    und hier noch ein bisschen mehr Hintergrundwissen, so für die nächste Diskussion:

    https://edison.handelsblatt.com/erklaeren/elektroauto-akkus-so-entstand-der-mythos-von-17-tonnen-co2/23828936.html
     

    Übrigens, zwar bieten die meisten Schweizer EW's Energie aus Wasserkraft an, sie hüten sich allerdings davor, diese als "erneuerbare Energie" zu bezeichnen, da meines Wissens jedes Schweizerische Kraftwerk für das Hochpumpen des Wassers (leider) auch Strom aus deutschen Kohlekraftwerken benutzt. Die CO2-Bilanz der Schweizer Wasserkraft ist also alles andere als "neutral", wie Du weiter oben behauptest. 

    P.S.: Meine Solarzellen auf meinem Hausdach müssen sich für mich nicht finanziell rentieren, mir genügt der Gedanke, überwiegend meinen eigenen Strom zu verbrauchen. Alleine dieser Umstand "lohnt" es für mich bereits. 

    3× hilfreich
  19. Roadrunner4d133 Beiträge5. Mai 2019
    Wie sieht es eigentlich dabei mit der Unterstützung vom Staat oder den EWs aus? Soweit ich weiss gibts vom Staat die KLEIV welche ca. 30% der Investitionskosten der PV bezahlt. 

    Gibts dann bei der PV auch noch zusätzlich Geld vom EW fürs einspeisen?

    Und dann beim Batteriespeicher: Gibts da auch Unterstützung? 

  20. Susann6’311 Beiträge5. Mai 2019 · bearbeitet
    Die KEV läuft 2022 aus, die EIV gibt es noch bis 2030, siehe PDF.

    Edit: Die Vergütung bezieht sich explizit auf die Einspeisung. Es gibt bisher keinen Hinweis darauf, dass die Eigennutzung über Batterie zukünftig gefördert wird... 
     

    Anhang anzeigen 7238.pdf