Neues Heizung für Altbau

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tft7000

New member
28. Okt. 2014
23
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Frage: welches Heizsystem macht in einem Altbau Sinn (Sole Wärmepumpe, Luft Wärmepumpe, Ölheizung, Pelletheizung, ..)?

Ich wohne in einem grossen Altbau (>100 jährig, letzte grosse Sanierung 1970, kleinere 1984 und 2015) auf dem Land, 640 müM, ohne Nachbarn. Der Altbau beinhaltet 2 Wohnungen. Die vorhandene Ölheizung wird gemäss Servicefachfrau bald mal den Geist aufgeben (Kessel ist 27 jährig, Brenner 10 jährig, lange Ölleitung scheinbar leicht verstopft). Sie meinte ich solle mich langsam nach einer Alternative umschauen.

Wir haben 55° Vorlauftemperatur, die Heizkörper sind grosse, flache Radiatoren. Fussbodenheizung gibt es nicht.

390 m2 Dach sind nicht isoliert, kommt aber vermutlich im 2018/2019, je nach Finanzen.

Fenster sind modern.

Fassaden werden wohl nie isoliert ('Schönheitsfaktor'), teilweise wurde beim Umbau 2015 innen etwas isoliert. Keller ist nicht isoliert.

Ich möchte gerne nach der Dachsanierung eine Photovoltaik Anlage installieren lassen (Haus hat fast Südlage, deren ca. 160 m2 Dachfläche 'nur' von einer grossen Linde beschattet wird..).

Im 2016 hatte ich bei beheizten 200 m2 einen Ölverbrauch von weniger als 3000 Liter (ohne Brauchwasser). (weitere 70 m2 werden indirekt durch Öffnungen von den 200 m2 leicht gewärmt)

Die zweite Wohnung soll bald vermietet und der Dachstock ausgebaut werden. Total erwarte ich in zwei Jahren 450 m2 beheizbare Wohnfläche und ca. 8-10 Bewohner (2 Familien).

Meine Annahme für den potentiellen Öl-Verbrauch ist: 3000 Liter * 2 (mehr Heizfläche) * 85 % (Dach wird isoliert) = 5100 Liter

Meine Annahme für die Heizleistung: 5100 / 265 = 19.25 kW (Mittelland, ohne Warmwasser)

Meine Annahme für die Warmwasser Heizleistung: 2 kW

D.h. ich nehme an, ich brauche eine Heizleistung von 21.25 kW

Machen diese Annahmen Sinn? An was müsste ich noch denken?

Kann man anhand dieser Angaben einzelne Heizsysteme ausschliessen? Oder kann man sogar sagen, dass ein Heizsystem am meisten Sinn macht?

Ich tendiere etwas mehr zu einer Wärmepumpe mit Erdsonde. Monteure möchten aber oft lieber eine Luft Wärmepumpe offerieren. Im Internet lese ich aber immer wieder, dass diese für Altbauten nicht geeignet sind.

Ein Heizungsmonteur meinte, ich solle lieber eine Luft WP installieren und das 'gesparte' Geld in eine Photovoltaik Anlage investieren, das lohne sich mehr. Es tönt irgendwie sinnvoll, aber ist es das?

Wie sollte ich am ehesten Vorgehen? Einfach Ölheizung ersetzen? Wärmepumpe?

Gibt es Berater, die einem helfen können und die nicht schon irgendwie voreingenommen sind?

(NB: ich weiss, dass ich erst dämmen sollte, dann Verbrauch anschauen, dann Heizung austauschen. Ich möchte aber nicht in Gefahr laufen, dass ich vor lauter Dämmen kalt habe, weil die Heizung ausgestiegen ist.)

Danke für Eure Inputs.

 
Salü
Lasse doch mal eine Firma kommen, welche alle Systeme anbietet.
zb. Walter Meier.
Die haben das know how um dich umfassend zu beraten.
Lg Turbo

 
Ich denke, dass Du mit Deinem Gefühl richtig liegst, dass eine Ersonden-WP in diesem Fall eher besser geeignet wäre als eine LW-WP.

Jede WP verliert grundsätzlich sehr schnell an Effizienz wenn

1) die Vorlauftemperatur hoch ist und 2) die Quellentemperatur tief ist.

Das bedeutet, dass eine LW-WP bei tiefen Aussentemperaturen (unter 0 Grad) bei Dir schnell Probleme bekommt, weil ihre Effizienz von beiden Seiten reduziert wird. In dieser Situation ist die Erdsonden-WP überlegen, da sie auf der Quellenseite konstante Bedingungen hat. Anders ausgedrückt: Eine LW-WP musst Du erheblich überdimensionieren, damit sie für den Auslegungspunkt (meist so um die -7 Grad) ausreichend Leistung bringt, und das reduziert die Effizienz über den gesamten Bereich.

Die Ersonden-WP hat das Problem nur auf einer Seite (bei den hohen Vorlauftemperaturen) und kann deshalb kleiner und damit effizienter dimensioniert werden.

Wenn also bei Dir eine Erdsonde möglich ist, wäre es trotz hoher Anschaffungskosten vermutlich die bessere Lösung, oder anders ausgedrückt: die Mehrkosten für die Ersonde amortisieren sich bei Dir schneller als zum Beispiel bei einem Neubau mit Bodenheizung.

Grüsse  Roeka

 
@turbo: ich habe eine solche Firma eingeladen. Er meinte, dass er eine Ölheizung reintun würde, da es viel zu lange geht, bis sich die Erdsonde (in meinem Fall) amortisiert. Er meinte, dass man bei Erdsonden durchaus einen Zeithorizont von 30-50 Jahren anschauen muss, damit sie sich rechnet. D.h. wenn man auch für die Kinder baut, dann lohnt es sich.

Er wird mir zu beiden Heizsystemen eine Offerte erstellen und meinte, dass er mir auch gerne die Erdsonde verkaufen würde...

Ich werde sicher noch eine weitere Firma von diesem Kaliber anfragen. Danke für den Tipp!

@Roeka: ich nehme an, Du meinst, dass eine Erdsonde die bessere Möglichkeit ist als die Luft/Wasser WP? oder meintest Du gegenüber Öl?

NB: was ich vergessen habe zu erwähnen: wir haben bezüglich Strom eine Freileitung. Da scheint es Limiten zu geben, wieviel Strom man ziehen kann (ich glaube es sind 20 oder 22 Ampère in meinem Fall).

 
@Roeka: ich nehme an, Du meinst, dass eine Erdsonde die bessere Möglichkeit ist als die Luft/Wasser WP? oder meintest Du gegenüber Öl?
Ja, ich habe nur  LW (Luft-Wasser)-WP gegen Ersonden-WP verglichen, und das vor allem aus energetischer Sicht. Ökonomisch ist es gut möglich, dass wegen der Investitionskosten ein wenig effizientes System (Öl- oder Gasheizung) günstiger ist als ein effizientes System (z.B. Erdsonden-WP). Bei der ökonomischen Betrachtung spielt der Zeithorizont halt eine wichtige Rolle. Wenn Du die Rechnung für 10 Jahre machst, sind geringe Investititonskosten das Wichtigste. Schreibst Du jedoch die Investitionskosten z.B. für die Erdsonde über die gesamte Lebensdauer von ca. 50 Jahren ab, schneidet sie nicht mehr so schlecht ab.In diesem Zusammenhang solltest Du vielleicht auch prüfen, ob es in Deinem Kanton Fördermitel für eine energetische Sanierung gibt, das kann die Rechnungauch noch beeinflussen.

 

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