Kosten Lademanagement

Matia

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07. Mai 2015
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Hallo zusammen

Ich bin in Abklärungen bezüglich einer PV Anlage und habe infolge dessen das Thema Wallbox angesprochen.

Fazit ist, dass das kompliziert werden könnte. Ausgangslage ist die folgende:
Wir sind eine Überbauung von 15 Parteien von Einfamilienhäuser.
An "unserem" Verteiler mit 100A hängen insgesamt 5 Parteien.
Es gibt bereits eine Wallbox bei einer der 5 Parteien, ich habe aber keine Ahnung was für eine.

Nun kann es gemäss Aussage sein, dass unser EW uns ein Lademanagment aufzwingt, welches wir bezahlen müssten. Zudem kann es sein, dass unser Nachbar dadurch eine neue Wallbox benötigt. Spätestens beim dritten wäre es soweit und würde uns ja dann auch wieder betreffen. Deswegen die Frage.
Der Solateur hat Kosten von 10000 genannt für das Lademanagement. Selbst wenn sich alle 5 beteiligen würden (wo ich momentan meine Zweifel hätte), wären dass nur dafür 2000Chf. Dann kommen ja noch die Wallboxen dazu.

1. Kann das sein, dass der Nachbar seine Wallbox nicht mehr verwenden kann, wenn wir auch gerne eine hätten?
2. Ist so ein Lademanagement wirklich so teuer?
3. Wie sieht dies rechtlich mit der Bezahlung aus?

Habt ihr da Erfahrungen/Wissen?
 
Hallo,

die Situation, die Sie beschreiben, ist durchaus eine Herausforderung. Ich werde versuchen, auf Ihre Fragen einzugehen:

1. Wenn Sie beide eine Wallbox nutzen möchten, könnte es sein, dass das vorhandene Netz nicht stark genug aufgebaut ist, um beiden Wallboxen den notwendigen Strom zu liefern, insbesondere wenn beide gleichzeitig geladen werden möchten. Dies ist jedoch eher technisch bedingt und hängt vom verwendeten Wallbox-Model und der Elektroinstallation ab. Ob der Nachbar seine Wallbox nicht mehr verwenden kann, hängt von der Konfiguration ab und sollte von einem Fachmann vor Ort geklärt werden.

2. Die Kosten für ein Lademanagementsystem können variieren, abhängig von der Komplexität des Netzwerks, der Anzahl der benötigten Ladepunkte, der technischen Anforderungen und der Produktauswahl (zum Beispiel von einfachen Lastmanagementsystemen bis hin zu intelligenten Systemen). CHF 10'000 mag im ersten Moment hoch erscheinen, aber es hängt vom Umfang der benötigten Arbeitszeit und Materialien ab. Hier lohnt es sich, mehrere Angebote einzuholen und zu vergleichen.

3. Bezüglich der Verteilung der Kosten gibt es keine rechtliche Regelung, dies wird in der Regel unter den Parteien ausgehandelt. In Ihrem Fall könnten die Parteien, die von dem Lademanagementsystem profitieren, die Kosten untereinander aufteilen. Auch hierzu ist eine klare Kommunikation und Absprache notwendig.

Ich empfehle Ihnen, sich an einen Fachberater oder Elektriker zu wenden, der über umfangreiches Wissen und Erfahrung in diesem Bereich verfügt. Sie sollten erst sicherstellen, dass Ihr Netz die zusätzliche Last der neuen Ladepunkte bewältigen kann, bevor Sie weitere Schritte unternehmen.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Fragen etwas beantworten und Sie bei Ihrem Vorhaben unterstützen. Über weitere Fragen oder Kommentare würde ich mich freuen.
 
Hallo
Auf dem Markt gibt es mehrere Anbieter welche das Lastmanagement anbieten. Auch Systemoffene.
Einfach vergleichen.
Das EW macht Vorschriften bezüglich der Ladeleistung.
Aber in der Anbieterwahl seid ihr frei.
 
zu1. ja das kann durchaus sein
zu2. Das kann auch sein. Die Ladeboxen müssen ja auch miteinander kommunizieren. Da braucht man ggf auch noch Anpassungen am Verteiler. Das leidige Problem, es werden die Reste der verfügbaren 100A aufgeteilt. Also 5 Stromer mit je 20A laden zu wollen wird wohl nicht möglich sein.
zu3. Wer bestellt, bezahlt. Ihr müsstet euch also absprechen.

Gruss Pit
 
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Reaktionen: camello
Ok, in der Zwischenzeit habe ich gelernt, dass der Nachbar seinen PHEV nur via Steckdose lädt.
Werde das Thema wohl mal aufbringen müssen. Damit nicht ich jetzt eine Box kaufe, welche dann nicht mit anderen reden kann.

Aber für mein Verständnis: Es braucht im Verteiler wohl irgend einen Manager, welcher mit der Box redet. Aber das kann ja nicht 10000 Kosten? Klar, dann kommt noch Verkabelung und die Wallbox selber, aber nur der Lastmanager im Verteilkasten? In der Zwischenzeit habe ich mich mal über OPCC informiert, da dies mit mehreren Wallboxen funktionieren sollte. Aber ist auch schwierig, konkrete Informationen zu finden. Noch komplizierter wird es wohl, wenn man das noch mit PV Überschuss laden kombinieren möchte.
 
Ok, in der Zwischenzeit habe ich gelernt, dass der Nachbar seinen PHEV nur via Steckdose lädt.
Werde das Thema wohl mal aufbringen müssen. Damit nicht ich jetzt eine Box kaufe, welche dann nicht mit anderen reden kann.

Aber für mein Verständnis: Es braucht im Verteiler wohl irgend einen Manager, welcher mit der Box redet. Aber das kann ja nicht 10000 Kosten? Klar, dann kommt noch Verkabelung und die Wallbox selber, aber nur der Lastmanager im Verteilkasten? In der Zwischenzeit habe ich mich mal über OPCC informiert, da dies mit mehreren Wallboxen funktionieren sollte. Aber ist auch schwierig, konkrete Informationen zu finden. Noch komplizierter wird es wohl, wenn man das noch mit PV Überschuss laden kombinieren möchte.

Im Zählerkasten braucht es einen Stromsensor, der den aktuellen Verbrauch aller an diesem Anschluss angehängen Parteien ermittelt. Dieser Verbrauch wird vom maximal zulässigen Stromfluss abgezogen und was übrig bleibt, darf fürs Laden über die Wallboxen verwendet werden. Die Boxen handeln das dann selber untereinander aus, z.B. dass die verfügbare Ladeleistung gleichmässig auf alle Boxen aufgeteilt wird, die gerade laden möchten.

So wie es aussieht, bist du ja offenbar der erste, der überhaupt eine richtige Wallbox installieren will. Somit dürfte das EW wahrscheinlich gar noch keine Auflagen machen.
Am besten kaufst du dir also eine Wallbox, die ein dynamisches Lastmanagement nach dem offenen OPCC-Standard unterstützt und Überschussladen beherrscht, z.B. eine Wallbox Pulsar Plus. Kostet rund CHF 600.-
Vorerst must du nur einen dreiphasigen-Stromanschluss bis zur Wallbox legen lassen (ev. Netzwerkkabel auch mit dazu legen weils grad in einem geht), um diese Wallbox in Betrieb zu nehmen. Lastmanagement käme dann ja erst später hinzu, wenn noch weitere Parteien Wallboxen wollen.
 
zu1. ja das kann durchaus sein
zu2. Das kann auch sein. Die Ladeboxen müssen ja auch miteinander kommunizieren. Da braucht man ggf auch noch Anpassungen am Verteiler. Das leidige Problem, es werden die Reste der verfügbaren 100A aufgeteilt. Also 5 Stromer mit je 20A laden zu wollen wird wohl nicht möglich sein.
zu3. Wer bestellt, bezahlt. Ihr müsstet euch also absprechen.

Gruss Pit

Kurz und knapp! Der Chatbot brauchte für den gleichen Informationsgehalt etwa viermal so viele Zeilen.
 
100A für 5 Parteien ??? Unser EFH ist mit 40 A abgesichert und die sind letzte Woche durchgeknallt 😤
 
Ja, 100A für 5 Parteien. Scheint aber normal zu sein. Das Haus ist dann auch mit 40A abgesichert.
 
Ich konnte letzthin eine Lösung für 28 Ladestationen realisieren. Die Gemeindewerke bei uns bewilligen pro Ladestation nicht mehr als 11kW Anschlussleistung.
Egal ob EFH oder MFH.
Hängt mit der Netzstabilität zusammen. Hausintern regelt es das Lastmanagement.
Immer auch an die Brandgefahr durch überlastete Leitungen denken.
 

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