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  1. #1
    Tinu01 ist offline Mitglied
    Registriert seit
    04.03.2010
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    Burg
    Beiträge
    8

    Standard Aussenputz bei tiefen Temperaturen

    Hallo zusammen

    wir sind gerade in der Endphase unseres Hausbaus und haben noch mal einen Dämpfer abgekriegt.

    Letzte Woche wurde an unserem Haus der Aussenputz aufgebracht. Am Mittwoch 3.3. wurde der Grundputz mit Grundierung behandelt. (Der Grundputz wurde schon vor dem Winter bei Temperaturen über 10°C angebracht.) Am Donnerstag Morgen 4. 3. wurde dann der Aussenputz aufgetragen. Sowohl am Mittwoch, wie auch am Donnerstag waren die Temperaturen teilweise unter 5°C. (s. Bilder Temperaturverlauf) und seit dem Freitag gingen die Temperaturen immer tiefer runter.

    Ich habe den Bauleiter am Donnerstag Morgen telefonisch kontaktiert und darauf hingewiesen, dass die Temperaturen unter 5°C liegen und wir Bedenken haben, dass der Putz jetzt aufgetragen wird.

    Wir haben nun die Befürchtung, dass es evtl. Folgeschäden geben könnten. Kann es sein, dass auch nach Jahren noch Schäden aufteten können, weil der Putz bei derartigen Temperaturen verarbeitet wurde?

    Bei der Abluftöffnung der Wärmepumpe waren am Donnerstag Abend schon kleine lange feine Risse zu sehen (Eisblumen?), weil es da scheinbar permanent zu kalt war. (Bilder stelle ich heute Abend hier rein)

    Ich werde den Putz bei der Abnahme nur unter Vorbehalt abnehmen, oder sollen wir den Putz als Mängel angeben?

    Sollen wir einen Teil der Restzahlung zurückbehalten?


    Vielen Dank für Euer Feedback


    Martin


    P.S.

    Hier die Daten zu Wandaufbau und Putz:

    Doppelschalenmauerwerk, Backstein 12.5 cm mit Isolation 14 cm, Grundputz, organisch gebundener Fertigputz eingefärbt, Körnung 2 mm (Marmoran Futura)


  2. #2
    Avatar von Pfälzer
    Pfälzer ist offline Super-Moderator
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    11.10.2007
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    6.172

    Standard

    Hallo Martin,

    das ist definitiv ein Problem, das sich in einigen Jahren (ggf. aber auch schon früher) einstellen kann. Die Verarbeiterrichtlinien geben eindeutig und unmissverständlich vor, keinen Putz unter 5°C aufzubringen. Die Gefahr von Frostschäden ist hier viel zu hoch.

    Im Bereich der Abluftöffnung (WP) wird das sogar sehr extrem sein können, wie Du ja ggf. bereits festellen konntest.

    Diesen Umstand solltest Du daher auch auf jeden Fall im Abnahmeprotokoll als mangelhafte Ausführung aufnehmen! Zudem solltest Du, sofern möglich, einen entsprechenden Restbetrag zurückhalten.. oder, das käme dann dem Handwerker etwas entgegen, dafür von ihm eine unwideruflich Bankbürgschaft, über den Betrag, für die Zeitdauer der Gewährleistung, fordern. Dies bis Vorlage und Begleichung der entspr. Schlusszahlung.
    Gruß vom Pfälzer
    architektur+baumanagement

    4xb@bluewin.ch

    H-F-Kompetenzzentrum Bau-Dienstleistungen

  3. #3
    Knurri Murri ist offline Mitglied
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    Beiträge
    88

    Standard

    Hallo Martin

    Die Aufzeichnungen der Temperaturverläufe wurden bei Deinem Haus gemacht, nehme ich jetzt mal an? Wie es aussieht, kann es zu einem Schadenfall gekommen sein.

    Bei Verputzarbeiten im Winter ist vor allem die Untergrundtemperatur wichtig, denn bei Temperaturen unter 5°C können beim Abbinden des Dispersionsbindemittels in Farben und Putzen Störungen auftreten. Eine Filmbildestörung bei der Grundierung wird wahrscheinlich noch das kleinere Problem sein, aber anhand der protokollierten Daten in der Nacht bzw. am Morgen vor dem Verputzauftrag (01:00 Uhr bis 11:00 Uhr) ist ein Schaden im Deckputz zu vermuten.

    Folgendes beim Gipser (oder wer immer verputzt hat) abklären:

    1. Kunststoffputze können mit Additiven ausgerüstet werden, die ein Verarbeiten bis nahe dem Gefrierpunkt, also bis ca. +1°C erlauben. Das Bindemittel im Putz kann dann immer noch sauber abbinden. Wurde der Putz so ausgerüstet? Aus dem techn. Merkblatt des „Marmoran Futura“ geht nämlich nichts Derartiges hervor.

    2. Wurde die Untergrundtemperatur der Fassade vor Arbeitsausführung gemessen und protokolliert? Über 1°C? Evtl. wurde die Fassade durch die Sonne erwärmt?

    Falls zweimal ja, hätte der Verarbeiter die Grenzen der Einsatzmöglichkeit der Produkte ausgereizt und es könnte noch knapp gut gegangen sein.

    In jedem Fall würde ich den Deckputz noch vor dem Überstreichen von einem Sachverständigen prüfen lassen. Evtl. sind feine Risse sichtbar und/oder die Haftung ist ungenügend.

    Betreffs Abnahme und Garantie würde ich unbedingt so verfahren, wie von Pfälzer vorgeschlagen.

    Gruss
    Knurri Murri
    Geändert von Knurri Murri (08.03.2010 um 16:55 Uhr)

  4. #4
    Avatar von nasche
    nasche ist offline Donator
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    Busswil bei Büren
    Beiträge
    3.314

    Standard

    Eigentumswohnung wurde damals im Februar bei gut 0 bis -5 Grad der Aussenputz angebracht.
    Nach kurzer Zeit:
    -Blasenbildung
    -Schimmelbefall am ganzen Gebäude.
    -In den Ecken löste sich der Putz, dh bei starkem Regen hatten wir dann sogar Wasser in der Wohnung.

    Jedes Jahr wurden Nacharbeiten getättigt, dh Blasen entfernt, Antischimmel angestrichen...

    Fazit:
    Gebäude ist jetzt 10 Jahre alt und immer noch folgende Probleme.
    Feckenbildung
    Blasenbildung

    Also gut im Auge behalten und sich evt Schriftlich Absichern. Es kann gut sein, dass die schlimmeren Schäden sich erst mit den Jahren sich zeigen.

  5. #5
    Avatar von Pfälzer
    Pfälzer ist offline Super-Moderator
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    6.172

    Standard

    Zitat Zitat von Knurri Murri Beitrag anzeigen

    Evtl. wurde die Fassade durch die Sonne erwärmt?
    Gruss
    Knurri Murri
    Hallo Knurri Murri....

    stimmt... ist oft der "letzte Rettungsanker".... aber wir beide wissen ja, auf der Haus- NORD-Seite wird das niemals eintreffen...
    Gruß vom Pfälzer
    architektur+baumanagement

    4xb@bluewin.ch

    H-F-Kompetenzzentrum Bau-Dienstleistungen

  6. #6
    Tinu01 ist offline Mitglied
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    Burg
    Beiträge
    8

    Standard

    Hallo zusammen,

    Vielen Dank schon mal für eure Antworten.

    @ Knurri Murri:

    Nein die Temperaturverläufe wurden nicht direkt am Haus gemacht sondern an einer Wetterstation 2 Dörfer weiter. Dies ist leider die einzige Wetterstation, auf welche ich Zugriff habe und die so detailiert die Temperaturdaten protokolliert. Die Temperaturen stimmen allerdings sehr gut mit dem Aussenthermometer unserem jetzigen Wohnort (ca. 800 m Luftline vom neuen Haus überein)

    Ob Additive verwendet wurden ist mir nicht bekannt, lasse ich abklären.

    Dass die Untergrundtemperatur gemessen wurde bezweifle ich stark (nicht bei dem Gipsergeschäft).

    Überstrichen werden soll der Putz laut GU-Vertrag nicht, da der Putz eingefärbt ist. Gerüst ist ja schon weg.


    @Pfälzer:

    Ja die Nordseite liegt arg im Schatten ;-)


    Anbei noch die Fotos vom Putz. Einerseits über Abluftöffnung Wärmepumpe und andererseits von einer "normalen" Wandstelle. Solch kleine Risse wie bei "normal" ist auf der ganzen Putzfläche zu erkennen.


  7. #7
    Avatar von Pfälzer
    Pfälzer ist offline Super-Moderator
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    Hallo Tinu01,

    da braucht man nicht lange zu überlegen... so darf der neue Putz nicht aussehen. Was sagt denn der Bauleiter dazu?

    Ich würde hier auf jeden Fall eine Mängelanzeige erstellten (bzw. das ist ja eigentlich die Aufgabe Deines Bauleiters...) und wenn der Kollege Gipser das nicht einsieht, dann sollte man im ersten Schritt zumindest einen Gutachter vom Gipserverband hinzunehmen! Klar vorher vereibart, wer unrecht hat, zahlt!

    Bzw. wenn noch keine Abnahme erfolgte, dies entweder wegen dem Mangel verweigern, oder eben gemeinsam mit dem Sachverständigen ausführen!
    Gruß vom Pfälzer
    architektur+baumanagement

    4xb@bluewin.ch

    H-F-Kompetenzzentrum Bau-Dienstleistungen

 

 
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