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  1. #1
    peho ist offline Mitglied
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    Sarganserland
    Beiträge
    13

    Frage Feuchteproblem in OG Decke

    Hallo zusammen

    Unser im Sommer 2009 fertiggestelltes Haus ist in Massivbauweise erstellt und hat im OG eine Holzdecke. In dieser befindet sich die Isolation und darüber ein Boden aus 19mm Massivholz. Das Dach ist umlaufend mit Lüftungsgittern versehen, sodass der Estrich gut belüftet ist und praktisch Aussentemperatur herrscht. Raumseitig ist eine Dampfbremse angebracht. Diese ist an die Aussen- und Zwischenwände angeschlossen. Über den Zwischenwänden hat es aber keine Dampfbremse. In den Wohnräumen haben wir eine Luftfeuchtigkeit von ca. 45%.

    Im Dezember haben sich an mehreren Stellen die Estrichbodenbretter um einige cm angehoben. Die betroffenen Stellen liegen über Zwischenwänden, jedoch sind nicht alle Zwischenwände davon betroffen.

    Den Schaden habe ich unserem Bauleiter umgehend mündlich gemeldet und mit Fotos dokumentiert. Die Holzbaufirma meinte auf seine Nachfrage dazu, dass dieses Problem durch die Baurestfeuchte, die durch die Zwischenwände aufsteigt, verursacht werde. Dies sei im ersten Jahr nichts Ungewöhnliches.

    Nach etwa drei Wochen war ein Angestellter des Holzbauers vor Ort und hat die betroffenen Bodenbretter ersetzt bzw. neu befestigt.

    Zwei Wochen später habe ich im Bereich einer Stütze, um die der Estrichboden ausgespart ist, Kondenswasser entdeckt. An der Stütze selbst war bereits Schimmel zu erkennen. Daraufhin habe ich ein Bodenbrett entfernt. Die Isolation darunter war durchfeuchtet. Auch zwei Wochen nach dem Entfernen des Bodenbretts ist der Bereich um die Stütze immer noch feucht. Erneute Nachfrage beim Holzbauer mit Hinweis auf den Schimmel brachte diesen nicht von seiner Meinung ab, dass dies nicht ungewöhnlich sei. Man werde dann im Frühling schauen, will heissen: Schimmel abschleifen und das wars dann.


    Nun meine Fragen an euch:

    Hat jemand mit einer vergleichbaren Konstruktion (Holzdecke über OG, Kaltdach) ähnliche Probleme festgestellt?

    Wird das Problem wirklich durch die Restfeuchte verursacht? Da wir eine Raumfeuchte von 45% haben, zweifle ich ein wenig an dieser Theorie.

    Ist es üblich, dass über den Zwischenwänden keine Dampfbremse eingebaut wird?

    Wie kann man prüfen, ob die Dampfbremse dicht ist (Wandanschlüsse, Beschädigungen)?

    Ich bin mit der Antwort des Holzbauers nicht zufrieden. Wie sichere ich mich ab, falls sich das Problem nicht wie versprochen weitgehend selber löst?


    Danke und Gruss
    peho

  2. #2
    emil17 ist offline Mitglied
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    Beiträge
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    Standard

    Wenn das Restfeuchte ist, und die Konstruktion fachgerecht ausgeführt wäre, könnte sich gemäss der Erklärung des Holzbauers nirgendwo Kondenswasser bilden, weil das Wasser ja verdunsten würde.
    Kondenswasser kann sich nur dann bilden, wenn in der Konstruktion der Taupunkt unterschritten wird. Das darf prinzipiell nicht passieren.
    Das Problem wird immer wiederkommen, wenn in den Räumen unter der Decke erhöhte Feuchtigkeit anfällt, was schon der Fall sein wird, wenn da jemand schläft.

    Der Konstruktionsfehler - nicht durchgehende Dampfbremse auf der warmen Seite der Aussendämmung - scheint nach der Beschreibung offensichtlich zu sein. Möglicherweise wurde auch noch nasses Holz verbaut. Die Bodenbretter einfach wieder draufzunageln, macht die Sache ja nur noch schlimmer.
    Wenn schon, dann hätte man den Bodenbelag und die Dämmung in den problematischen Bereichen erst nach Austrocknung der Zwischenwände anbringen dürfen. Übicherweise trocknen Innenwände durch den Verputz in den Raum aus, das geht bei 45% Luftfeuchte und 20 Grad ziemlich schnell.

    Üblich sind Luftdichtigkeitstests (BlowerDoorTest) des Gebäudes; die Protokolle dieses Tests sind dem Bauherrn zu übergeben.

    Probleme haben die lästige Eigenschaft, dass sie meist nicht von selbst weggehen. --> Mängelrüge, reichlich Geld einbehalten (bis über den nächsten Winter).

  3. #3
    peho ist offline Mitglied
    Registriert seit
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    Sarganserland
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    13

    Standard

    Hallo emil17

    Vielen Dank für Deine Antwort.

    Zitat Zitat von emil17 Beitrag anzeigen
    Wenn das Restfeuchte ist, und die Konstruktion fachgerecht ausgeführt wäre, könnte sich gemäss der Erklärung des Holzbauers nirgendwo Kondenswasser bilden, weil das Wasser ja verdunsten würde.
    Der Holzbauer behauptet, dass durch die Restfeuchte in den Zwischenwänden übermässig Feuchte in die Isolation gelangt, was bei tiefen Aussentemperaturen zur Kondensation führt. Dieser Effekt soll nach seinen Angaben nach kompletter Austrocknung (1-2 Jahre) der Wände nicht mehr auftreten. Ich frage mich aber, warum über den Zwischenwänden keine Dampfbremse eingebaut wird, wenn die Problematik scheinbar bekannt ist.

    Zitat Zitat von emil17 Beitrag anzeigen
    Der Konstruktionsfehler - nicht durchgehende Dampfbremse auf der warmen Seite der Aussendämmung - scheint nach der Beschreibung offensichtlich zu sein.
    Das Problem tritt über den Innenwänden auf. Über diesen wurde keine Dampfbremse angebracht. Die Aussenwände sind übrigens als Zweischalenmauerwerk ausgeführt.



    Zitat Zitat von emil17 Beitrag anzeigen
    Üblich sind Luftdichtigkeitstests (BlowerDoorTest) des Gebäudes; die Protokolle dieses Tests sind dem Bauherrn zu übergeben.
    Unser Haus ist nicht nach MINERGIE zertifiziert, darum gab es keinen Blower Door Test.

    Was kostet so etwas? Kann ich die Kosten für Tests und Gutachten dem Unternehmer überbinden, sofern dabei ein durch Ihn verursachter Mangel entdeckt wird?


    Zitat Zitat von emil17 Beitrag anzeigen
    Probleme haben die lästige Eigenschaft, dass sie meist nicht von selbst weggehen. --> Mängelrüge, reichlich Geld einbehalten (bis über den nächsten Winter).
    Die Schlussrechnung des Holzbauers wurde schon vor längerer Zeit bezahlt.

  4. #4
    emil17 ist offline Mitglied
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    Wie ist das mit der Folie und den Zwischenwänden in der Detail- und Ausführungsplanung vorgesehen? Was sagt der Architekt dazu?

    Luftdichtetest der Gebäudehülle hat mit Minergie *nichts* zu tun - es soll nachgewiesen werden, dass die Dampfbremse ordnungsgemäss montiert wurde, damit es eben nicht zu dieser Art von Problemen kommt. Aber den Test brauchst Du ja nun nicht, es ist ja offenbar undicht und der Schaden ist da.
    Geändert von emil17 (23.02.2010 um 13:12 Uhr)

  5. #5
    Avatar von Pfälzer
    Pfälzer ist offline Super-Moderator
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    Hallo peho,

    das Problem kann durchaus so auftreten oder getreten sein. Technisch ist das möglich.

    Trotzdem wäre es ein Mangel... denn eine durchfeuchtete Dämmung dämmt nicht wie berechnet.. also ein Mangel. Punkt!

    Wenn es so ist, oder wäre, wird man dies auch nicht mit einem BlowerDoor-Test feststellen können. Da die Anschlüsse ggf. sogar sauber verklebt sind.. also wenn, ich weiss es ja nicht.

    Zudem ist nicht sicher, je nach Art des Mauerwerkes und dessen Feuchte, ob das wirklich in 2 Jahren erledigt wäre.. die Garantieansprüche wohl schon... also nicht anstehen lassen und passend reagieren.

    Ausserdem lässt sich solches auch baulich jetzt ändern... wenn es wie gedacht wäre.. es muss also nicht abgewartet werden... und Schimmel am Pfosten einfach abschleifen ist auch nicht die Endlösung... vorallem dann nicht, wenn man den Nachschub und damit die Ursache nicht behoben hätte.
    Gruß vom Pfälzer
    architektur+baumanagement

    4xb@bluewin.ch

    H-F-Kompetenzzentrum Bau-Dienstleistungen

  6. #6
    peho ist offline Mitglied
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    13

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    Zitat Zitat von emil17 Beitrag anzeigen
    Wie ist das mit der Folie und den Zwischenwänden in der Detail- und Ausführungsplanung vorgesehen? Was sagt der Architekt dazu?
    Das Detail wurde meines Wissens so geplant, ich muss aber nochmals nachschauen. Der Bauleiter klärt momentan ab, wie dies bei anderen Projekten gelöst wurde bzw. was andere Holzbauer dazu meinen.

  7. #7
    peho ist offline Mitglied
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    Hallo Pfälzer

    Zitat Zitat von Pfälzer Beitrag anzeigen
    Wenn es so ist, oder wäre, wird man dies auch nicht mit einem BlowerDoor-Test feststellen können. Da die Anschlüsse ggf. sogar sauber verklebt sind.. also wenn, ich weiss es ja nicht.
    Die Ausführung der Anschlüsse wurde vom Bauleiter überwacht. Nach seinen Angaben wurde in diesem Bereich sauber gearbeitet.



    Zitat Zitat von Pfälzer Beitrag anzeigen
    Zudem ist nicht sicher, je nach Art des Mauerwerkes und dessen Feuchte, ob das wirklich in 2 Jahren erledigt wäre.. die Garantieansprüche wohl schon... also nicht anstehen lassen und passend reagieren.
    Was wäre eine "passende" Reaktion? Aus meiner Sicht sollte zuerst eine gründliche Abklärung vorgenommen werden um die Ursache zu finden. Gemäss SIA 118 liegt die Beweislast in den ersten beiden Jahren beim Unternehmer, danach beim Bauherrn. Mal schauen, ob der Holzbauer darauf einsteigt. Anderere Meinungen zum richtigen Vorgehen? Gleich eine Mängelrüge mit Frist zur Nachbesserung?

    Bevor ich ihn mit meinen Forderungen konfrontiere, möchte ich möglichst viele Erfahrungen anderer kennen. Daher nochmals meine Frage an alle mit Holzdecke im OG und ein Kaltdach: Gab es bei euch Probleme mit Feuchtigkeit in der Decke?

    Gruss
    peho

 

 
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